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Nüdlingen
Kirche

Die pastorale Zukunft von Nüdlingen und Haard

Der Informationsabend über den Pastoralen Raum Bad Kissingen in Nüdlingen stieß auf großes Interesse.
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Beim Informationsabend zum Pastoralen Raum im Nüdlinger Pfarrsaal gab es nach allgemeinen Informationen Kleingruppenarbeit.  Im Bild: Pastoralreferent Dirk Rudolph (links) im Gespräch mit Nüdlinger Gläubigen.Arthur Stollberger
Beim Informationsabend zum Pastoralen Raum im Nüdlinger Pfarrsaal gab es nach allgemeinen Informationen Kleingruppenarbeit. Im Bild: Pastoralreferent Dirk Rudolph (links) im Gespräch mit Nüdlinger Gläubigen.Arthur Stollberger
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Ende Oktober wird Pfarrer Dominik Kesina in den Ruhestand verabschiedet. Wie aber wird es mit dem kirchlichen Leben in Nüdlingen und Haard weitergehen? Wird es wieder einen Pfarrer geben? Werden wir jetzt allein gelassen? Diese und weitere Fragen waren wohl der Grund, warum der Informationsabend, zu dem das Leitungsteam und die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Pastoralen Raums eingeladen hatten, sehr gut besucht war.

Etwa 80 Teilnehmer, hauptsächlich aus Nüdlingen und Haard, nutzten die Gelegenheit, um sich zu informieren, aber auch um Sorgen, Ängste und Wünsche zu äußern. Pfarrer Kesina freute sich über den guten Besuch und das große Interesse. Er wünschte sich einen erfolgreichen Abend und fruchtbare Diskussionen, damit "wir gemeinsam durchstarten können". Es blieb Raum für Fragen.

Zu Beginn erklärten Pfarrer Gerd Greier und Pastoralreferent Dirk Rudolph anhand einer Präsentation, was es mit dem sogenannten Pastoralen Raum Bad Kissingen auf sich hat, in dem vier gleichberechtigte Pfarrer für 20 Orte zuständig sind. 14 Seelsorgerinnen und Seelsorger (teilweise in Teilzeit) arbeiten auf zehn Vollzeitstellen in den bisherigen Pfarreiengemeinschaften St. Elisabeth (Garitz, Albertshausen, Poppenroth), Immanuel (Oerlenbach, Rottershausen, Eltingshausen, Ebenhausen), Quelle des Lebens (Bad Kissingen, Reiterswiesen, Arnshausen, Hausen, Kleinbrach, Winkels), Saalethal (Euerdorf, Wirmsthal, Ramsthal, Sulzthal, Aura) sowie Nüdlingen und Haard.

Nüdlingen und Haard waren bisher eine sogenannte Einzelpfarrei, die noch nicht den Prozess der Entwicklung zu einer Pfarreiengemeinschaft gemacht hat, den die anderen Gemeinden bereits hinter sich haben. Von daher war es wichtig, an diesem Abend darüber zu informieren, was bleibt - zum Beispiel bleiben die bis jetzt vorhandenen Pfarrbüros bestehen - und was an Neuem kommt. Eine Chance liegt in der Entdeckung der ganzen Vielfalt gottesdienstlicher Formen.

Ehrenamtliche gewinnen

Mehrfach betonten die Seelsorger, dass es sich beim Pastoralen Raum nicht um eine Zentralisierung handelt. Ganz im Gegenteil: was auf Ebene der Gemeinde läuft und dort getan werden kann, soll weiterhin erhalten bleiben bzw. sich sogar erweitern. Die Zusammenarbeit der Seelsorgerinnen und Seelsorger ist gerade dazu da, um den Gemeinden zu helfen, dass christliches Leben, auch in neuen Formen, dort stattfinden kann. Dafür ist es wichtig, Ehrenamtliche für bestimmte Aufgaben zu gewinnen und sie zu stärken. Eine Teilnehmerin sagte in den Kleingruppengesprächen: " Die Zukunft der Kirche liegt in der Hand eines jeden Christen, der sich berufen fühlt."

Die anwesenden Seelsorgerinnen und Seelsorger stellten sich kurz persönlich vor, darunter auch Gemeindereferentin Heike Waldvogel, die künftig hauptamtlich als seelsorgliche Ansprechpartnerin für Nüdlingen und Haard zuständig sein wird. In den anschließenden Gruppengesprächen wurde lebhaft diskutiert, wie es in Zukunft gelingen kann, eine christliche Gemeinde im Geist des Evangeliums lebendig zu halten. Die Anregungen und Fragen wurden gesammelt und dem Leitungsteam zur weiteren Bearbeitung mitgegeben.

Vor allem die neue Beerdigungsregelung, die ab Herbst auch für Nüdlingen und Haard gelten wird, machte einigen Teilnehmern Kopfzerbrechen. Seit 2017 wird im Pastoralen Raum am Tag der Beisetzung ein Wortgottesdienst gefeiert. Falls zusätzlich ein Requiem gewünscht wird, kann das an einem darauffolgenden Wochentag oder Sonntag in der Gemeinde gefeiert werden. Diese Regelung ist in den anderen Pfarreien insgesamt sehr gut angelaufen.

Gespannt auf das Neue

Wenn auch von vorn herein klar war, dass an diesem Abend nicht annähernd alle Fragen beantwortet werden können, wurde doch deutlich, dass Seelsorger und Gläubige mit Zuversicht in die Zukunft blicken können. "Wenn alle Getauften, egal ob haupt- oder ehrenamtlich, in einem guten konstruktiven, aus dem Evangelium gespeisten Geist zusammenarbeiten, wird auch in Nüdlingen und Haard das Licht der frohen Botschaft nicht ausgehen", fasste Pfarrer Edwin Ziegler die neue Aufgabe zusammen. Und eine Teilnehmerin sagte abschließend: "Wir sind gespannt auf das Neue, was kommt. Es müssen halt alle mithelfen!"

Zur Person Heike Waldvogel, Gemeindereferentin:

Sie wurde 1969 in Würzburg geboren, wo sie später auch ihr Abitur ablegte. Danach studierte Heike Waldvogel Religionspädagogik an der Fachhochschule Eichstätt, heiratete, und arbeitete in Krumbach im Bistum Augsburg. 2006 zog die Familie wieder nach Franken. Ab 2010 war Heike Waldvogel Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft "Um den Findelberg". Seit September 2019 arbeitet sie im Pastoralen Raum Bad Kissingen und ist mit halber Stelle Klinikseelsorgerin im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. Ihre Hobbies sind ihr Garten und "alles was mit Geschichte zu tun hat". Außerdem ist sie 1. Vorsitzende des katholischen Frauenbundes Großwenkheim.

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