Bad Kissingen
Freibad

Die Sanierung der Schwimmbecken wird teurer

Die Stadt muss ab Herbst 2013 bis zu 2,1 Millionen Euro in die Sanierung des Ter- rassenbades stecken. Die Schäden an Boden- und Wandfliesen sowie an den Beckenköpfen häufen sich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Trotz der jährlichen Wartungsarbeiten müssen die Becken des Freibades ab Herbst dieses Jahres generalsaniert werden. Foto: Thomas Mäuser
Trotz der jährlichen Wartungsarbeiten müssen die Becken des Freibades ab Herbst dieses Jahres generalsaniert werden. Foto: Thomas Mäuser
Die Sanierung des Terrassenbades wird neben der Erneuerung der Fußgängerzone eine der teuersten Maßnahmen, die zur Zeit auf die Stadt zukommen. Auf drei Jahre verteilt stehen 2,136 Millionen Euro im Haushaltsentwurf. "Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Die Stadt kommt leider nicht drum herum", sagt der Leiter des Hochbauamtes, Hans Bauer.

Es ist der jährliche Frost, der Fliesen in den Becken löst, der die Beckenköpfe anknabbert.
1986 bis 1988 waren die Becken letztmals generalsaniert worden - nun ist es wieder soweit.

Fliesen haben sich gelöst

Schon während der vergangenen Saison war es vorgekommen, dass sich einzelne Fliesen an den Beckenböden gelöst haben. Dabei entstehen scharfe Kanten, und die bergen Verletzungsgefahr. "Dieses Risiko können wir nicht eingehen", sagt Bauer, schon aus haftungsrechtlichen Gründen. Letztes Jahr habe man die Sache noch in den Griff gekriegt, doch würden solche Mängel während der Saison in größerem Umfang auftreten, müssten das Wasser abgelassen und das Becken gesperrt werden.

Der Reparaturbedarf wurde mit den Jahren immer umfangreicher. Obwohl während des Winters die Becken mit Wasser gefüllt werden, um Boden und Wände zu schützen, doch die empfindlichen Beckenköpfe liegen frei.
Abhilfe könnten Beckenköpfe aus Edelstahl schaffen. Der Stadtrat hat darüber diskutiert und sich letztendlich dagegen entschieden. Berechnungen haben ergeben, dass die Edelstahl-Beckenköpfe - auf 24 Jahre gesehen - schon alleine der hohen Anschaffungskosten rund 300 000 Euro teurer kämen als Keramikfliesen, die jährlichen Reparaturkosten eingerechnet.

Ob auch noch Betonarbeiten nötig sind, eventuell korrodierte Rohre ausgewechselt werden müssen, steht laut Bauer noch nicht fest. Die Untersuchungen laufen noch. Die dafür geschätzten Kosten wurden vorsorglich mit aufgenommen. Sind keine Betonarbeiten nötig, könnte die Endsumme noch schrumpfen.

Erster Bauabschnitt ab Herbst

Begonnen wird heuer im Herbst mit dem ersten Bauabschnitt. Er umfasst Plansch- und Nichtschwimmerbecken. Ab Herbst 2014 wird das Sportbecken neu gefliest, ab Herbst 2015 das Sprungbecken. Sowohl am Sprungturm als auch an den Kabinen und am Restaurant sind keine Arbeiten nötig, sagt Hans Bauer. Die Technik des Terrassenbades ist in Ordnung, so wurde vor sieben Jahren eine neue energiesparende Wassererwärmungsanlage installiert.

Keine Zuschüsse

Im Gegensatz zu Sporthallen, die auch schulisch genutzt werden, gibt es für die Freibad-Sanierung keine Zuschüsse. Die Stadt muss die bis zu 2,136 Millionen Euro selber stemmen. Sie werden mit 650 000, 900 000 und 586 000 Euro auf die Haushalte 2013 bis 2015 verteilt.

Keine Einschränkungen

Die gute Nachricht: Untersuchungen haben ergeben, dass der Hang nicht auf die Becken drückt und so weitere Schäden verursachen könnte. Und noch eine gute Nachricht für alle Wasserratten: Saniert wird nur außerhalb der Saison. Das Terrassenschwimmbad wird also ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen.

Eines der schönsten Freibäder Deutschlands

Das Kissinger Terrassenschwimmbad gilt nach wie vor als eines der schönsten Freibäder Deutschlands. Der erste Spatenstich fand am 24. März 1953 statt. Ohne die Hilfe der Amerikaner hätte das Bad nicht so schnell fertig gestellt werden können. Sie planierten unentgeltlich das Gelände und sparten der Stadt 200 000 Mark. Gekostet hat das Bad 1,2 Millionen Mark.

Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken wurden am 15. August 1953 in Betrieb genommen, offiziell eingeweiht wurde das Terrassenbad an Pfingsten 1954.

Heuer öffnet das Freibad am 10. Mai seine Pforten. Geöffnet ist werktags von 9 bis 19 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 8 bis 19 Uhr, bei schönem Wetter an allen Tagen aber möglicherweise auch bis 20 Uhr.

Preiserhöhungen sind nicht geplant. Erwachsene zahlen nach wie vor 3,50 Euro, Jugendliche 2 Euro. Die Familienjahreskarte wird 175 Euro kosten, die Jahreskarte für Erwachsene 85 Euro. Die Einnahmen decken den Betrieb übrigens nicht. Im Schnitt bleibt ein jährliches Defizit von rund 30 000 Euro.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren