Münnerstadt
Schließung

Die Tage des Kupsch-Marktes sind gezählt

Voraussichtlich Ende November wird der letzte Supermarkt innerhalb der Stadtmauern seine Türen schließen. Auch nach der Ankündigung hat sich der Umsatz nach unten entwickelt.
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Inhaber Elmar Bauer an der Kasse des Kupsch-Marktes. Alexandra Onita wird den Laden auch vermissen.  Foto: Thomas Malz
Inhaber Elmar Bauer an der Kasse des Kupsch-Marktes. Alexandra Onita wird den Laden auch vermissen. Foto: Thomas Malz
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber am Ende stirbt auch sie. "Die Schließung kommt, der Pfeil zeigt weiter nach unten", sagt der Inhaber des Kupsch-Marktes in der Veit-Stoß-Straße, Elmar Bauer. Damit macht er das letzte Fünkchen Hoffnung zunichte, der Markt könne doch noch erhalten bleiben. "Es tut mir nach wie vor leid, den Laden aufzugeben", betont er.

Auch Parkplätze halfen nicht

Bei der Ankündigung der Schließung im Mai dieses Jahres hatte Elmar Bauer in Aussicht gestellt, dass er das Geschäft in dieser Form weiter führen würde, wenn sich die Umsätze gravierend verbessern. Zehn bis 14 Tage lang nach der Veröffentlichung in der Zeitung habe es tatsächlich mehr Andrang gegeben, erinnert er sich. Aber seither gehe es wieder bergab. Daran hat auch die Ausweisung von Parkplätzen für den Kupsch auf dem Anger nichts mehr geändert. "Da hat der Bürgermeister schnell und richtig reagiert", lobt der Inhaber. Auch wenn es dem Kupsch nichts mehr nutze, andere Geschäfte könnten davon profitieren. Ein Lebensmittelmarkt wie der seine bräuchte aber unmittelbar vor dem Geschäft ausreichend Parkplätze. "Das ist der Knackpunkt." Vor den Supermärkten außerhalb der Stadtmauer sind solche Parkplätze vorhanden.

Es geht Richtung Minus

Schon seit Jahren macht Elmar Bauer auf sinkende Umsätze aufmerksam. Stets aber hat er betont, dass der Laden offen bleibt, so lange er sich noch rechnet. Und das tut er eigentlich noch: Elmar Bauer verweist auf vorhandene Modellrechnungen. "Wenn in diesem Jahr eine Null oder ein kleines Plus bleibt, sind wir zufrieden", sagt er. Im nächsten Jahr gehe das Geschäft ganz sicher in die roten Zahlen. Außerdem gebe es nur gewisse Zeitfenster, in denen er reagieren müsse. Im Hinblick auf die Kündigungsfristen der Mitarbeiterinnen habe er sie im Mai zum Jahresende entlassen. Eine Einstellung im Edeka Frischemarkt in der Unteren Au, der ihm ebenfalls gehört, sei nicht möglich gewesen. Zwei Mitarbeiterinnen hätten inzwischen auch eine neue Stelle gefunden, wobei er Empfehlungen ausgesprochen habe. "Ich hoffe, dass alle unterkommen", sagt er.

Mietvertrag läuft noch

Ein zweiter Aspekt ist der Mietvertrag. Auch den hat Elmar Bauer im Mai gekündigt. Weil der ursprüngliche Mietvertrag von Kupsch (damals noch selbstständig) sehr alt sei, endet das Mietverhältnis erst zum 30. Juni nächsten Jahres. Einem möglichen Nachmieter, der bereits vor diesem Termin ein neues Geschäft eröffnen möchte, stehe er für Gespräche offen, so Elmar Bauer.

Eine Rettung des Marktes scheint ausgeschlossen. Es wird aber kein langsames Sterben sein. "Wir machen keinen Ausverkauf", sagt Elmar Bauer. Bis zum letzten Tag gebe es das ganze Sortiment. Von einem auf den anderen Tag wird dann das Geschäft geschlossen. Wann dieser Tag X ist, kann Elmar Bauer noch nicht genau sagen. Es wird Ende November, noch vor der Adventszeit sein. An einem Freitag oder Samstag wird die Ära Kupsch in der Innenstadt zu Ende gehen. Was dann an Ware noch da ist, wird im Edeka abverkauft.

Elmar Bauer weiß, dass er treue Stammkundschaft hat, für die die Schließung ein ganz harter Brocken ist. Doch es waren in den letzten Jahren kontinuierlich immer weniger, die gekommen sind. Als Unternehmer will er nicht warten, bis er rote Zahlen schreibt. Deshalb führt für ihn kein Weg an der Schließung vorbei. "Es hat mir Spaß gemacht und es macht noch Spaß", betont er. "Ich bin gerne da." Trotz des neuen Edeka Frische marktes in der Unteren Au ist Elmar Bauer immer wieder im Kupsch-Markt anzutreffen, auch an der Kasse. Alexandra Onita die gerade bezahlt, bedauert auch, dass der Kupsch-Markt schließt. "Er wird mir fehlen", sagt sie. Und da steht sie bei weitem nicht alleine da.
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