Bad Kissingen
Bildung

Diskussion über Heimatvertriebene und Aussiedler am Heiligenhof in Bad Kissingen

Ein Fachmann der Bundesregierung betonte, dass die Aufarbeitung des durch die Vertreibung geschehenen Unrechts noch nicht abgeschlossen sei.
Artikel drucken Artikel einbetten
Landrat Thomas Bold (von links), Bezirksrätin Karin Renner, Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU), der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Dr. Bernd Fabritius, sowie Steffen Hörtler vor dem Heiligenhof.  Martina Lutz
Landrat Thomas Bold (von links), Bezirksrätin Karin Renner, Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU), der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Dr. Bernd Fabritius, sowie Steffen Hörtler vor dem Heiligenhof. Martina Lutz

Zum Austausch hatte Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, eingeladen. "Es ist ausgesprochen wichtig, dass wir uns mit der Geschichte der Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler auseinandersetzen. Diese muss auch fest in den Lehrplänen an unseren Schulen verankert sein. Darüber hinaus dürfen wir die Menschen und deren Schicksale nicht vergessen", erklärte Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner die Bedeutung des Themas.

Seine Hauptaufgabe sieht Bernd Fabritius als Vermittler zwischen den verschiedenen Gruppen der Aussiedler, Spätaussiedler und Heimatvertriebenen. "Unterschiede liegen hier nur im Randbereich. Die Gemeinsamkeit, der tragische Bruch in der Biografie, sollte die Gruppen zusammenführen", appellierte er. Auf die Frage, ob vertriebenenpolitische Themen noch aktuell seien, antwortete der Beauftragte der Bundesregierung: "Rund ein Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung haben einen solchen Hintergrund. Wir stehen daher auch weiterhin vor großen Herausforderungen." Hier sei die Unrechtsaufarbeitung, die noch nicht abgeschlossen sei, weiterhin ein wichtiges Thema. Beispielhaft nannte er hier die Beneš-Dekrete.

Anschließend wurde intensiv diskutiert: Die Identitätsfrage bei jungen Menschen, das Zusammenarbeit der einzelnen Landsmannschaften untereinander sowie die europäischen Herausforderungen wurden thematisiert.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren