Bad Kissingen
Sanierung

Die Pläne für das Palais Erthal

Spätestens im September beginnen die Arbeitenzur Sanierung des Palais erthal in Bad Kissingen. Entstehen wird ein Caféhaus im Wiener Stil. Im April kommenden Jahres soll das Haus wieder seine Pforten öffnen.
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Toni Schick mit den Plänen für den Innenausbau des Palais Erthal. Fotos: Thomas Mäuser
Toni Schick mit den Plänen für den Innenausbau des Palais Erthal. Fotos: Thomas Mäuser
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Außen blättert der Putz, innen sieht es etwas heruntergekommen aus, es müffelt leicht. Doch bis April 2016 soll sich das alles geändert haben, das Palais Erthal am Theaterplatz als rundum erneuertes architektonisches Kleinod das stadtbild bereichern. Und- wie in den Jahren zuvor - wird es ein Wiener Caféhaus beherbergen.

So sieht es die Planung des Eigentümers vor. Toni Schick hat die denkmalgeschützte Immobilie Anfang des Jahres von der Stadt erworben (wir berichteten). Mit dem Ziel, es von Grund auf zu sanieren und wieder als Café zu betreiben.

Ende September, besser schon im August sollen die Bauarbeiter anrücken, sagt Schick, Der frühe Baubeginn ist möglich, weil das Palais Erthal nicht im Sondergebiet Kurgebiet liegt.


Vom Dach an abwärts

"Die Sanierung beginnt mit der Ertüchtigung des Daches", fährt Schick fort, während er auf einen etwas vermoderten Balken des Dachstuhls zeigt. Dennoch ist der Dachstuhl weitestgehend noch in Schuss.
"Im Parterre und im 1. Stock sind sämtliche Oberflächen von A bis Z zu erneuern", sagt Schick. Wobei das - teilweise historische Parkett - aufgearbeitet werden kann.


Neuer Sanitätbereich

Die Installation ist eher desolat, die letzte Sanierung war in den 1970er Jahren. "Wir müssen die gesamte Haustechnik und den Sanitärbereich auf den Stand von 2015 bringen", sagt Schick. Unter anderem gab es bisher im Erdgeschoss keine Damentoilette. Diese wird ergänzt, damit vor allem die älteren Café-Gäste auf dem "Weg zum Geschäft" nicht erst Treppen steigen müssen.

Während das gesamte Bauwerk, auch das Kellergewölbe, keine Feuchtigkeitsschäden aufweist, bedarf die Außenfassade der Aufarbeitung. Wie auch in den anderen Bereichen in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, betont Toni Schick. Er denkt an eine weiße Fassade, während die Fenstereinfassungen - korrespondierend zum gegenüberliegenden Kurtheater - einen Sandstein-Ton erhalten sollen. Der Bauherr verweist auf historische Postkarten, die belegen, dass das Palais Erthal im frühen 20. Jahrhundert sehr hell verputzt war.
Wie zuvor will Schick das Palais Erthal als Caféhaus im Wiener Stiel führen. Mit hochwertigen Konditorei-Erzeugnissen und entsprechenden Kaffee-Spezialitäten. Auch kleine Speisen soll es geben, "ein klassisches Speiserestaurant wird das Palais Erthal aber nicht."


Insgesamt 140 Sitzplätze

Um dem Anspruch eines Wiener Caféhauses gerecht zu werden, denkt der neue Eigentümer an eine dunkle Vertäfelung im Innenraum, der einmal etwa 80 Plätze aufweisen soll. Im Garten, der terrassiert wird, kommen weitere 60 Sitzplätze unter freiem Himmel hinzu.

Insgesamt wird Toni Schick, der das Palais Erthal als Privatmann erworben hat, rund 400 000 Euro in die Immobilie stecken. dass die Stadt vor dem Verkauf von einem Sanierungskosten in Höhe von 600 000 euro ausgegangen war erklärte Toni Schick bereits im Januar so: Ein privater Investor könne die Mehrewrtsteuer absetzen, das mache schon einmal 20 Prozent aus. Des Weiteren sei ein öffentlicher Auftraggeber auf externe Planer angewiesen. Das erledige er selbst beziehungsweise mit seinen eigenen Leuten. Und schließlich arbeite er schon länger mit zahlreichen Firmen aus der Region zusammen, auch das biete Kostenvorteile. "Der Reiz für mich ist, etwas in Bad Kissingen zu schaffen, auf das man stolz sein kann."


Es bleibt auch später ein Café

Die im Kaufvertrag mit der Stadt festgehaltene zehnjährige Bindung als Café bereitet ihm keine Probleme. Befürchtungen, dass das Café nach Ablauf der Bindungsfrist als potenzielles Wohngebäude in bester Lage verkauft wird weist Schick ebenso zurück wie die Möglichkeit, er selbst könnte es zum Wohngebäude umbauen. "Diese Diskussion ist grotesk, wenn man sieht, was man für das Café investieren muss. Ich habe kein Interesse, in zehn Jahren etwas anderes rein zu tun. Wenn man ein Schmuckkästchen baut, möchte man sich auch daran erfreuen."


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