Bad Kissingen
Tradition

Dieter Simon stellt Rhöner Krippen in Bad Kissingen auf

Krippen sind Tradition an Weihnachten. Mit ihnen lässt sich aber auch die Liebe zur Heimat ausdrücken, wie Dieter Simon im Burkardus-Wohnpark zeigt.
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Günter Metz am Schnitzgalgen. Johannes Schlereth
Günter Metz am Schnitzgalgen. Johannes Schlereth
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Für Dieter Simon ist die Rhön eine Herzensangelegenheit. Schon als Vierjähriger lernte er die Region bei Fahrten in die Sommerfrische zu lieben. Mehr als 20 Jahre wohnte er in einem Rhöndorf, jetzt hat es den Rentner in den Burkardus-Wohnpark verschlagen. Die Leidenschaft zu Land und Leuten ist dem Rentner in all den Jahren nicht abhanden gekommen. Das zeigt sich an seinem Engagement im Burkardus-Wohnpark in Bad Kissingen. "Seit 2011 stelle ich dort meine Rhöner Bauernkrippe auf", sagt er.

Krippe entwickelt sich

Das besondere daran: Die Krippe entwickelt sich. "Am Anfang steht die Herbergssuche, dann die Hirten und die heilige Nacht", erklärt der Senior den Ablauf. "Seit 2011 mache ich das schon im Burkardus-Wohnpark." In den acht Jahren hat sich an der Krippe einiges geändert. Simon: "Da gibt es nicht mehr nur die klassischen Figuren wie Ochse und Esel." Mittlerweile tummeln sich auch Rhöner Bauern in der Krippenlandschaft.

Rhöner Kultur

Die Figuren bezieht er direkt aus der Rhön. Genauer gesagt, aus Langenleiten. Das Dorf ist durch seine Holzschnitzer bekannt. Darunter ist auch Günter Metz. Der 76-Jährige schnitzt bereits seit 1956. "Ich mache viele Sachen für Kirchen - aber Privatleute bekommen natürlich auch etwas", sagt Metz. Dieter Simon zählt mittlerweile zu seinen Stammkunden. Allerdings muss sich die Kundschaft beim Warten auf die Figuren in Geduld üben. Metz: "Aktuell kann man so mit einem Jahr Lieferzeit rechnen." Der Grund dafür: Hinter den Figuren verbirgt sich ein enormer Aufwand, ist doch jede Figur ein Unikat und entsteht nach eigenen Entwürfen.

Liebe zum Detail

"Viele Kunden haben schon konkrete Vorstellungen, was für eine Figur sie haben wollen", erklärt der Schnitzer. "Manche wollen zum Beispiel ihre Eltern als Krippenfiguren mit dabei haben". Beliebt bei Kirchenkrippen sei es die Spender zu porträtieren. In der Werkstatt von Metz Modell stehen, müssen die Kunden dafür allerdings nicht. "Mir reichen dafür mehrere Fotos, dann klappt das", sagt der Routinier. "Dann kann ich mehr Details in die Figur reinbringen." Auch in der Mensch-Tierbeziehung spiegelt sich die Detailverliebtheit von Metz wieder. Bei einem Hirten ragt ein filigran gearbeiteter Laib Brot aus der Umhängetasche - dahinter ein Geißbock, der dem unaufmerksamen Hirten das Brot abluchsen will. Was alle Figuren eint: "Die sind aus Lindenholz. Buche wäre zu hart zum Schnitzen." Individuell sind auch die Ställe. "Die sind den historischen Rhöner Scheunen nachempfunden", erklärt Metz.

Interpretationsspielraum

Künstlerisch hat er sich lediglich in kleinen Punkten eingeschränkt. "Was ich mir selbst auferlegt habe ist die Sache mit den drei Königen. Die bilden bei mir immer alle Lebensabschnitte eines Menschen ab." Vor dem Kind in der Krippe knien darf jedoch nur einer. "Das ist bei mir immer der älteste - der ist am ja auch vom Alter her am nähesten an Gott", führt der Künstler die Symbolik an der Krippe aus. Seine drei Könige stellt Simon allerdings erst am 6. Januar im Burkardus-Wohnpark auf.

Zahleninfo:

70 Stunden kann es dauern, bis Metz eine Figurengruppe geschnitzt hat.

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