Nüdlingen
Ehrungen

Ein halbes Jahrhundert bei der Feuerwehr

Einzigartig in Unterfranken: Die Nüdlinger Feuerwehr hat ihren Lkw zum Fahrschulauto ausgebaut. Darüber informierte der Kommandant Frey in der Versammlung.
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Ehrung für jeweils 50 Jahre Treue zur Wehr: (von links) Bürgermeister Harald Hofmann, stellvertretender  Vorsitzender Julian Thomas, Hans Lang, Oskar Hein, Hans Pal, 2. Kommandant Florian Wilm und 1. Kommandant Alexander Frey.   Arthur Stollberger
Ehrung für jeweils 50 Jahre Treue zur Wehr: (von links) Bürgermeister Harald Hofmann, stellvertretender Vorsitzender Julian Thomas, Hans Lang, Oskar Hein, Hans Pal, 2. Kommandant Florian Wilm und 1. Kommandant Alexander Frey. Arthur Stollberger
Volles Vertrauen in die seit sechs Jahren amtierenden Kommandanten zeigten die Mitglieder der der Freiwilligen Feuerwehr Nüdlingen bei den Neuwahlen im Rahmen der Jahreshauptversammlung. Es gab keine Gegenkandidaturen und bei 53 anwesenden Feuerwehrdienstleistenden gab es klare Zustimmungsvoten. Als 1. Kommandant wurde Alexander Frey mit 35 Stimmen wiedergewählt; 2. Kommandant wurde erneut Florian Wilm mit 40 Stimmen.

Für langjährige Treue zur Wehr wurden eine Reihe von Mitgliedern durch den stellvertretenden Vorsitzenden Julian Thomas, den Kommandanten Alexander Frey, sowie Bürgermeister Harald Hofmann geehrt. Sie dankten den Treuen für ihr Engagement in der Wehr. Diesmal galt es drei Altaktive zu würdigen, die jeweils 50 Jahre der Feuerwehr die Treue gehalten haben. Es waren Oskar Hein, Hans Pal und Hans Lang.

Bürgermeister Harald Hofmann hatte die Versammlung und zahlreiche Ehrengäste herzlich begrüßt. Den Floriansjüngern sagte er herzlichen Dank für ihr Engagement. Besonders bedankte er sich beim 1. und 2. Kommandanten. "Das Jahr 2017 war für die Feuerwehr Nüdlingen wieder ein sehr ereignisreiches Jahr mit vielen Einsätzen, Übungen, Ausbildungen und freiwilligen Aufgaben."


Dienstsport und Fahrsicherheitstraining

Im Vorjahr gab es 50 Einsätze, darunter fünf Sicherheitswachen, 25 Technische Hilfeleistungen, sieben Brandeinsätze und 13 sonstige Tätigkeiten. Dabei wurden 2286 Einsatzstunden geleistet. Kommandant Frey berichtete im Detail über mehrere größere Einsatze im vergangenen Jahr und machte auf die Aufgaben eines Kommandanten aufmerksam. So waren unter anderem theoretische und praktische Ausbildungen zu planen. Neben der Schulung von Fachwissen wurde vor vier Jahren der Dienstsport eingeführt. Eingeführt wurde ein Fahrsicherheitstraining in Nüdlingen, zusätzlich zu den Landkreisausbildungen.

Um die Jugend für die Feuerwehr zu begeistern, wurde jedes Jahr ein Berufsfeuerwehrtag abgehalten. Als wichtigste Ausbildung stellte Kommandant Frey die Leistungsprüfung heraus. Mindestens zwei volle Gruppen der Nüdlinger Wehr seien jeweils vertreten. In jedem Jahr wurden mindestens drei Erstfallübungen abgehalten.

Alle zwei Jahre war die Nüdlinger Wehr am Übungswochenende in Wildflecken beteiligt. Der Kommandant listete auch eine Reihe von Sonderaktionen auf. Er wies darauf hin, dass für das Festwochenende 1866 immerhin 400 Stunden zusätzlich geleistet wurden. In den letzten zwei Jahren wurde dreimal ein Rauchmeldertag durchgeführt. Die Bürger hatten dabei auch Gelegenheit, einen Feuerlöscher auszuprobieren, sich über Rauchmelder zu informieren oder die Feuerwehr kennenzulernen. Seit einem Jahr biete man den Nüdlinger Firmen kostenlose Schulungen zum Brandschutzhelfer an. Dafür habe man mit Edwin Frey, Günter Katzenberger und Rudi Eisgrub Top Ausbilder gewinnen können. Zugenommen hätte die Zahl der Großveranstaltungen, die von der Wehr souverän gemeistert wurden.

Der Bericht des Kommandanten ging auf Beschaffungen ein, die außerhalb der normalen Ersatzbeschaffungen getätigt wurden. So wurden ein "MZF" (Mehrzweckfahrzeug), ein Gerätewagen Logistik, eine Absauganlage, eine Wärmebildkamera und neue Helme beschafft.
Weitere Termine des Kommandanten hatten mit dem Vereinsleben dem Ferienprogramm und Sitzungen des KBI und KBM zu tun. Von ihrer besten Seite zeigte sich die Wehr bei der Verabschiedung von KBI Edwin Frey. Durch die Ausstattung mit Fahrschulausbau am Versorgungs-Lkw konnten im letzten Jahr Führerscheinausbildungen durchgeführt werden. Dies, so der Kommandant, sei ein Alleinstellungsmerkmal im Regierungsbezirk Unterfranken!

Alexander Frey ergänzte seinen Bericht mit einer Vielzahl von Fotos bzw. Videos von Einsätzen der Wehr. Die Feuerwehr sei eine Gemeinschaft, die ihre Freizeit für das Wohl der Bevölkerung von Nüdlingen opfere. Sein Dankeschön galt am Ende seinem Stellvertreter Florian Wilm und auch Einzelpersonen, wie dem Bauhofleiter Reiner Hochrein oder Julian Albert. "Mir hat es Spaß gemacht und ich hoffe, euch auch", sagte Alex Frey am Ende.


Letzte Gruppe im Aufbau

Im Rahmen der Dienstversammlung gab es Neuaufnahmen und Beförderungen. So wurde der künftig zuständige Mann für den Rettungsdienst, Thomas Schäfer, in die Wehr aufgenommen. Alex Frey erhielt die Beförderung zum Brandschutzmeister. Es folgten die Berichte aus den Abteilungen der Wehr, unter anderem ging es dabei um Atemschutz, Bericht des Jugendwartes, Maschinistenausbildung, Absturzsicherung, Information und Kommunikation, Leistung von Erster Hilfe in Notfällen. Die letzte Gruppe befindet sich im Aufbau. An der Spitze stehen Thomas Schäfer und Sebastian Fell. Der Kommandant dankte in diesem Zusammenhang Renate Nägle für die Spende eines "Defis" (Defibrillator), das der gesamten Bevölkerung mehr Sicherheit verschaffe.

In seinem Bericht über die Veranstaltungen sprach stellvertretender Vorsitzender Julian Thomas nicht zuletzt die Geselligkeit in der Wehr an. Es gab ein Kesselfleischessen, einen Vereinsausflug, eine Kreuzbergwanderung oder das Ferienprogramm. Die Zahl der Mitglieder im Feuerwehrverein bezifferte Julian Thomas mit 182.

Als Kassier berichtete Robert Stumpe über die Einnahmen und Ausgaben. Nach dem Bericht von Kassenprüfer Jürgen Eichholz folgte die einstimmige Entlastung. Als Kassenprüfer wurden Günter Katzenberger und Edwin Frey einstimmig wiedergewählt.


Grußworte

Pfarrer Dominik Kesina würdigte den Einsatz der Feuerwehrmitglieder im Dienst am Nächsten und ihre Opferbereitschaft nach dem Motto: "Einer für alle, alle für einen". Dies bedeute praktiziertes Christentum. Kreisbrandmeister Guido Schneider überbrachte die Grüße der Kreisbrandinspektion. Er dankte der Nüdlinger Wehr besonders für die Durchführung des Wissenstests.
Im Hinblick auf das im kommenden Jahr stattfindende 150-jährige Jubiläum der Nüdlinger Wehr wurde beschlossen, es im Ortskern zu feiern und einen Festzug durchzuführen. Auf ein großes Zelt will man verzichten. Vor dem Festtermin soll es einen Kommersabend geben.
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