Elfershausen
Anschluss

Die Nabelschnur am Energieriesen

Die Photovoltaikanlage bei Elfershausen liefert ab sofort Strom ins öffentliche Netz. Das investierte Geld kommt zum Großteil aus der Region.
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Jetzt kann der geerntete Strom fließen. Von links: Bürgermeister Ludwig Neeb, DBE-Vorstand Mario Fürst und Stadträtin Annemarie Fell. Fotos: Gerd Schaar
Jetzt kann der geerntete Strom fließen. Von links: Bürgermeister Ludwig Neeb, DBE-Vorstand Mario Fürst und Stadträtin Annemarie Fell. Fotos: Gerd Schaar
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Ab sofort kann der elektrische Strom von der neuen Photovoltaikanlage im Solarpark Elfershausen geerntet werden. Der Anschluss wurde an das Starkstromnetz des Versorgers Eon geschaltet.
"Wir als Gemeinde sind froh über diese Photovoltaikanlage", betonte Bürgermeister Ludwig Neeb (CSU). Das sei ein überzeugender Beitrag in Sachen umweltfreundlicher Energie. Zwischen Eisenbahn und Autobahn auf dem Grundstück "Langendorfer Weg" von Walter Emmert störe diese Anlage nicht. Ein weiterer Teil, mehr als die Hälfte der Gesamtfläche des Anlagegrundstücks, gehört Petra Graser. "Die Allgemeinheit hat einen Vorteil davon" ist Neeb überzeugt. Auch von der genossenschaftlichen Gesellschaftsform ist der Bürgermeister positiv überzeugt. "Wenn es sich herum spricht, dann wollen Andere auch noch so etwas in ihrer Gegend haben", vermutet Neeb eine gewisse Signalfunktion. Die Räte der Marktgemeinde stünden jedenfalls hinter dieser Sache.
Glück hat das Elfershausener Projekt, dass es mit nur wenigen hundert Metern Entfernung gewissermaßen vor der Haustüre des Eon-Anschlusses liegt.
"Auch in den verschneiten Wintertagen gibt es Strom", zeigt Mario Fürst, Vorstand der Deutschen Bürger Energie eG (DBE), anhand der Messinstrumente im Schalthaus. Allerdings nicht die vollen 1300 Kilowattstunden wie im Hochsommer bei knalliger Sonne. Schon im vergangenen Spätherbst war die Photovoltaikanlage fertig installiert. Der halbe Kilometer zwischen dieser Anlage und der Überlandleitung von Eon wurde mit einer unterirdischen "Nabelschnur"-Zuleitung zwischen zwei Schalthäuschen hergestellt, die der Gesellschaft gehören.

Abhängig von Konzernen?

Ja, man fühle sich abhängig von solch großen Konzernen wie Eon und müsse sich noch dankbar zeigen, wenn mit "bloß einem Vierteljahr Zeitverzögerung" die Zuschaltung an das Versorgungsnetz erfolge, fühlt sich Fürst mit seiner DBE im Haifischbecken der Großkonzerne. "Es sind immer die Großen, die den Reibach mit riesenhohen Renditen machen", bestätigt die Hammelburger Fraktionssprecherin Annemarie Fell (Bündnis 90 / Grüne). Das sei das Unmoralische im Gegensatz zu solchen genossenschaftlichen Projekten wie die Photovoltaikanlage in Elfershausen.

Regionale Lösungen

"Wir sollten darauf hin arbeiten, diese Projekte regional zu verwirklichen", weist Fürst als Beispiel auf eine etwa doppelt so große DBE-Photovoltaikanlage bei Hoyerswerda hin, die heuer im Februar ebenfalls mit Verspätung ans Netz ging. "Wenn es wärmer ist, vielleicht im Mai, wird es noch ein offizielles Fest zur Einweihung geben", hat Fürst vor Augen. Dann werden sich bestimmt auch die Anteilseigner einfinden. Direkt aus Elfershausen ist etwa die Hälfte, also 34 davon. "Es gibt Mitglieder, die wesentlich in mehr als nur ein Anteilspaket investierten", bestätigt Fürst. Zu 80 Prozent komme das Investitionsgeld aus der näheren Region.




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