Hammelburg
Projekt

Die Schule von morgen

Schüler des Hammelburger Frobenius-Gymnasiums demonstrieren den Lehrkräften mögliche Perspektiven von E-Learning. Enrico Ott und seine Schulkollegen bekamen nach einem Lehrbeispiel aus dem Fach Geschichte positive Rückmeldungen, nicht nur von Philipp Oehrlein und Dr. Friedrich Schäfer vom Jack-Steinberger-Gymnasium.
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Enrico Ott (stehend) erklärt Philipp Öhrlein und Dr. Friedrich Schäfer vom Bad Kissinger Gymnasium (sitzend, v.l.)die Benutzung der Lernplattform "Moodle".  Fotos: Melinda Ebert
Enrico Ott (stehend) erklärt Philipp Öhrlein und Dr. Friedrich Schäfer vom Bad Kissinger Gymnasium (sitzend, v.l.)die Benutzung der Lernplattform "Moodle". Fotos: Melinda Ebert
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Verkehrte Welt am Frobenius-Gymnasium: Am Mittwoch drehten Schüler des Projektseminars "E-Learning" den Spieß einmal um und unterrichteten die Lehrer. Dies war das Konzept der Präsentation, die die baldigen Abiturienten als Abschluss ihres einjährigen Seminars durchführten.
Unter Leitung von Oberstudienrat Ingo Schneider hatten sich die 12 Schüler mit dem Thema "E-Learning" beschäftigt und ein Projekt auf die Beine gestellt, das anderen Gymnasiasten/-Innen das Lernen in Verknüpfung mit dem Internet leichter machen soll. "Hierbei haben wir uns auf das Fach Geschichte spezialisiert, da hier das Lernen des Grundwissens als besonders trocken empfunden wird", erklärte Lars Burzer, einer der Teilnehmer des P-Seminars.
Anhand der Internetseite 'Moodle', die als erfolgreichste Lernplattform der virtuellen Welt gilt, stellten die Schüler jeweils in Zweier-Teams das Geschichtsgrundwissen für die Jahrgangsstufen sechs bis zehn zusammen und veranschaulichten dieses durch die sogenannten 'E-Tivities', verschiedene Lernmethoden, die die Internetplattform bietet.
Im Anschluss luden sie einige ihrer Mitschüler ein, in einer Testphase das Lernen im Internet auszuprobieren. Das Feedback war rein positiv, weshalb das Angebot wohl dauerhaft bestehen bleibt und auch durch weitere P-Seminare auf andere Fächer ausgedehnt werden soll.

Ganz neue Erfahrungen

Für die Schüler war diese Arbeit eine ganz neue Erfahrung, da sie erstmals ein eigenständiges Projekt durchgeführt haben, für das die Verantwortung ganz bei ihnen lag. "Unsere Organisation lief größtenteils über das Internet. Jeder konnte sich die Arbeit frei einteilen, musste aber gewisse Abgabetermine einhalten", sagt Lars Burzer. Als es galt, Ideen für die Abschlusspräsentation zu sammeln, wurde die Zusammenarbeit enger und die Teilnehmer des Seminars kamen schon nach kurzer Zeit zu dem Ergebnis, eine Art Fortbildung für Lehrer zu veranstalten und diese in das Thema "E-Learning" und speziell die Arbeit mit ´Moodle` einzuführen. Diese Fortbildung richtete sich sowohl an Geschichtslehrer aus Hammelburg als auch an das Kollegium vom Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen.
Die Fortbildung begann mit einer Vorstellung der Plattform 'Moodle'. Im Anschluss daran sollten die Lehrer dann selbst versuchen, einen sogenannten Kurs zu erstellen. Diese Kurse sind in verschiedene Themenblöcke unterteilt, die durch den Ersteller jeweils frei gestaltet werden können. Der Lernstoff wird hierbei durch 'E-Tivities' wie Videos, Bücher oder Glossare veranschaulicht und ist jederzeit anpassbar. Die Schüler können dann zeit- und ortsunabhängig darauf zugreifen und nach dem Lernen ihren Wissensstand beispielsweise durch Lückentexte oder multiple-choice-Tests überprüfen.
Die Ergebnisse der Tests können sie dann auch an den betreffenden Lehrer schicken, der die Tests aber nicht benoten darf, sondern nur erkennen kann, was die Schüler eventuell nicht verstanden haben. Die Lerninhalte können also besser vertieft und Abstraktes besser veranschaulicht werden.
"Die Präsentation war sehr informativ und es war interessant zu sehen, wie die Schüler sich geben", bemerkte Dr. Friedrich Schäfer, Geschichtslehrer am Gymnasium in Bad Kissingen. Die Arbeit mit der vorgestellten Lernplattform halte er für sinnvoll, aber auch schwer umzusetzen, da das Erstellen eines Kurses sehr zeitaufwändig und die Unterrichtszeit zumindest im Fach Geschichte mit zwei Stunden pro Woche knapp bemessen sei.

Willkommene Abwechslung

Zum trockenen Auswendiglernen stellt das E-Learning aufgrund seiner interaktiven Möglichkeiten für viele Schüler eine willkommene Abwechslung dar und ist auch aufgrund der in vielen Belangen entstandenen Wichtigkeit der virtuellen Vernetzung ein Thema, mit dem sich Schüler und Lehrer jetzt und in Zukunft beschäftigen werden müssen. So war es eine sinnvolle und gut umgesetzte Idee der angehenden Abiturienten, ihre Lehrer in dieses Zukunftsmodell einzuführen.

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