Münnerstadt
Heimatspielhaus

Die Madonna wacht über den Anger

Das Heimatspielhaus in Münnerstadt ist ein bedeutendes historisches Gebäude, aber auch ein unverzichtbarer Bestandteil der Festspielkulisse. Die Madonna gehört dabei unbedingt dazu.
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Stefan Lochner hebt die Muttergottes in das Kapellchen, während Norbert Düring die letzten Schrauben festdreht.Fotos: Heike Beudert
Stefan Lochner hebt die Muttergottes in das Kapellchen, während Norbert Düring die letzten Schrauben festdreht.Fotos: Heike Beudert
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Die Fassade am Heimatspielhaus ist jetzt komplett. Mitglieder der Heimatspielgemeinde haben das sanierte Muttergotteskapellchen samt Madonna über dem Torbogen angebracht. Dieses Kapellchen gibt es vermutlich seit 1929 an der Fassade. Die Madonna könnte schon älter sein.

Ab 1927 gibt es nachweislich eine Madonna am Heimatspielhaus. Ob es die heutige ist, lässt sich nicht mehr genau sagen. "Die alten Fotografien sind sehr unscharf", erklärt Bruno Eckert. Auf den Bildern ist eine Muttergottes zu sehen, die rechts und links zwei Engel hat. Sie sieht der heutigen Version sehr ähnlich. Heute fehlen aber die Engel. Auf einer Postkarte, vermutlich aus dem Jahr 1928, gibt es die Umhausung der Muttergottes noch nicht. "Ab 1929 war sie auf jeden Fall dran", sagt Eckert. Bei der Sanierung des Kapellchens sind auch zwei Namen aufgetaucht. So hat Josef Hiller an der Umhausung gearbeitet und die Schnitzarbeiten hat Baptist Scheuring ausgeführt.

Die Spenglerei Hiller hat jetzt, mehr als 80 Jahre später, wieder Spenglerarbeiten am Kapellchen ausgeführt. Restaurator Stefan Lochner hat die Ausbesserungsarbeiten an der Madonna selbst und am Spiegelkranz des Kapellchens übernommen. Er habe beispielsweise die Farben an der Madonna aufgefrischt. Auch der Metallspiegel für den Strahlenkranz am Kapellchen sei von ihm gemacht worden, erläutert der Restaurator auf Anfrage. Dieser gibt der Madonna jetzt mehr Licht.

Schlechte Wetterprognose

Der Torbogen des Heimatspielhauses ist seit Beginn des Heimatspieles im Jahr 1927 wichtiger Teil der Kulisse. Vermutlich deshalb kamen auch die bezinnten Türmchen Ende der 1920er Jahre hinzu. Man habe mit diesem Schritt das Stadtwappen der Stadt Münnerstadt auf die Kulisse des Heimatspielhauses übertragen, erläutert Bruno Eckert.
Die Kulisse ist jetzt perfekt. Was für die Heimatspielsaison noch fehlt, ist ausreichend Schwarzpulver, um die Kanonen zu befeuern. Die Lieferung ist geordet. Für den ersten Spieltag hat Bruno Eckert noch genügend Vorrat. Wenn das Pulver nicht bald kommt, müsse er am zweiten Spieltag womöglich "Bumm" sagen, meint er scherzhaft.
Obwohl: Zum Scherzen ist Bruno Eckert momentan gar nicht so sehr aufgelegt. Der Wetterbericht hat sich für Sonntag deutlich verschlechtert. "Ich hab mich vorhin fürchterlich geärgert", kommentiert er am Donnerstagfrüh die Vorhersage. Denn nicht nur das Heimatspiel hängt ja davon ab, sondern auch der geplante Festbetrieb im Schlosshof.
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