Laden...
Bad Kissingen
Aktion

Diese Redakteurin näht Gesichtsmasken

Martina Straub sorgt sich um die Sicherheit ihrer Arbeitskollegen. Und nutzt dabei ihr Talent als Hobby-Näherin.
Artikel drucken Artikel einbetten
Redakteurin Martina Straub mit dem Prototyp ihrer Mundschutz-Maske für die Arbeitskollegen der Saale-Zeitung. Foto: Jürgen Schmitt
Redakteurin Martina Straub mit dem Prototyp ihrer Mundschutz-Maske für die Arbeitskollegen der Saale-Zeitung. Foto: Jürgen Schmitt

In der Not eine Tugend machen. Die leicht abgewandelte Redensart nimmt Martina Straub wörtlich. Denn die Redakteurin am Blattmacher-Tisch der Saale-Zeitung näht für ihre Kolleginnen und Kollegen jetzt Gesichtsmasken. Vornehmlich für die Reporter, die für ihre Geschichten noch Menschen außerhalb des Arbeitsplatzes treffen. Selbstverständlich mit dem nötigen Abstand von mindestens 1,5 Metern. Nicht alle Termine lassen sich über Telefon oder elektronischen Schriftverkehr erledigen. Und eine solche Gesichtsmaske ist nicht nur für den Träger eine sinnvolle Gesundheits-Prävention.

"Ich habe schon zu Schulzeiten gerne Handarbeiten gemacht. Auf dem sozialen Zweig im Gymnasium haben wir damals ja sogar das Nähen gelernt", sagt die 51-Jährige, die bevorzugt an freien Tagen an der Nähmaschine sitzt. "Für mich ist das Entspannung und Stressabbau. Weil man sich auf etwas konzentrieren muss, wird man von Sachen abgelenkt, die einen sonst so durch den Kopf gehen. Im besten Fall kommt etwas Gutes dabei heraus. Im schlimmsten Fall ist der Naht-Auftrenner dein bester Freund."

Ein Hobby, das nicht von ungefähr kommt, denn die Mutter der Ebenhäuserin ist gelernte Schneiderin - und hatte der Tochter noch in ihrer Schulzeit die erste Nähmaschine zum Geburtstag geschenkt. "Je mehr man sich damit beschäftigt, umso höher werden die eigenen Ansprüche. Und das Internet bietet extrem vielfältige Möglichkeiten, um selbst kreativ zu werden. Auf den entsprechenden Seiten war das Nähen solcher Masken natürlich ein großes Thema. Unvorbereitet hat mich diese Idee aus der Redaktion daher nicht getroffen", sagt Martina Straub. Sie möchte nicht leugnen, dass ihr das Tragen einer solchen Maske bei aller Sinnhaftigkeit immer noch schwer fallen würde. Am Wochenende setzte sich die 51-Jährige also an ihre Pfaff-Maschine, um die ersten beiden Prototypen zu fabrizieren: eine Maske mit Falten, damit sich der Stoff gut um Mund und Nase legen kann. Dazu an zwei Seiten ein kochfestes, handelsübliches Gummiband, das eingenäht wurde. "Man kann das Gummi aber auch durch die Maske ziehen, wenn man einen sogenannten Tunnel näht", sagt Straub im Fachjargon. Das alles hergestellt aus dem privaten Bestand an bedruckter Baumwolle. Heraus kam zudem ein Mehrweg-Produkt, denn der Baumwollstoff ist in der Waschmaschine bei 60 Grad waschbar. Nach jedem Tragen sollte die Maske gewaschen werden.

Ein passendes Schnittmuster hatte sich Martina Straub zuvor aus dem Internet ausgedruckt und saß für jeden der beiden Prototypen weniger als eine Stunde an der Nähmaschine. "Bei den nächsten Masken wird es sicher schneller gehen. Das muss ja alles auch nicht perfekt sein. Das bekommt auch ein Anfänger hin, der eine gerade Linie nähen kann." In den nächsten Tagen wird die Redakteurin in ihrer Freizeit ihre Produktion für den Schutz ihrer Arbeitskollegen steigern. Und versuchen, über das Internet auch andere, hochwertigere Stoffe zu ergattern. "Irgendwann kommt vielleicht die Zeit, in der man sich komisch vorkommt, wenn man keine Maske aufhat", sagt Martina Straub nachdenklich.

Fortsetzung folgt.