Bad Kissingen
Vertragsdetails

Eissporthalle: Wiederkaufsrecht nach einem Jahr?

Die geschlossene bleibt trotz Abmeldung der Kissinger Wölfe vom Spielbetrieb ein vieldiskutiertes Thema. Jetzt scheinen Details aus dem Kaufvertrag zwischen Stadt und ukrainischen Investoren in die Öffentlichkeit durchzusickern.
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Die Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Bad Kissinger Eissporthalle scheinen nun bei Stadt und Stadtrat zu liegen. Nach Informationen aus letzterem Gremium soll es  unter bestimmten Bedingungen ein Wiederkaufsrecht geben. Foto: Steffen Standke
Die Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Bad Kissinger Eissporthalle scheinen nun bei Stadt und Stadtrat zu liegen. Nach Informationen aus letzterem Gremium soll es unter bestimmten Bedingungen ein Wiederkaufsrecht geben. Foto: Steffen Standke

Still und verlassen steht sie da - die Eissporthalle. Das stolze Schild, das sie als Spielstätte der Kissinger Wölfe auswies, ist längst abgeschraubt. Die Zukunft der Halle ist ungewisser denn je. Doch wenn etwas vorangeht, so scheint es, dann über Stadtverwaltung und Stadtrat. Und aus Letzterem gibt es Neues zu berichten.

14 Stunden, verteilt auf vier Tage in der Woche, und das Ganze im Zeitraum Mitte Oktober bis Mitte März: Solange muss Hallenbesitzer Alexander Kondrashov die Eishalle für öffentliche und Vereinsnutzung offenhalten. Glaubt man Informationen aus dem Stadtrat, steht das so in dem Kaufvertrag, den die Stadt 2017 mit dem Ukrainer und einem weiteren Investor geschlossen hat. Demnach soll die Stadt auch ein Wiederkaufsrecht besitzen, wenn der jetzt alleinige Besitzer ein Jahr keinen Betrieb in der Eishalle anbietet.

Ab wann dieses Jahr gilt, darüber lässt sich spekulieren. Beginnt es mit der letztmaligen Schließung der Halle nach der Eishockey-Saison 2018/19 im März dieses Jahres? Dann würde das Wiederkaufsrecht bereits im April 2020 wirksam werden. Oder zählt die Uhr seit Beginn des Bayernliga-Spielbetrieb im Oktober? Dann würde die Wiederkaufsklausel spätestens im Oktober/November 2020 greifen. Wenn es sie denn wirklich gibt.

Thomas Hack, Pressesprecher der Stadt Bad Kissingen, kann dazu wenig Erhellendes mitteilen. "Das betrifft Vertragsinhalte, die öffentlich nicht bestätigt werden können." Seine Nichtauskunft begründet Hack mit "gewissen Zwängen als Vertragspartner".

Deswegen sagt er auch nichts zu einer angeblichen Einschränkung, die im Kaufvertrag festgehalten sein soll. Der Info aus dem Stadtrat zufolge sollen sich Umbau- oder Instandhaltungsarbeiten auf die Jahresfrist auswirken können, ebenso höhere Gewalt. Ein simpler Ausfall der Eismaschine zählt da wohl nicht dazu. Wenn, dann geht es um handfeste Reparaturen, deren Erledigung in einem angemessenen Zeitraum nachgewiesen sein muss.

Die Fraktionsvorsitzenden Steffen Hörtler (CSU) und Alexander Koller (Demokratische Bürger Kissingen) hatten den Verkaufsprozesse der Eishalle vor zwei Jahren im Stadtrat mitbegleitet. Nach eigenem Bekunden hatten sie aber nie detaillierten Einblick in einzelne Klauseln des Kaufvertrags. Beide verteidigen auf Nachfrage die damalige Entscheidung, das städtische Gebäude an genau diese Investoren abzugeben. "Wir haben damals geglaubt, das richtige Konzept für Eishockey-Verein und Öffentlichkeit vorzufinden", sagt Koller. Es habe sich herausgestellt, dass das nicht die richtige Lösung gewesen sei. Aber: "Die Alternative wäre die Schließung der Halle gewesen."

Steffen Hörtler erinnert sich, dass er persönlich sich vor zwei Jahren mit dem Verkauf der Eishalle schwergetan habe. Dass der Karren jetzt so tief im Dreck stecke, wundert den CSU-Fraktionschef. Hätten sich die Wölfe damals doch gegenüber OB und Stadtrat besonders für den jetzigen Hallenbesitzer mitsamt hochfliegender Pläne mit Übernachtungsmöglichkeiten und einer Eishockey-Jugendakademie eingesetzt. Jetzt wartet Hörtler auf die vor einigen Tagen angekündigte Erklärung der Vereinsverantwortlichen. Diese hatten am 23. November auf ihrer Facebook-Seite angekündigt, in Kürze einen "ausführlichen Bericht und dementsprechende Fakten der letzten Wochen, Monate, die auch den Verkauf der Eishalle betreffen", zu präsentieren. Das Vorgehen müsse aber vorher rechtlich geprüft werden.

Unterdessen hat sich Oberbürgermeister Kay Blankenburg mit Vorstands-Vertretern der Kissinger Wölfe getroffen. Stadtsprecher Thomas Hack teilt dazu lediglich mit: "Wir werden zum Gespräch gestern nichts Offizielles sagen."

Immerhin: Michael Grimm, nach eigenem Bekunden "Urgestein der ersten Stunde der Eishalle" und Bindeglied zu den Eissportfans, durfte hinterher "ein freundliches und konstruktives Vier-Augen-Gespräch mit dem OB" führen. Blankenburg wolle - trotz bald endender Amtszeit - "eine auf Dauer tragfähige Konstellation für die Eishalle vorantreiben". Grimm selbst spricht von einer Öffentlich-privaten Partnerschaft. Er hofft, dass nun alle Betroffenen im Sinne einer tragfähigen Lösung positiven Druck in der Öffentlichkeit erzeugen. Michael Rosin, Vorsitzender der Kissinger Wölfe, kündigt lediglich eine zeitnahe gemeinsame Pressemitteilung mit der Stadt an.

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