Kilianshof
Neuanschaffung

Eigene Orgel für den Kilianshof

Es war ein großer Tag für den kleinen Weiler Kilianshof: Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann wurde erwartet und die kleine Kirche bekam eine eigene Orgel.
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Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann segnete die neue Orgel in der St. Kilians-Kirche in Kilianshof.  Marion Eckert
Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann segnete die neue Orgel in der St. Kilians-Kirche in Kilianshof. Marion Eckert
Eigens zur Orgelsegnung war Bischof em. Hofmann in die Rhön gekommen und nicht nur er, sondern auch der Chor der St. Mary's Church aus Maldon in Großbritannien, wo die Kilianshöfer Orgel früher stand.

Die Kilianshöfer St. Kilians-Kirche hatte bisher keine eigene Orgel. Musiziert wurde auf einem Harmonium, das allerdings in die Jahre gekommen und reparaturbedürftig war. Kirchenpfleger Alfons Holzheimer nahm deshalb Kontakt mit der Firma Orgelbau Hey in Urspringen auf. Zufälligerweise hatte die Firma Hey die kleine englische Orgel vor nicht allzu langer Zeit erworben und überarbeitet, so dass sie sie dem Kilianshof anbieten konnten. "Sie würde schön bei uns reinpassen", erinnert sich Alfons Holzheimer an das erste Gespräch. Die Chance für die Kilianshöfer Kirche eine Orgel anzuschaffen ließen sich Pfarrer Hubert Grütz und die Kirchenverwaltung nicht entgehen. Schon vor gut einem Jahr wurde die Orgel, die über drei Register verfügt, eingebaut. Mit der Segnung wurde so lange gewartet, da es dem englischen Chor vorher nicht möglich war in die Rhön zu kommen.

Collin Baldy, Chordirektor des Chors der St. Mary's Church freute sich, dass ihre alte Orgel eine neue Heimat gefunden hat. "Sie klingt hier bei Euch viel schöner als bei uns", befand er. Der Chor gestaltete den Gottesdienst mit musikalisch anspruchsvollen Stücken, die in der Kilians-Kirche ebenfalls sehr eindrucksvoll zur Geltung kamen. Die Lieder aus dem Gotteslob wurden von Franz Söder gespielt.

Als "Königin der Instrumente" bezeichnete Pfarrer Hubert Grütz die Orgel und freute sich mit den Kilianshöfern, dass in der Kilians-Kirche nun auch ein solches Instrument zur Ehre und zum Lobpreis Gottes erklingt. Die Kosten für eine eigene Orgel seien für die kleine Gemeinde nicht unerheblich gewesen, doch die Liebe zur Liturgie sei das entscheidende Kriterium gewesen und nicht die Kosten. Für Kilianshof sei es daher ein besonders Geschenk, dass Bischof em. Hofmann zur Orgelsegnung gekommen war. "Das zeigt uns, dass nicht nur die großen Gemeinden zählen, sondern auch so eine kleine im äußersten Winkel des Bistums", dankte Pfarrer Grütz. Sein Dank ging auch an Pater Georg Andlinger vom Kloster Kreuzberg, der ebenfalls gekommen war, um mit den Kilianshöfern den Gottesdienst zu Orgelsegnung zu feiern.

"Es ist in der heutigen Zeit selten, dass eine neue Orgel angeschafft wird", sagte Bischof em. Hofmann. "Welch wunderbare Geschichte ist es doch. Die Orgel verbindet Kilianshof nun mit der englischen Gemeinde." Durch den Segen wurde die Orgel als Musikinstrument in den Dienst Gottes gestellt. "Wie eine Jakobsleiter steht sie zwischen Himmel und Erde und lässt uns Gott in der Musik erleben."

In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die Geschichte der Orgel in der Liturgie. Karl der Große habe vom byzantinischen Kaiser eine Orgel geschenkt bekommen und sie im Dom zu Aachen aufstellen lassen. Die Register einer Orgel müssen miteinander in Harmonie erklingen, damit die Musik den Menschen erreiche. So sei die Orgel ein Symbol für die Kirche und das notwendige Miteinander der Menschen untereinander und in der Harmonie mit Gott. Der Bischof wünschte Kilianshof, dass das harmonische Zusammenspiel ein Zeichen für das Zusammenspiel in der Pfarrgemeinde sei.
Die neue Orgel in der St. Kilians-Kirche gefiel dem Bischof sehr. "Eine wunderbare kleine Orgel. Der Prospekt hat eine Schönheit, die anzusehen es sich lohnt. Die Orgelpfeifen sind herrlich bemalt. Kilianshof kann stolz darauf sein diese Orgel zu haben."

Der Bischof dankte den Gästen aus Großbritannien in englischer Sprache und fasste auch die Predigt für sie zusammen. "Das ist das erste Mal, dass in der Kilianshöfer Kirche zweisprachig gepredigt wurde", freute sich auch Landrat Thomas Habermann beim anschließenden Empfang vor der Kirche über den lebendigen Gottesdienst und das Miteinander in Kilianshof.

Kirchenpfleger Alfons Holzheimer stattete seinen umfangreichen Dank an alle ab, die in irgendeiner Weise an der Anschaffung der Orgel beteiligt waren. Der Bischöflichen Finanzkammer für die Bezuschussung, Gregor Holzheimer für den Bau des Podestes, seiner Frau Eva für den Blumenschmuck aus dem heimischen Garten und den beteiligten Firmen für die Überarbeitung und Aufstellung der Orgel.

Historie St. Kilian
Nach mündlicher Überlieferung fanden bis zur Errichtung der kleinen Kirche Gottesdienste in Privathäusern statt. 1870/71 wurden Kirche und Schule gemeinsam errichtet. Kilianshof gehörte bis ins 20. Jahrhundert als Filiale zur Pfarrei Bischofsheim. 1932 wurde St. Kilian in die Pfarrei Sandberg umgepfarrt.
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