Burkardroth
Versorgung

Die Allianz Kissinger Bogen setzt das Bürgerprojekt Gemüsekorb allianzweit um

Der Grüne Markt in Burkardroth ist Geschichte. Das Gemüsekorb-Abo füllte die Lücke. Das Projekt wird jetzt in der Allianz Kissinger Bogen umgesetzt.
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Die Bürgermeister der Allianz unterstützen das Projekt (von links) Harald Hofmann (CSU, Nüdlingen), Waldemar Bug (ödp, Burkardroth), Andreas Sandwall (CSU, Bad Bocklet) und Gotthard Schlereth (CSU/FW, Oberthulba). Foto: Stephanie Kunder
Die Bürgermeister der Allianz unterstützen das Projekt (von links) Harald Hofmann (CSU, Nüdlingen), Waldemar Bug (ödp, Burkardroth), Andreas Sandwall (CSU, Bad Bocklet) und Gotthard Schlereth (CSU/FW, Oberthulba). Foto: Stephanie Kunder

Gerade für den ländlichen Raum ist die Nahversorgung ein Thema. Im Landkreis Bad Kissingen finden sich einige Initiativen und Projekte, die die Bürger mit Lebensmitteln versorgen sollen. Sei es der Premicher Dorfladen, über den aktuell debattiert wird, oder aber das Projekt Gemüsekorb, das bei der Bürgerversammlung im Premicher Pfarrheim zur Sprache kam. Dahinter verbirgt sich ein Abonnement für Bio-Gemüse aus der Region. Was im Herbst 2018 in Nüdlingen, Burkardroth und Oberthulba startete, findet jetzt in größerem Rahmen Anklang, verkündete Bürgermeister Waldemar Bug (ödp). "Das Projekt wird im März 2019 fortgeführt, und seit neuestem ist mit Bad Bocklet die komplette Allianz Kissinger Bogen dabei."

Lücken füllen

Initiiert hat das Projekt Kathrin Wehner aus Gefäll. "In Burkardroth ist Ende 2017 der grüne Markt weggefallen", sagt sie rückblickend. Die Nachfrage sei zu gering gewesen. Die Gefällerin reagierte: "Deshalb bin ich auf die Managerin der Allianz zugegangen und habe ihr mein Problem geschildert." Die Initiative um den Gemüsekorb war geboren. Wehner machte sich auf die Suche nach regionalen Landwirten. Fündig wurde sie beim Landhof Pfülb in Fuchsstadt. Weil dieser nur den Abhof-Verkauf anbietet, organisierte die Projektgruppe für die Testphase von September bis Dezember vergangenen Jahres die Belieferung der Abonnenten. Daran war unter anderem Edgar Thomas aus Nüdlingen beteiligt. "Manche Lieferungen mussten über Fuchsstadt bis nach Burkardroth", sagt Beata Schmäling, die Allianzmanagerin.

"Wir wollen damit die Regionalität in die Orte bringen", erklärt sie. Das Konzept stieß auf positive Resonanz bei den Bürgern. In der Testphase des vergangenen Jahres abonnierten bereits 160 Bürger den Gemüsekorb. "Fast alle waren sehr zufrieden", sagt Schmäling. Dies zeige unter anderem das positive Feedback der Bewertungsbögen. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, das Projekt fortzuführen und auszuweiten.

"Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte. Da passt es wenn wir das als Allianz-Thema angehen", sagt Andreas Sandwall (CSU), Bürgermeister des Marktes Bad Bocklet. Das Projekt treffe den Zeitgeist. "Die Leute wollen ökologisch angebaute Lebensmittel aus der Region und Nachhaltigkeit." Das gelingt unter anderem durch die Vermeidung von Plastikmüll.

Wechsel des Landwirts

Das gewachsene Versorgungsgebiet stellte die Projektgruppe vor Herausforderungen. "Dadurch war die Nachfrage zu groß für den bisherigen Zulieferer", informierte Bug bei der Bürgerversammlung. "Deshalb mussten wir auf einen Sennfelder Bio-Bauern ausgewichen." Allerdings hat auch der Naturlandhof seine Grenzen. "Es können maximal 200 Bürger den Gemüsekorb abonnieren - ansonsten gibt es Versorgungsengpässe", informiert Schmäling. Außerdem musste für das aktuelle Jahr die Belieferung der Abonnenten eingestellt werden. "Das ist aus logistischen Gründen jetzt nicht mehr möglich."

Allerdings hat sich die Projektgruppe eine Alternative überlegt. "Wir haben das Netz der Abholstellen erweitert", sagt Schmäling. Zu den drei alten Abholstellen in Oberthulba, Burkardroth und Nüdlingen kommen jetzt vier neue in Thulba, Gefäll, Lauter und Bad Bocklet.

Verantwortung tragen

Neu ist auch die Verbindung des Gemüsekorbs mit dem Projekt Grüngitter. Ziel des Grüngitters ist es, Lebensräume für bedrohte Arten und Biotopverbunde zu schaffen. "Für jeden, der den Gemüsekorb abonniert, wird ein Quadratmeter Blühfläche angelegt", informiert Edgar Thomas, einer der Mitorganisatoren des Gemüsekorbs. "Damit reagieren wir auf die aktuelle Diskussion des Artensterbens und setzen ein Zeichen dafür, dass jeder Verantwortung für die Natur trägt."

Vergrößerung möglich

Laut Schmäling wäre nach 2019 eine Fortführung des Projekts denkbar. "Allerdings müssen wir dann schauen, wie es mit dem ehrenamtlichen Engagement weitergeht. Auch die Suche nach Fördermitteln könnte eine Option sein", sagt Schmäling. Davon ließe sich beispielsweise ein Lieferwagen anschaffen. "Die Produktpalette wäre ausbaubar, so dass nicht nur Gemüse verkauft wird, sondern auch Honig oder Eier." Allerdings bringe das Herausforderungen mit sich. "Rhöner Landwirte haben es schwer sich zu beteiligen." Gründe dafür liegen laut der Allianzmanagerin an den kargen Böden vor Ort und der Bewässerung. "In der Rhön haben wir diesbezüglich nicht die Möglichkeiten wie etwa in Sennfeld." Dennoch seien bereits Ansätze vorhanden, bei denen es sich lohnen würde diese weiterzudenken.

Hintergrund

Gemüsekorb Das Projekt wird ab März 2019 fortgeführt. Der Korb steht alle 14 Tage zur Abholung bereit. Wie auch in der Testphase gibt es zwei verschiedene Gemüsekorbgrößen, aus denen Abonnenten wählen können. Der Kleine kostet zehn Euro und ist für ein bis zwei Personen ausgelegt. Der große Korb kostet fünfzehn Euro und ist für drei bis vier Personen gedacht. Gefüllt sind die Körbe mit saisonalem Gemüse. Außerdem gibt es zubuchbare Lieferungen. Alle 28 Tage kann der Gemüsekorb um Zwiebeln, Kartoffeln und Äpfel erweitert werden. Die Bestellung des Gemüsekorbs kann telefonisch über die 0160 5502 081 oder mit einer E-Mail an bestellung@soschmecktdierhoen.de erfolgen.

Abholorte Abonnenten können ihre Gemüsekörbe an sieben Abholstellen beziehen. Ab dem 15. März stehen die Körbe in Bad Bocklet im Bockleter Lädle, Von-Hutten-Straße 7, bei der Metzgerei Weigand, Obererthaler Straße 19, in Thulba und bei der Blumen- und Kranzbinderei Egid Gärtner, Hintere Torstraße 6 bereit. Ab dem 23. Märzkönnen Gemüsekörbe bei Silvia Metz, am Schubertsgarten 6, in Wollbach, bei Kathrin Wehner, Seebachstraße 5, in Gefäll, bei der Gärtnerei Hartmann, Madonnastraße 31, in Lauter und im Dorfladen-Projekt-Direkt, Brunnengasse 11, in Nüdlingen abgeholt werden.

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