Bad Kissingen
Natur

Ein Park für Mensch und Tier

Frühlingserwachen im Wildpark Klaushof - Förster Axel Maunz ist wichtig: Ein Bewusstsein für Umwelt und Tiere zu schaffen.
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Ein Wildkatze beobachtet ihr Revier im Klaushof.  Fotos: Leonie Hauck
Ein Wildkatze beobachtet ihr Revier im Klaushof. Fotos: Leonie Hauck
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Er erstreckt sich über etwa 30 Hektar Fläche und ist einer der größten Besuchermagneten Bad Kissingens: Der Wildpark Klaushof. Auch unter der Woche ist der Parkplatz beinahe voll, an den Wochenenden ist der ganze Park mit Menschen gefüllt, erklärt Förster Axel Maunz.

Doch unter dem großen Andrang leiden die Tiere im Klaushof keinesfalls. Der Wildpark versucht, sowohl dem Besucher das unmittelbare Erleben der Tiere zu ermöglichen, als auch das Wohl derselben zu garantieren, so der Förster. Das ist zum einen durch große Tiergehege möglich, die speziell an die Bedürfnisse ihrer Bewohner angepasst sind und die es ihnen ermöglichen, sich auch einmal zurückzuziehen, wenn sie sich gestört fühlen. Zum anderen werden die Gehege so in den Gegenhang eingebaut, dass sich der Besucher auf Augenhöhe mit ihnen befindet, sollten sie den Wunsch haben, sich zu zeigen.

Nicht alle Tiere zeigen sich

Das führt dazu, dass Parkbesucher nicht immer alle der einheimischen Wildtierarten zu Gesicht bekommen, die dort gehalten werden, wie etwa den Fischotter, die Wildkatze oder die Wildschweine, die gerade jetzt mit ihren Frischlingen oft nur versteckt zu entdecken sind. Damit die Besucher aber auf keinen Fall leer ausgehen, beherbergt der Park als zweites Standbein auch einheimische Haustierrassen, wie zum Beispiel den vom Aussterben bedrohten Hasen "Meissner Widder", das Röhnschaf oder den Thüringer Waldesel. Doch auch hier wird darauf geachtet, dass die Tiere sich bei Bedarf zurückziehen können, sollte ihnen die Aufmerksamkeit zu viel werden, betont Axel Maunz.

Sogar einige Nachzüchtungen der bereits ausgestorbenen Auerochsen gibt es zu entdecken. Das ist dem Förster auch wichtig: Ein Bewusstsein für Umwelt und Tiere schaffen, gerade auch für solche, die mittlerweile sehr selten geworden sind. Deswegen setzt der Klaushof bereits bei der jungen Generation an und arbeitet in diesem Zusammenhang eng mit dem Fachbereich Biologie Didaktik der Universität Würzburg zusammen.

Grünes Klassenzimmer

Lehramtsstudenten erarbeiten in Zusammenarbeit mit dem Wildpark Unterrichtseinheiten im Rahmen ihrer Bachelorarbeit, die dann mit Grundschulklassen aus dem Landkreis Bad Kissingen vor Ort im eigens dafür errichteten "grünen Klassenzimmer" umgesetzt werden. 41 Bachelorarbeiten sind so bereits entstanden und mittlerweile ist sogar die zweite Doktorarbeit in Entwicklung. Dieses System ist laut Axel Maunz in Deutschland einzigartig und auch heute sind die im Zuge der Bachelorarbeiten entwickelten "Hand-Ons" noch im Park zu finden, die es vor allem den Kindern ermöglichen, spielerisch und mit den Händen zu lernen. Diese können etwa durch den Blick durch eine spezielle Linse das Facettenauge von Insekten nachempfinden oder herausfinden, ob sie genauso weit springen können wie eine Wildkatze.

Futter aus der Region

Stetig versucht der Wildpark sich zu verbessern. Ziel ist es, jedes Jahr ein Gehege aus den 70er Jahren umzubauen, das noch nicht dem Motto der unmittelbaren, möglichst zaunfreien Begegnung von Mensch und Tier entspricht. Das Geld hierfür kommt oft vom Bund Naturschutz oder der Stadt, das benötigte Know-how und helfende Hände von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern, sowie dem Förderverein.

Auch das Futter wird aus der Region bezogen und somit die einheimischen Lieferanten unterstützt. Durch dieses stetige Miteinander, das den Klaushof auszeichnet, läuft der Tierparkbetrieb seit Jahren gut.

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