Bad Kissingen
Versammlung

Die Kosten steigen

Hohe Verarbeitungskosten und weniger Erlös: Der Zweckverband Tierkörperverwertung erwartet höhere Abschläge.
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Premiere im neuen Landratsamtsgebäude: Der unterfränkische Zweckverband Tierkörperverwertung weihte mit seiner Versammlung den Sitzungssaal im neuen Haus C ein  Foto: Sigismund von Dobschütz
Premiere im neuen Landratsamtsgebäude: Der unterfränkische Zweckverband Tierkörperverwertung weihte mit seiner Versammlung den Sitzungssaal im neuen Haus C ein Foto: Sigismund von Dobschütz

Keine Besonderheiten sind heuer für den Zweckverband Tierkörperverwertung Unterfranken (TKVU) zu erwarten. Dies berichtete Geschäftsleiter Christian Metz unter Vorsitz von Landrat Thomas Bold (CSU) den Verbandsmitgliedern am Freitag in ihrer Versammlung. Der Verwaltungshaushalt schließt mit knapp 2,8 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 100 000 Euro ab. Die Verbandsumlage wird für das laufende Geschäftsjahr auf 636 000 Euro gesenkt. Die finanzielle Lage des Zweckverbandes bezeichnete der Geschäftsleiter als sehr gut. Die allgemeine Rücklage summierte sich 2018 auf 634 000 Euro und "bildet eine ausreichende Basis für die anstehenden Aufgaben", zeigte sich Metz zufrieden.

Der Zweckverband TKVU hat die Aufgabe, für seine Verbandsmitglieder Stadt Schweinfurt, Stadt Würzburg sowie die Landkreise Bad Kissingen, Hassberge, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg die in ihren Gebieten anfallenden Tierkörper und tierischen Nebenprodukte zu beseitigen. Diese werden zwar, so berichtete der Geschäftsleiter, mit eigenen Sammelfahrzeugen abgeholt, doch deren Verarbeitung wird im Betrieb des Zweckverbandes Nordbayern in Walsdorf bei Bamberg vorgenommen.

Menge unverändert

Im Bereich ganzer Tierkörper wird heuer mit einem im Vergleich zum Vorjahr unveränderten Mengenanfall gerechnet. 2018 wurden fast 3700 Tonnen an Tierkörpern verarbeitet. Dies entsprach einer Steigerung um 120 Tonnen gegenüber 2017 und einem Anteil von 56 Prozent an der Gesamtmenge des tierischen Rohmaterials. Die Haushaltsplanung 2019 sieht in diesem Sektor einen Fehlbetrag von 415 500 Euro vor, der durch die Verbandsumlage auszugleichen ist. Auch im Bereich der Tierkörperteile wird heuer von einem unveränderten Mengenaufkommen ausgegangen, weshalb in der Haushaltsplanung fast 2900 Tonnen oder 44 Prozent der zu verarbeitenden Gesamtmenge kalkuliert sind. Der sich daraus errechnete Fehlbetrag von über 22 000 Euro soll durch eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage ausgeglichen werden. So kann ein Teil der Überschüsse aus 2017 heuer an die Gebührenzahler wieder zurückgegeben werden.

Gestiegene Energiekosten

"Mit 6600 Tonnen tierischer Körper und Körperteile wurde 2018 ein neuer Höchststand seit 2011 erreicht", informierte Metz. Für deren Verarbeitung hatte der zuständige Zweckverband Nordbayern im ersten Halbjahr 2018 einen bereits gegenüber 2017 deutlich erhöhten Abschlag von 75 Euro pro Tonne verlangt. Doch wegen weiter gestiegener Energiekosten und der "zum damaligen Zeitpunkt sehr schlechten Lage auf den Absatzmärkten für tierische Fette und insbesondere für Tiermehl", nannte Geschäftsleiter Christian Metz den Grund, habe sich der nordbayerische Zweckverband gezwungen gesehen, die Abschlagszahlungen im Juli sogar auf 80 Euro pro Tonne zu erhöhen. Nur wegen der 2018 angewachsenen Rücklage können 2019 die Gebühren für Abholung und Beseitigung der sonstigen tierischen Nebenprodukte noch gehalten werden.

Doch 2020 werde auch der Zweckverband Unterfranken gezwungen sein, die höheren Kosten an die Gebührenzahler weiterzugeben, sollte sich bis dahin die Erlössituation im Bereich Tierfette und Tiermehl nicht verbessern und die Verarbeitungskosten nicht wieder sinken.

Keine Einwände

Nachdem es seitens der Prüfer keine Einwände zur Jahresrechnung 2017 gegeben hatte, wurde sie auch von der Verbandsversammlung einstimmig genehmigt ebenso wie die von Christian Metz vorgelegte Jahresrechnung 2018, die mit 3,1 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 330 000 Euro im Vermögenshaushalt abschloss. Diese 330 000 Euro sind Verrechnungen aus dem Verwaltungshaushalt, wurden über den Vermögenshaushalt der allgemeinen Rücklage zugeführt und sollen 2019 zum Ausgleich höherer Verarbeitungskosten dienen, um 2019 die Gebühren noch stabil halten zu können.

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