Bad Kissingen
Jubiläum

Ein Buch zum 100. Geburtstag von Julius Kardinal Döpfner

Vor 100 Jahren kam der spätere kirchliche Würdenträger Julius Döpfner in Hausen zur Welt. Werner Eberth hat ein großes Buch mit einer kleinen Auflage über ihn geschrieben.
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Die Ernennungsurkunde Julius Döpfners zum Bad Kissinger Ehrenbürger wurde nach Werner Eberths Angaben hier noch nie veröffentlicht. Geschaffen hat sie der Maler und Grafiker Heinrich Roß.  Foto: Edgar Bartl
Die Ernennungsurkunde Julius Döpfners zum Bad Kissinger Ehrenbürger wurde nach Werner Eberths Angaben hier noch nie veröffentlicht. Geschaffen hat sie der Maler und Grafiker Heinrich Roß. Foto: Edgar Bartl
Es soll keine wissenschaftliche Abhandlung sein, sondern eher unterhaltsam. Deshalb enthält es viele Anekdoten und Bilder, aber auch Neues. "Julius Kardinal Döpfner zum 100. Geburtstag. Des is unner Kardinal" heißt das neueste Werk von Kreisheimatpfleger Werner Eberth. Er schuf "ein geschichtliches Lesebuch nicht nur für Hausen und Kleinbrach". Dort menschelt es.

Auf Seite 182 ist ein kleiner Bub zu sehen, der vor dem Kirchenführer ein Gedicht aufsagen muss/ darf, das sein Vater Josef sich in Rhöner Mundart hat einfallen lassen. Martin Hofmann, damals fünf, kann sich daran aber nur sehr dunkel erinnern. Kein Wunder: Es war 1959.

Unveröffentlichte Briefe

Der vierte Band der Hausener Chronik von Eberth hat 344 Seiten. Der Einband ist aber nicht hellblau, sondern in einem eher blassen Kardinalrot gehalten. Neu ist der Abdruck der rührenden Lebenserinnerungen von Döpfners Mutter, die deren Enkel Konrad Döpfner zur Verfügung gestellt hat. Vielen unbekannt ist auch die Urkunde anlässlich der Ernennung Döpfners zum Bad Kissinger Ehrenbürger. Die sei, sagt Eberth, von Heinrich Roß geschaffen, aber bislang noch nie veröffentlicht worden.

Er habe eine Kopie über das Diözesanarchiv Würzburg erhalten. Völlig neu seien auch die Briefe, die Döpfner an seinen früheren Hausener Lokalkaplan Karl Hockgeiger bis zu dessen Tod geschrieben hat. Ein weiterer Neffe, Burkhard Döpfner , steuerte sehr persönliche Erinnerungen bei, Bruno Perseke (†) und Christa Enders (Haselbach) Anekdoten, Verwandte gaben wichtige Auskünfte. Bad Kissingens Kulturreferent Peter Weidisch schrieb einen Aufsatz, viele Fotos stammen aus den Archiven der Hausener Feuerwehr oder von verschiedenen Pressefotografen.

Viele halfen mit

Ein Kapitel fehlt jedoch: Der damalige Bischof von Würzburg kannte bei wieder verheirateten Geschiedenen keine Barmherzigkeit. Die wurden noch 1954 von der Kanzel verlesen und so quasi an den Pranger gestellt. Das habe er, sagt Eberth, nicht gewusst. Aber Döpfner sei "am Anfang ein wahnsinnig strenger Paragraphenreiter" gewesen. Die Materialsammlung war die eine Seite, die Finanzierung des Buches eine ganz andere. Die Geistlichkeit hat sich zugeknöpft gezeigt, als der Autor und frühere Pfarrgemeinderatsvorsitzende Eberth sie um einen Zuschuss anging. Die Hausener Heimatpfarrei "Heilig Kreuz" habe jede Förderung eines Buches über ihren großen Sohn einstimmig abgelehnt und ein entsprechendes Schreiben Eberths nicht beantwortet. Das habe ihn mächtig gewurmt, sagt der Autor.

Zuschussbitte verklang ungehört

Auch der Bad Kissinger Stadtrat gab nichts zu dieser Würdigung ihres zweifachen Ehrenbürgers. Eine Mehrheit im Stadtrat votierte dagegen, "was ohne die Stimmen einer großen (christlichen) Partei nicht möglich" gewesen wäre. Er hatte sich den Ankauf von Büchern für 700 Euro vorstellen können.Wenige Wochen später habe die Stadt 7000 Euro dann für eine Döpfner-Tagung aufgewandt.

Keine Zeit für ein Geleitwort

Immerhin: Die Erzbistümer Berlin und München, wo Döpfner so segensreich gewirkt hat, steuern jeweils 250 Euro bei. Das Bistum Würzburg gibt 500 Euro. Das sind fast zwei Millionstel seines Vermögens bei, hat Eberth ausgerechnet. Zu einem Geleitwort sah man sich allerdings nicht in der Lage; "aus terminlichen Gründen".
Die Publikation im eigenen Thersienbrunnen-Verlag sei nur möglich gewesen, weil Eberth nahezu alle Vorarbeiten am heimischen PC erledigt und weil seine Frau Korrektur gelesen hat. Die Autoren und Fotografen haben auf Honorar verzichtet. Die Auflage ist mit "etwas über 200 Stück" übersichtlich.


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