Nüdlingen
Verkehr

Die Sperre und die Folgen

Die Straßenbauarbeiten an der B 287 und die Auswirkungen für die Nüdlinger Händler: Manche Geschäfte und Firmen klagen über kleinere Umsatzrückgänge, andere aber merken gar nichts davon, ergab eine Umfrage
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Gibt es wegen der Straßensperrung in Nüdlinger Betrieben Umsatzrückgänge? In Glistak's Schlemmerhäusle (links) und in der Tankstelle Walther (rechts) klingeln die Ladenkassen etwas leiser, in anderen Betrieben an der Kissinger Straße merkt man nichts davon.  Foto: Dieter Britz
Gibt es wegen der Straßensperrung in Nüdlinger Betrieben Umsatzrückgänge? In Glistak's Schlemmerhäusle (links) und in der Tankstelle Walther (rechts) klingeln die Ladenkassen etwas leiser, in anderen Betrieben an der Kissinger Straße merkt man nichts davon. Foto: Dieter Britz

Zwischen dem westlichen Ortsende von Nüdlingen und Bad Kissingen gibt es noch bis Mitte Oktober auf dem direkten Weg, der Bundesstraße 287, wegen Straßenbauarbeiten kein Durchkommen. Umleitungsschilder weisen an der Einmündung der Bundesstraße in die St2445 den aus Richtung Münnerstadt kommenden Verkehr unmissverständlich darauf hin und lenken alle Fahrzeuge, die nach Bad Kissingen wollen, über Eltingshausen. Nirgendwo wird dort verraten, dass es vom westlichen Ortsende von Nüdlingen eine kurze Umleitung über den Stadtteil Hausen nach Bad Kissingen gibt.

Schlechte Chancen also, gute Geschäfte zu machen für die Betriebe entlang der Kissinger Straße in Nüdlingen, soweit sie auf Laufkundschaft und Autofahrer auf der Durchreise setzen - sollte man meinen. Manche Geschäfte und Firmen klagen über kleinere Umsatzrückgänge, andere aber merken gar nichts davon, ergab eine Umfrage. Etwas Probleme haben Betriebe, die auf Warenlieferungen mit größeren Lastwagen angewiesen sind. Der Umsatz in Glistak's Schlemmerhäusle mit Curry- oder Bratwurst und Getränken ist gesunken, seitdem die Bundesstraße 287 nach Bad Kissingen gesperrt ist. Immerhin ist der Weg nach Hausen offengeblieben. Doch wie viel Prozent Umsatzschwund er hat, kann der Verkäufer hinter der Theke nicht sagen. Er hofft jedenfalls, dass es bald wieder besser wird, wenn ab voraussichtlich 12. Oktober der Verkehr wieder in alter Stärke rollt.

Im Tegut-Supermarkt ein paar Schritte weiter sagt die stellvertretende Chefin "Wir merken nichts von einem Umsatzrückgang", allerdings gibt es durch die Straßensperrung Probleme mit den größeren Lastwagen, die Waren liefern. Genau dieses Problem hat auch der Blumenladen "Blumenstiel" am Ende der Nüdlinger Straße bei Waren-Lieferungen: "Einem großen Lastwagen müssen wir entgegen fahren". Doch von Umsatzrückgängen sei nicht zu merken, heißt es. Auch die Schaukonditorei Deininger hat keine Umsatzeinbußen, denn "das Geschäft mit den Lkw-Fahrern betrifft uns nicht". "Die Kunden finden uns zum Glück auch so, wir haben wegen der Umleitung und Straßensperrung keine Umsatzrückgänge" freut sich Stefan Hofmann, Geschäftsführer von Hofmann Fruchtsäfte in der Keltereistraße. Allerdings sei es mit den Lastwagen zurzeit schwieriger. In der Metzgerei Düring sagt die Verkäuferin ganz klar "nein, keine Rückgänge". Dieselbe Antwort auch in Schmitts Backstube, und das sogar mit einer plausiblen Begründung: "Wir haben keine Rückgänge, denn die Leute wissen ja, dass sie über Hausen nach Kissingen fahren können". Dieser kurze (Schleich-)Weg in die Kreishauptstadt hat sich offenbar zumindest bei den meisten einheimischen Autofahrern herumgesprochen. Das zeigt sich schon daran, dass sehr viele Autofahrer aus Richtung Münnerstadt nach wie vor in Richtung Nüdlingen abbiegen und die Umleitungsschilder souverän ignorieren.

Weniger an der Tankstelle

Wenn weniger Autos vorbeikommen, dann halten auch weniger zum Tanken - an der Tankstelle Walther am westlichen Ortsrand merkt man den Umsatzrückgang schon, hieß es dort an der Kasse. Und noch eines: immer wieder kommen Autofahrer, von allem auswärtige, in die Tankstelle und fragen nach dem Weg nach Bad Kissingen. Sie haben übersehen oder ignoriert, dass sie eigentlich eine größere Umleitung über Eltingshausen fahren müssten.

Ein Mann, der lieber nicht genannt werden möchte, weil er Ärger fürchtet, sagt: "Erst wenn die Umgehungsstraße kommt, dann werden manche Geschäfte auf Dauer einen sehr starken Umsatzrückgang spüren. Dann fahren diejenigen, die jetzt noch auf der Durchfahrt durch den Ort einen Stopp einlegen und einkaufen, außen auf der Umgehungsstraße".

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