Hammelburg
Feier

Ein Hoch auf den flüssigen Sonnenschein

Bei der Veranstaltung "Wein und Gaumenfreuden" präsentierten die Winzer der Region ihre Produkte. Dabei gab es auch Experimentelles.
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Bürgermeister Armin Warmuth (von links), Vorsitzender Stefan Ruppert, die Weinprinzessinnen Annika und Miriam sowie Vizepräsident  Andreas Oehm   eröffneten das Fest "Wein- und Gaumenfreuden".  Foto: Winfried Ehling
Bürgermeister Armin Warmuth (von links), Vorsitzender Stefan Ruppert, die Weinprinzessinnen Annika und Miriam sowie Vizepräsident Andreas Oehm eröffneten das Fest "Wein- und Gaumenfreuden". Foto: Winfried Ehling
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Heimischer Wein ist wie flüssiger Sonnenschein? Die Huldigung in Form eines euphorischen Loblieds der "Spräublöaser" galt dem "Wein und Gaumenfreuden", der viertägigen Feier der Winzer aus der Nahregion auf dem Marktplatz. Hochwertige Produkte - der Lohn ihrer Arbeit - und weitere kulinarische Köstlichkeiten versprachen die Mitglieder des veranstaltenden Weinbauvereins (WBV). Und sie hielten ihr Versprechen.

Das zum 13. Mal präsentierte Weinfest löste 2007 die Weinbergs-Wanderung im Eschenthal ab, die organisatorisch und personell zu aufwendig wurde. Jedes Glas, jede Flasche und jede Mahlzeit musste in die Weinberge und auf den Eschenthal-Gipfel gebracht werden.

Jedoch die Arbeit in Hammelburgs "guter Stube", dem Marktplatz, ist auch kein Pappenstiel. Zelt- und Hüttenaufbau, Bänke, Tische und Sonnenschirme aufstellen und die Ständebestückung sind ebenfalls enorm arbeitsaufwendig, wie der Vorsitzender WBV Hammelburg, Stefan Ruppert, einräumt. Trotz Unterstützung der Feuerwehr musste er sogar Hilfskräfte einer Schweinfurter Agentur anfordern, denn "in unseren Reihen sind auch nicht mehr die Jüngsten".

Die Winzer und Essensbetriebe offerierten ein stattliches Angebot. Weine aller Qualitätsstufen, hauptsächlich aber die Tropfen aus dem vorigen "Super-Sommer" - darunter auch eine nicht alljährliche Trockenbeer-Auslese - aber auch Weißweine und in Holzfässern gelagerte Rotweine aus den beiden vorausgegangenen Jahren stehen auf der Getränkekarte.

Neugierige Freunde des Rebensafts folgen den Verlockungen des vorigen Wein-Sommers, dem Wein, der "sehr gut geht", so Ruppert. "Menge und Qualität des 2018er sind hervorragend", fügt er hinzu, was ein bisschen erstaunt. Sonne gab es zwar reichlich, aber fehlte den Winzern nicht der Regen? "Davon war unsere Region nicht so sehr betroffen wie andere. Das Wasser, das vom Himmel fiel, reichte für unsere Weinberge aus", versichert der Vorsitzende.

Auch Neuigkeiten stellten sich auf dem Weinfest vor. Genannt sei ein alkoholfreier Secco, Traubensaft, den, mit Kohlensäure verperlt, auch Autofahrer genießen können. Junge, heimische Winzer sind bereit zu experimentieren und andere Sorten einzuführen wie zum Beispiel den "Osteiner". Die seltene, alte Weißwein-Rebe ist eine Kreuzung aus dem Riesling und dem Silvaner und wird im Rheingau gezüchtet. Neuerdings wird sie auch in Engenthal angebaut als "Engenthaler Schlossberg".

Fränkische Speisen und Schmankerln vervollständigen den Gaumengenuss. Für weinselige Stimmung sorgten neben den "Spräublöasern" das Karlstadter Duo "Nimm die Zwei", "George" alias Matthias Uebel und Liedermacher Konrad Albert.

Vorsitzender Ruppert hieß die Gäste am Samstagabend willkommen, mit ihnen auch die Weinprinzessinnen Anika Kuchenbrod aus Hammelburg und Miriam Gößmann-Schmitt aus Ramsthal sowie Bürgermeister Armin Warmuth und den Vize-Präsidenten des Fränkischen Weinbauverbands, Andreas Oehm. Die Fränkische Weinkönigin, Caroline Meyer, musste wegen eines Termins in Schwerin absagen. Ruppert dankte in seiner Grußadresse allen Aktiven, Helfern, Spendern und Sponsoren.

Der Bürgermeister freute sich wieder beim heimischen Wein zu sitzen. Seine Anerkennung galt dem Weinbauverein, der die Saalestadt um eine Attraktion bereichert und mit dem Fest auch hohen Ansprüchen genügt.

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