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Burkardroth
Unterricht

Digital macht lernen mehr Spaß

Burkardroths Mittelschüler sind mit Tablets ausgestattet worden. Sie erfahren, dass diese elektronischen Hilfsmittel nicht nur zum Spielen, sondern Wissenswertes und Nützliches für den Alltag und im Beruf vermitteln können.
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Mittelschullehrerin Julia Schweizer lässt ihre Schüler mit Tablets lernen.  Fotos: Sigismund von Dobschütz
Mittelschullehrerin Julia Schweizer lässt ihre Schüler mit Tablets lernen. Fotos: Sigismund von Dobschütz
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Im November begann an der Mittelschule Burkardroth das digitale Zeitalter. Die 23 Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse wurden für den Unterricht mit Tablets ausgestattet. Seitdem macht ihnen nicht nur der Unterricht viel mehr Freude, sondern die Jugendlichen erfahren auch, dass dieses elektronische Hilfsmittel nicht nur für Spiele geeignet ist, sondern ihnen auch Wissenswertes und Nützliches für den Alltag und im späteren Berufsleben vermitteln kann.

Fast alle der Zwölf- und Dreizehnjährigen haben daheim ihr eigenes Tablet, die anderen nutzen das der Eltern. Vorkenntnisse in der Handhabung sind also vorhanden. So war es nur folgerichtig und zeitgemäß, solche Geräte auch im Unterricht einzusetzen. Begonnen wurde damit in der siebten Klasse, da in höheren Klassen die Berufspraktika und zielgerichtete Berufsvorbereitung vorrangig sind. Doch es reicht nicht aus, nur Tablets anzuschaffen, weiß Schulleiterin Heidrun von Schoen: "Man braucht auch entsprechend ausgebildete Lehrkräfte, die mit den Geräten umgehen mögen und es auch können."

Eine solche Lehrerin ist ihre Stellvertreterin Julia Schweizer (31), die sich mit Eigeninitiative dieses Wissen angeeignet hat, später noch einen vom Bayerischen Lehrerverband (BLLV) angebotenen Fortbildungskurs besucht hat. "Das Tablet ersetzt nicht den Unterricht, sondern ich nutze es nur zur Unterstützung." Denn die Lernprogramme, die als Applikationen (Apps) aus dem Internet heruntergeladen werden können, eignen sich nur zum Auswendiglernen. Schweizer: "Die für das Verständnis wichtigen Zusammenhänge erschließen sich dem Schüler damit nicht." Zusätzliche Apps ermöglichen es den Jugendlichen, handschriftliche Notizen in digitalen Heften festzuhalten, Fotos und Filme zu bearbeiten, Musik oder die eigene Stimme aufnehmen und selbst gestaltete Gruppenarbeiten oder Hausaufgaben im Unterricht digital präsentieren zu können.

Lehrerin hat Zugriff auf Geräte

Natürlich muss Julia Schweizer diesen neuartigen Unterricht zuvor entsprechend aufbereiten, um den sinnvollen Einsatz der Tablets zu gewährleisten. Während des Unterrichts hat die Pädagogin direkten Zugriff auf alle in der Klasse angeschlossenen Geräte. Sollte sich also ein Schüler einmal im Internet oder in einer anderen App "verirren" und sich mit anderem als dem schulischen Stoff beschäftigen, kann Schweizer sowohl das laufende Programm des Schülers oder notfalls sogar das ganze Tablet sperren.

Für sich als Lehrkraft sieht Schweizer nur Vorteile: "Ich kann mich schneller auf den Unterricht vorbereiten und muss nicht mehr am Kopiergerät stehen." Man spart dank elektronischer Hilfsmittel auch viel Papier. "Nachteile sehe ich keine, wenn man Tablets verantwortungsvoll nutzt und es nicht übertreibt." Sie selbst hält ebenso wie Schulleiterin von Schoen nichts von ausschließlich digitalem Unterricht oder reinen Tablet-Klassen, sondern bevorzugt den "rhythmisierten Unterricht" im Wechsel der pädagogischen Methodik.

Sogar die Jugendlichen finden die zeitlich begrenzte Nutzung des Tablets richtig: "Zu lange strengt an, man wird müde", hat Marius (13) schon gemerkt. Außerdem läuft der Akku nach zu langem Gebrauch leer und muss erst wieder geladen werden, kritisiert Luis (12). Einig sind sich alle Siebtklässler darin, dass der Unterricht mit Tablets "viel mehr Spaß macht" (Xaver, 12) und deshalb mehr "zum Mitmachen motiviert" (Tom, 12). Besonders begeistert sich Lea-Marie (13) an den Möglichkeiten für Filmschnitt und Tonaufnahmen und Celine (13) für die Anwendungsvielfalt des Geräts. Als Vorteil im Unterricht hat Marie (12) erkannt, dass alles, was Lehrerin Schweizer entfernt auf die Leinwand projiziert, sie selbst auf dem eigenen Tablet direkt vor Augen hat. "So kann man Texte viel leichter lesen."

Vorerst soll es in der Mittelschule Burkardroth beim digitalen Unterricht in der siebten Klasse bleiben, hält es Schulleiterin Heidrun von Schoen für ausreichend. Auf Wunsch würden die Tablets ohnehin an andere Klassen abgegeben, sofern diese nicht gerade in Julia Schweizers Unterricht im Einsatz sind.

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