Nicht allzu viele Schönwetter-Stunden waren den rund 1800 Teilnehmern an den beiden Wandertagen im Truppenübungsplatz Wildflecken vergönnt, doch das tat der Wanderlust keinen Abbruch. Siglinde und Christof Auth aus Flieden hatten sich nach längerer Pause spontan entschlossen, wieder mal mitzuwandern. Vor der Pause haben sie "schon etliche Strecken durchlaufen". Doch damit nicht genug: "Alles!" - den gesamten Truppenübungsplatz wollen sie kennen lernen. Denn: "Man sieht immer wieder etwas Neues, es gibt immer neue Perspektiven."

Bitte genau hinschauen!


Jürgen Reichenauer, der heuer zum ersten Mal mitläuft, fände es schön, wenn die Strecken immer begehbar wären. Die Natur entwickle sich "nur hier ohne Mensch so gut", sagt der Fliedener: "Das ist ein richtig grüner Gürtel." "So eine schöne Gegend hier", finden auch Gereon und Carolin Hasenauer sowie Michael Ballmaier aus Fulda. Ihnen reicht jedoch das eine Wochenende im Jahr, die Natur im Truppenübungsplatz zu bewundern.
"Dann kann die Natur sich wieder erholen. Sonst wird es zu touristisch." Außerdem sehen sie den Reiz an den Wanderungen übers Dammersfeld oder den Eierhauck bei ständiger Begehbarkeit schwinden. Schade sei nur, dass die Aussicht auf den Kleinen Auersberg oder die Mettermich so vernebelt sei.
Die Wanderer sollen nicht nur in die Ferne, sondern auch auf den Weg zu schauen, das ist das Anliegen der Bundeswehr. Denn: "Man findet immer wieder was", sagt Stabsfeldwebel Bernhard Rieger. Er informiert an der "Schießbahn 13" über die Gefahr, die von Blindgängern noch ausgehen kann. Die Wege würden immer frei gehalten und speziell vor den Wandertagen geprüft. Aber "links und rechts vom Weg findet man alles Mögliche."
Neben Resten aus den eigenen Übungen entdecke die Bundeswehr auch immer noch Geschosse von den Amerikanern. In der Info-Hütte zu sehen war außerdem das zerfetzte Resultat einer Explosion mit 1,1 Gramm Sprengstoff, der in einer Kapsel in einer mit Wasser gefüllten Dose deponiert war. "Wir machen dass, um die Soldaten dafür zu sensibilisieren", sagt Bernhard Rieger.
Den kurzen Weg zum Maria Ehrenberg war Hans Ludwig Fritz gelaufen. "Alles andere kenne ich schon," begründet der 77-Jährige seine Strecken-Wahl. Seit er 1971 nach Gersfeld gezogen war, ist er jedes Jahr bei den Wandertagen anzutreffen. Das Laufen auf dem Truppenübungsplatz genießt er "wie Mallorca und Teneriffa zusammen. Eine richtige Erholungstour. Das lass ich mir nicht entgehen."

Immer Ende Juli


Die Wandertage des Truppenübungsplatzes finden traditionsgemäß am letzten Juli-Wochenende statt. Start war diesmal am Kothener Sportplatz, für die Organisation sorgten Bundeswehr sowie DJK und Feuerwehr Kothen.

Eine Bildergalerie vom Wandertag auf dem Truppenübungsplatz finden Sie hier