Bad Kissingen
Senioren

Dialog der Generationen

Jugendliche testen den Umgang mit Rollatoren
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Edgar Kast (von links), Niclas Brand, Kira Albert, Marielle-Cecile Heyder, Marie Wiegand, Ann-Kathrin Schmidt, Lea Riemann, Birgit Wikstrom und Matthias Albert sowie vorn Kimberly Rottenberger bei dem Rollatorenkurs.  Foto: Hans Hanna
Edgar Kast (von links), Niclas Brand, Kira Albert, Marielle-Cecile Heyder, Marie Wiegand, Ann-Kathrin Schmidt, Lea Riemann, Birgit Wikstrom und Matthias Albert sowie vorn Kimberly Rottenberger bei dem Rollatorenkurs. Foto: Hans Hanna

Auch in diesem Schuljahr wird das Projekt "Seniorenheim - Dialog der Generationen" an der Anton-Kliegl-Mittelschule angeboten. Die Leitung haben Ann-Kathrin Schmidt (Jugendsozialarbeiterin, gfi gGmbH) und Birgit Wikstrom (Religionslehrerin, Bistum Würzburg). Während des Projektes absolvieren Schüler 14-tägige Besuchsdienste im Caritas Seniorenzentrum St. Elisabeth. Dabei spielen sie Brett-, Merk- und Denkspiele mit den Senioren. Beide Generationen kommen ins Gespräch über das Leben früher und heute.

Fähigkeiten trainieren

Ziel der Besuchsdienste ist zum einen, dass die Senioren ihre geistigen und motorischen Fähigkeiten trainieren können. Zum anderen sollen die Jugendlichen soziale Kompetenzen entwickeln und verbessern. In der Adventszeit haben die Schülerinnern und Schüler mit den Senioren Plätzchen gebacken. Anschließend wurden diese bei einem gemütlichen Zusammensein geknabbert. Die Schülerinnen und Schüler hörten Erzählungen, wie die Senioren früher Weihnachten gefeiert haben.

Wie bereits im vergangenen Schuljahr wurde erneut ein Rollator-Kurs für die Schülerinnen und Schüler angeboten. Die Idee dazu stammt von Edgar Kast von der Kreisverkehrswacht Bad Kissingen. Kinder sehen oft, wie sich ihre Großeltern oder Nachbarn mit dem Rollator sehr schwer tun. Aber nicht nur das - der Bordstein, defekte Bremsen, Schmerzen in der Haltung, Unsicherheit in der Nutzung - überall können Hindernisse oder Hemmnisse lauern, die Außenstehende nicht als solche wahrnehmen. Manchmal führen diese zur Isolation älterer Menschen, weil es zu mühsam wird, aus dem Haus zu gehen.

"Vereinsamung durch Unsicherheiten in der Nutzung von Rollatoren und Ängste im Verkehr?" Das kann nicht sein, dachte sich Edgar Kast und erfand den "Rollator-Mobilitätsberater". Gemeinsam mit dem Sanitätshaus Traub und Reha-Techniker Matthias Albert sowie dem Projekt "Seniorenheim - Dialog der Generationen" an der Anton-Kliegl-Mittelschule wurden Partner für die Umsetzung gefunden. Oma, Opa oder älteren Menschen aus der Nachbarschaft die Unsicherheiten nehmen, zeigen welche Unterstützungen es gibt, helfen Hemmnisse zu überwinden, das sind die Aufgaben des jungen "Mobilitätsberaters".

Doch geht es Kast und Schmidt nicht nur um aktive Sorge, damit ältere Menschen mobil bleiben, auch die Achtsamkeit im Verkehr gegenüber Senioren soll gestärkt werden. Mit viel Freude und Spaß nahmen die Schüler an dem Perspektivwechsel im aufgebauten Hindernisparcours der Kreisverkehrswacht teil und versuchten, sicher mit dem Rollator von A nach B zu kommen. "In der heutigen alternden Gesellschaft ist es doch für alle Kinder und Jugendlichen von großem Vorteil, wenn sie wissen, welche Probleme Senioren mit ihrem Rollator auf den Gehwegen, holprigen Straßen, hohen Bordsteinen und Treppen haben", sagte Edgar Kast. Wenn sie es selbst ausprobieren, trage das zur gegenseitigen Rücksichtnahme bei. Nach Theorie, Technikpraxis und eigenem Erleben bekamen die Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss als "Rollator-Mobilitätsberater".

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