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Bad Kissingen
Auszeichnung

Drei Ehrungen mit der Bundesverdienstmedaille

Drei Persönlichkeiten wurden mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet. Sechs weitere erhielten das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt.
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Leopoldine Wiesner hat sich Verdienste erworben. Landrat Bold heftete ihr am Donnerstagnachmittag die Bundesverdienstmedaille an.
Leopoldine Wiesner hat sich Verdienste erworben. Landrat Bold heftete ihr am Donnerstagnachmittag die Bundesverdienstmedaille an.
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Fast könnte man meinen, Leopoldine Wiesner hat einen Sprachfehler, sie kann offenbar nicht Nein sagen. Ihr Mann (†) lästerte zu Recht: "Mit welchem Pöstle kommst Du heut' wieder heim?". Er lag damit nicht so falsch. Denn "wenn irgendetwas zu tun war, habe ich mich einschließen lassen", erinnert sich die Rentnerin.

Es wurden immer mehr und immer anspruchsvollere Aufgaben, die sie mit Hingabe erfüllt hat. Der Staat dankte sich jetzt mit der Bundesverdienstmedaillie, die Landrat Thomas Bold (CSU) am Donnerstag bei einer Feierstunde überreicht hat.

Es fing ganz "harmlos" an: Leopoldine Wiesner litt 1972 nach dem Tod ihrer verehrten Mutter unter einer schweren Depression und erkannte, "ich muss was tun". Sie "adoptierte" quasi den Garitzer Seniorenkreis: "Ihr seid jetzt meine Ersatzmütter", teilte sie den Mitgliedern mit. Dann wurde sie gebeten, im Pfarrgemeinderat mitzuarbeiten, dessen stellvertretende und 1.
Vorsitzende sie von 1978 bis 1994 war.

In der Politik und für Kinder aktiv

Hans Full (†) hat sie für die Caritas angeworben. Sie organisierte und begleitete unter anderem Urlaubsfahrten. So, sagt sie jetzt, "kam eins zum anderen". Leopoldine Wiesner singt bis heute im Garitzer Kirchenchor, organisiert seit 1980 Seniorennachmittage, ist seit 2002 im Bad Kissinger Seniorenbeirat, seit 2003 als Stellvertreterin. Seit 1990 ist sie Dekanatsvorsitzende des Katholischen Seniorenforums. Seit 2006 wirkt sie mit bei "Senioren helfen Senioren".

Sie bereue in keiner Weise ihr außergewöhnliches Engagement und will weitermachen, "so lange ich noch die Kraft dazu habe". Aber: "Ich hätte manches nicht gemacht, wenn ich es für Geld hätten tun müssen."
Solche Frauen und Männer braucht das Land. Der gleiche Orden ging auch an Gerd Müller (Münnerstadt) und Heinrich Hackenberg (Ebenhausen).

Gerd Müller (SPD) gehörte 20 Jahre dem Münnerstädter Stadtrat an. Von 1984 bis 2008 war er Kreistagsmitglied. Beide SPD-Fraktionen in diesen Gremien führte er von 1987 bis 2004. Verantwortung hat er auch im BLSV-Kreisvorstand getragen.

Heinrich Hackenberg steht seit 1997 (bis 2005 als Vize) an der Spitze des Vereins "Hilfe für Kinder der dritten Welt". Der Verband organisiert und finanziert den Bau von Schulen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen in armen Ländern, zur Zeit vor allem in Indien. Mehr als drei Millionen Euro wurden bislang aufgebracht.

Drei von der "Philharmonia"

Wer das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt bekommen will, muss sich dafür lange und intensiv engagieren. Manfred Arnold (Stangenroth), Konrad Keßler (Zahlbach), Waldemar Keßler (Stangenroth), Walter Manger (Oberthulba), Manfred Schultheis (Stangenroth) und Felix Dietz (Poppenlauer) haben das getan.

Manfred Arnold ist seit 1974 Sänger bei "Philharmonia" Stangenroth, deren Schriftführer er auch viele Jahre war. Er gehört auch der Feuerwehr, dem TSV und dem Soldaten-, Reservistenverein im Ort an. Auch Konrad Keßler singt seit 1978 bei der "Philharmonia", engagierte sich in dessen Vorstand und in dem der örtlichen Feuerwehr. Er gründete 1989 die Freien Wähler der Pfarrei Burkardroth mit und ist seit 1990 bis heute Wahlhelfer. Der "Philharmonia" opfert auch Waldemar Keßler viel Freizeit. Er ist seit 1975 Sänger, war von 1986 bis 2011 stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

In Sportverein und Gemeinderat

Walter Manger ist seit 1986 im 610 Mitglieder starken FC "Frankonia" Thulba in verschiedenen Führungsfunktionen aktiv; unter anderem von 1998 bis 2012 als Vorsitzender. Seit 1987 nimmt er Sportabzeichen ab, ist Vereinsehrenamtsbeauftragter, war im BLSV-Vorstand und Sprecher des Vereinsrings Thulba. Bis heute ist er in der Sportplatzpflegegemeinschaft und (seit 1996) im Marktgemeinderat. Zudem hat er als Schiedsrichter über 600 Fußballspiele geleitet. Manfred Schultheis ist seit 1970 Musiker im Musikverein Stangenroth, war dort auch Schriftführer. Seit 2002 ist er Helfer und Beisitzer bei Wahlen.

Felix Diez engagiert sich seit 1956 bei Theateraufführungen, hat das Heimatspiel Poppenlauer mitinitiiert, leitete 15 Jahre die Theatergruppe des örtlichen Schützenvereins und hat 38 Jahre lang als Lektor in der katholischen Kirche gewirkt.

Vorbilder für andere

Landrat Bold dankte in sehr persönlichen Worten im Namen des Landkreises für die erbrachten Leistungen. Die Geehrten seien Vorbilder für andere, sie hätten hervorragende Verdienste um das Gemeinwesen erworben. Die hohen Auszeichnungen sollten zum Weitermachen motivieren. Denn das Engagement in den verschiedensten Bereichen sei nicht selbstverständlich, recht zeitaufwändig und für die Gesellschaft sehr wichtig. Gerade dieses Miteinander mache unsere Städte und Gemeinden so lebenswert, sagte Bold.

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