Oberbach

Die Rhön als Marke - wohin soll's gehen?

Welche Strategie soll die Rhön als Tourismusregion künftig verfolgen? 150 Rhöner haben mitgeholfen, darauf eine Antwort zu finden.
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Workshop: Moderator und Tourismusexperte Dr. Alexander Schuler im Gespräch mit seiner Gruppe. Fotos: Kathrin Kupka-Hahn/RhönGmbH, Joachim Rübel
Workshop: Moderator und Tourismusexperte Dr. Alexander Schuler im Gespräch mit seiner Gruppe. Fotos: Kathrin Kupka-Hahn/RhönGmbH, Joachim Rübel
Die Rhön ist ein schlafender Bär, der geweckt werden möchte - davon ist Tourismusexperte Alexander Schuler überzeugt. "Wir müssen ihm jetzt Futter geben", sagt der Geschäftsführer der BTE Tourismus- und Regionalberatung. Er moderierte die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung einer Markenstrategie für die Dachmarke und den Tourismus in der Rhön in Fulda. Ziel der Rhön GmbH ist es, einen Leitfaden für deren weitere touristische Entwicklung zu erarbeiten.
"Wir Landkreise können es nicht", betont der Bad Kissinger Landrat Thomas Bold (CDU) in seiner Eröffnungsrede. "Deshalb sind Sie alle gefragt, die Dienstleister, die Gastronomen, die Mitarbeiter der Tourist-Informationen, die Produzenten und Erzeuger, Hoteliers und Bürgermeister. Wir können nur gemeinsam etwas erreichen", fügt Bold hinzu. Wichtig sei ihm außerdem, dass bestehende Barrieren abgebaut werden. "Es gibt nur eine Rhön. Den Gast interessieren die Landesgrenzen nicht", so der Landrat. Thorn Plöger, Geschäftsführer der Rhön GmbH, vergleicht das Projekt zur Entwicklung einer Markenstrategie in der Rhön in seiner Begrüßung mit einer Schiffsreise: "Wir steuern das Schiff. Segeln Sie mit uns mit! Ich bin überzeugt, wie werden auch mal den Kurs verlieren. Aber, wir wissen, wo wir hinwollen." Und fügt hinzu: "Die Rhön soll das bekannteste Mittelgebirge in Deutschland werden."


Mehr als eine Antwort

Etwa 150 Rhöner waren Plögers Einladung gefolgt und zur Auftaktveranstaltung nach Fulda gekommen. Wer einen Tag voller Impulsvorträge erwartet hatte, wurde überrascht: Denn es hieß, selbst tätig zu werden. In acht Gruppen aufgeteilt, beschäftigten sich die Teilnehmer in mehreren Workshops mit verschiedenen Themen. Fragen wie: Worauf sind wir stolz in der Rhön?, Wie schmeckt die Rhön?, Wer ist der Lieblingsgast? oder Wie sieht der perfekte Tag in der Rhön aus? wurden intensiv diskutiert und umfangreich beantwortet. Jedoch weniger wegen fehlenden Konsenses, sondern vielmehr, weil es unglaublich vielfältige Antworten, Produkte und Angebote in der Rhön gibt.


In Rhön verwurzelt

Somit haben es Alexander Schuler, Co-Moderator Martin Schobert und seine Mitarbeiter von der Agentur Saint Elmo's Travel schwer, abschließend ein konkretes Alleinstellungsmerkmal der Rhön mit den Teilnehmern herauszuarbeiten. Allerdings zeigen sich die Touristikfachleute begeistert davon, wie stark die Rhöner mit ihrer Heimat verwurzelt sind. Thorn Plöger hatte seine Gäste und die Mitarbeiter der Rhön GmbH im Vorfeld dazu aufgerufen, zur Auftaktveranstaltung Dinge mitzubringen, die sie persönlich mit der Region verbinden. So sammeln sich zahlreiche teils persönliche Dinge: ein Wanderführer von 1952, ein Basaltstein, ein Pensions-Gästebuch, ein Motorradhelm, ein Fliegerutensil, ein Kochbuch und zwei Flaschen Rhöner Bier.
"Ich fand es heute spannend", fasst Regina Filler vom Rhönforum ihre Eindrücke von der Veranstaltung zusammen. "Mir hat besonders der länderübergreifende Austausch gefallen, dass man miteinander ins Gespräch gekommen ist und Tipps austauschen konnte", fügt die Kaltennordheimerin hinzu. Auch der Bad Kissinger Wirtschaftsförderer Jürgen Metz zieht eine durchweg positive Bilanz. "Ich habe viele Gespräche geführt", sagt er. Dass viele Bürgermeister dabei waren, sieht Metz als gutes Zeichen, als ein Bekenntnis zur Rhön.
"Wir haben durch die Aufgabenstellung in den Workshops viele wichtige Informationen bekommen. Diese müssen wir nun reduzieren, um auf einen Nenner zu kommen", resümiert Thorn Plöger. Drei weitere Veranstaltungen werden in den nächsten Monaten stattfinden, um eine Markenstrategie für die Dachmarke und den Tourismus in der Rhön zu entwickeln. Finanziert wird das Vorhaben mit Fördergeldern des Freistaates Thüringen.


Zukunft der Tourismusregion

"Wichtig und zugleich Herausforderung ist im weiteren Prozess, dass die zahlreichen Alleinstellungsmerkmale nicht aufgegeben werden, sondern künftig unter der Dachmarke Rhön ein Zuhause finden", betont der Chef der Rhön GmbH, Thorn Plöger. red
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