Bad Kissingen
Zwischenbilanz

E-Mobile bleiben Raritäten

Im Landkreis Bad Kissingen kommt auf etwa 4000 Fahrzeuge eines mit Elektro- Antrieb. Überhaupt sind die Autos umweltfreundlichen Antriebe in der Region derzeit noch absolut in der Minderheit.
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An dieser "Zapfsäule" am Salinenparkplatz sind seit Inbetriebnahme Ende Mai bei 56 Ladevorgängen etwa 180 Kilowattstunden Strom "getankt" worden.  Auch Malte Meinck fährt - zumindest im Stadtverkehr - meist mit seinem Elektromobil und lädt es hier auf. Foto: Angelika Luga-Braun
An dieser "Zapfsäule" am Salinenparkplatz sind seit Inbetriebnahme Ende Mai bei 56 Ladevorgängen etwa 180 Kilowattstunden Strom "getankt" worden. Auch Malte Meinck fährt - zumindest im Stadtverkehr - meist mit seinem Elektromobil und lädt es hier auf. Foto: Angelika Luga-Braun
So richtig als Auto kann Malte Meinck seinen Renault Twizzy nicht ansehen. Aber das Ding fährt. Und es ist absolut CO2 -neutral, denn es braucht kein Benzin, sondern Strom. Und das war auch der Grund, warum er das merkwürdige eiförmige Fahrzeug gekauft hat. Der Kissinger ist einer von 24 Personen im Landkreis, die ein Elektrofahrzeug besitzen.

Denn unter den rund 95 000 im Landkreis zugelassenen Fahrzeugen gibt es gerade mal zwei Dutzend Elektromobile, bestätigt der Pressesprecher des Landratsamtes Stefan Seufert auf Nachfrage, darunter das von Meinck, aber auch die Kliniken Heiligenfeld haben zwei E-Mobile im Einsatz, bestätigt Geschäftsführer Fritz Lang.

Diese "kostengünstige Alternative" nutzt Juwelier Meinck vornehmlich in Bad Kissingen für Stadtfahrten, wenn er für sein Geschäft etwas zu erledigen hat. "Mit der Reichweite kommt man zwar auch nach Schweinfurt und zurück", sagt der Besitzer, "aber für lange Strecken würde ich das Elektrofahrzeug nicht nehmen." Ausgerechnet hat er indes, dass 100 Kilometer Reichweite etwa 1,50 Euro Strom kosten. Und wenn er das Fahrzeug am Salinenparkplatz "betankt", ist das sogar ganz kostenlos. Noch jedenfalls.

Die Stadtwerke Bad Kissingen hatten dort vor gut vier Monaten ihre Elektrotankstelle in Betrieb genommen. "56 Ladevorgänge sind seither vorgenommen worden", weiß Geschäftsführer Manfred Zimmer auf Nachfrage zu berichten. Wie viele Personen ihr E-Fahrzeug dort aufgeladen haben, lasse sich indes nicht sagen, da nicht klar sei, ob eine Person mehrfach dort "getankt" hat. Insgesamt jedenfalls seien bislang etwa 180 Kilowattstunden Strom entnommen worden.

Angesichts dieser "riesigen" Nachfrage - noch läuft der Betrieb der Ladestation im Probebetrieb - steht nicht fest, ob die Stadtwerke eine zweite Ladestation einrichten werden. Man werde nach Abschluss des Testbetriebs auswerten, ob am selben oder eventuell einem anderen Standort eine Erweiterung "zielführend ist", so Zimmer. Desgleichen gelte für die Frage, ab wann der Strom an der Ladestation am Salinenparkplatz bezahlt werden muss.

Für Malte Meinck macht das momentan keinen Unterschied. Er wollte "das innovative Ding" einfach haben als jemand, der Neuem immer offen gegenübersteht. Dass es preiswert ist, war nur ein Aspekt, denn: "Man darf nicht alles über die Kosten definieren", findet der Juwelier. Vielmehr gehe es um die Reduktion der Treibhausgase, und da sei so ein Fahrzeug auf jeden Fall richtig. "Am besten natürlich, wenn man nicht nur nachhaltige Antriebe, sondern auch eine nachhaltige Form der Energiegewinnung hätte", sagt Meinck. Denn wenn man Strom aus Atomkraftwerken nutzt, "ist das auf Dauer sicher nicht der richtige Weg." Zu Bad Kissingen würde insgesamt mehr alternative Energie und somit mehr Elek tromobilität passen, findet der ehemalige DBK-Stadtrat: "E-Rad, E-Auto, E-Rollator, das gehört doch zusammen."

Noch aber - und da unterscheidet sich Bad Kissingen nicht von der "Modellstadt Elektromobilität" Bad Neustadt/Saale - sind die E-Fahrzeuge in der Stadt und der Region eine echte Rarität.
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