Bad Kissingen
Konzert

Ein stilistisch vielseitiges Programm

Burkard und Brigitte Ascherl überzeugten in der Stadtpfarrkirche bei einem Konzert. Auch einige neueren Stücke kamen zu Gehör, wie das Stück "Die Taube" von Jaji Hakim.
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Brigitte und Burkhard Ascherl an der Schuke-Orgel in der Stadtpfarrkirche Herz Jesu in Bad Kissingen Foto: red
Brigitte und Burkhard Ascherl an der Schuke-Orgel in der Stadtpfarrkirche Herz Jesu in Bad Kissingen Foto: red
Für "Orgel und Gesang" in der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche hatten die beiden Interpreten Brigitte Ascherl (Sopran) und Burkhard Ascherl (Orgel) ein stilistisch vielseitiges Programm zusammengestellt.
Die beiden Jubelarien "O dass ich tausend Zungen hätte" aus der Kantaten "Der Lobgesang" von Fanny Hensel und "O hätt ich Jubals Harf" aus dem Oratorium Josua von Georg Friedrich Händel gleich zu Beginn meisterte Brigitte Ascherl trotz anspruchsvoller Koloraturen und schwieriger Registerwechsel mühelos.
Das Stück "Die Taube" des in Paris lebenden Orgelvirtuosen und Komponisten Naji Hakim war wohl für die meisten Zuhörer eine faszinierende Neuheit. Das Werk wurde 2005 anlässlich der 450-Jahr-Feier des Augsburger Religionsfriedens komponiert und basiert auf drei Bibelversen, die alle auf den Frieden hinweisen.
Die ausdrucksstarke Melodieführung und ein farbig virtuoser Orgelsatz hinterließen hierbei einen nachhaltigen Eindruck.
Zwei Kompositionen zeitgenössischer englischer Komponisten führten in eine völlig andere Klangwelt: "Pie Jesu, Domine" von John Rutter und das mystische "Be thou my vision" von Bob Chilcott. Mit innerer Ruhe und warmer Stimmgebung, begleitet von leisen Flöten- und Streicherregistern der Orgel, wurden beide Arien zu einem Ruhepol. Passend zu den Gesangsstücken hatte Burkhard Ascherl deutsche und französische Orgelmusik ausgesucht. Das freudige Praeludium G-Dur des norddeutschen Barockmeisters Nicolaus Bruhns war geprägt von zahlreichen Manual- und Registerwechseln und lebendiger Artikulation.
Bei Mendelssohns Orgelsonate Nr. 5 in D-Dur folgte auf choralartigem Beginn und beschwingtes Andante ein festlich kompakter Schlusssatz. Marcel Duprés "Cortège et Litanie" (Prozession und Litanei) steigerte er vom anfänglichen Pianissimo bis hin zum hymnischen Fortissimo. Überzeugend gelang am Ende des Konzertes die Kombination der ruhigen Prozessionsmelodie mit dem von Tonwiederholungen geprägten Litaneithema.
Das triumphale Final B-Dur aus den "Six pièces" von César Franck, das neben Virtuosität auch weite Spannungsbogen verlangt, wurde zum markanten Schlusspunkt des Konzertes. Mit der bekannten Arie "Lascia ch'io pianga" aus Georg Friedrich Händels Oper "Rinaldo" bedankten sich Sängerin und Organist für den herzlichen Beifall des Publikums. red

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