Bad Kissingen
Seminar

Duft muss willkommen sein

Der Hospizverein hat für seine ehrenamtlichen Hospizbegleiter ein Seminar über Aromatherapie organisiert. Sie lernten dabei Anwendung, Rezepturen und Wirkweisen kennen.
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Aromaexpertin Nicole Müller erklärte wie Düfte eingesetzt werden können.  Foto: Margrit Höhn
Aromaexpertin Nicole Müller erklärte wie Düfte eingesetzt werden können. Foto: Margrit Höhn

Mit ihrer reichhaltigen Auswahl an Aromaölen und deren unterschiedlichen Düften und Wirkungen auf Körper und Geist, konnten die Teilnehmerinnen des Seminars "Aromatherapie in der hospizlichen Arbeit" mit Nicole Müller einen Überblick über diesen interessanten Themenbereich bekommen.

Die Referentin, zertifizierte Aromaexpertin, wurde vom Hospizverein Bad Kissingen e.V. zum Thema Aromatherapie und Aromapflege eingeladen, und in ihren Ausführungen wurden die ehrenamtlichen Hospizbegleiter über Anwendung, Rezepturen, Wirkweisen informiert. Düfte begleiten uns, solange wir atmen. Fest in unserem Gehirn abgespeichert, lassen sie Erinnerungen lebendig werden, lösen Emotionen und Erinnerungen aus und beeinflussen dadurch Körperfunktionen. So kann die kontrollierte Anwendung ätherischer Öle als eine wertvolle Ergänzung in der hospizlichen Begleitung eingesetzt werden. Die Anwendung von ätherischen Ölen schafft eine neue Lebensqualität für Patienten, denn "richtige" Öle können helfen, Symptome wie Übelkeit, Angst, Unruhe oder Schmerz zu lindern. Aromapflege wird in Form von Raumbeduftung/Raumspray, Hand- und Fußbädern, Waschungen, Aromaölkompressen, Wickeln, Aromamassagen und Mundpflege eingesetzt. Mit Beispielen aus ihrer Praxis machte Nicole Müller dies für die Teilnehmer immer wieder sehr anschaulich und verständlich.

Zum "Einsteigen" in die Aromapflege ist Lavendelöl sehr geeignet und universell einsetzbar, auch Zitrusöle und Rosengeranienöl werden sehr gern von Hospizbegleitern verwendet. Doch ein Duft muss bei dem Patienten willkommen sein. Nur dann kann er seine positive Wirkung entfalten. Es ist also äußerst wichtig, die Duftvorlieben des zu Begleitenden zu kennen. Die Berührungen durch eine Massage, ein Bad oder eine Einreibung sind auch ein Akt der Zuwendung und vermitteln Nähe und Geborgenheit bei dem Schwerstkranken.

Für Angehörige, die oft das Gefühl der Machtlosigkeit und des Unbehagens haben, können Düfte den Zugang zur Lebenswelt des Kranken und Sterbenden fördern und auch eine Kommunikation ohne Worte sein. Das kann Angehörige in der Begleitung sehr entlasten und befreien. Die Referentin wies ausdrücklich darauf hin, dass nur reine 100 prozentige Pflanzenöle in äußerst geringer Dosierung angewendet werden sollen (Duftöle, die z.B. auf Weihnachtsmärkten für wenig Geld verkauft werden, sind nicht geeignet).

Wie angenehm eine Hand-Armmassage sein kann, konnten die Teilnehmer auch selbst ausprobieren. M. Höhn

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