Zugleich ist in den Reihen der Belegschaft schon ein wenig Aufbruchstimmung zu erkennen. Die anfängliche Skepsis ist inzwischen der Erkenntnis gewichen, dass eine Verlegung des Unternehmens vor die Tore von Westheim die einzige Möglichkeit ist, weiter zu expandieren. In Arnstein platzt alles aus den Nähten.

"Die rund 30 Kilometer an einfacher Strecke nach Westheim sind zu schaffen", sagt Walter Kimmel. Er arbeitet in der Schlauchfertigung und gehört seit über 20 Jahren zum bewährten Mitarbeiterstamm des Unternehmens. "Klar, Arnstein liegt vor der Haustüre. Daran haben wir uns gewöhnt", lässt er durchblicken, dass die künftige Fahrerei natürlich eine Mehrbelastung sein wird. Auch für Bayern-München-Fan Vincent Albert ist es das Wichtigste, den Arbeitsplatz zu erhalten und zu sichern. "Dafür fahre ich gerne auch nach Westheim."

Fast alle Mitarbeiter verlegen nach Westheim


Geschäftsführer Hans-Dieter Böhmer, seit 45 Jahren in dem einstigen Familienunternehmen tätig, kann nach dem Umzug auf nahezu alle seine Mitstreiter zählen. "Das erleichtert uns den Start dort." Böhmer wollte nicht ausschließen, dass bei weiterhin guter Auftragslage weiteres Personal benötigt werde. "Die ersten Bewerbungen aus dem Hammelburger Bereich liegen mir inzwischen vor."
Im Augenblick laufen die Vorbereitungen für die Erweiterung der Gebäude auf dem Ex-Brachot-Grundstück im Gewerbepark Saaletal. So schnell wie möglich soll ein neues Gebäude für die Auslieferung an die von Brachot übernommene Halle angebaut werden. In einem weiteren neuen Gebäudeteil wird die Schlauchfertigung etabliert. "Das wird eines unserer Vorzeigestücke werden", schwärmt Böhmer von der Umsetzung der auf dem Reißbrett längst fertigen Pläne. Die Bauausschreibung ist gemacht, nun gehen die Angebote der Firmen ein. Spätestens Ende Februar sollen die Erweiterungsbauten entstehen. Die Schmitter Hydraulik GmbH investiert rund 4,5 Millionen Euro in die Verlagerung des Unternehmens nach Westheim.

Hier kennt der Chef noch jeden Mitarbeiter mit Namen


Beim Gang durch das Unternehmen in Arnstein fällt auf, dass der Chef jeden Beschäftigten beim Namen kennt. Das Betriebsklima scheint gut zu sein. Auch die gesamte Geräuschkulisse ist erstaunlich gering. "Bei uns gibt es keine lauten Maschinen", verdeutlicht Böhmer. "Außerdem sind wir kein Schichtbetrieb, sondern arbeiten nur tagsüber." Alles deutet auf einvernehmliche, gut nachbarschaftliche Beziehungen hin.
Die Schmitter Hydraulik GmbH versteht sich als Großhandel für Hydrauliksysteme, Verbindungstechniken, Ventile mit Zubehör Schlauchleitungen für Hydraulik. Zum Sortiment gehören außerdem Verbindungen für Druckluftbremsanlagen und Niederdrucksysteme. "Rund 80 Prozent unserer Kunden sind in Deutschland zu Hause." Der Jahresumsatz 2010 belief sich auf rund 14 Millionen Euro. "Tendenz steigend", informiert der Geschäftsführer.

Bald ein wenig kürzer treten


Sobald die Firma nach Westheim umgesiedelt ist und der "Laden" dort läuft, möchte der Endsechziger Böhmer etwas kürzer treten. Mit Tochter Theresa Meder als Leiterin der Personalabteilung und Schwiegersohn Andreas, Leiter des Vertriebs, beide in Gauaschach zu Hause, steht die künftige Generation der Unternehmensführung bereits in den Startlöchern.