Vor Ort, im Innenhof der Unteren Saline, treffen sich drei Mann der Runde: Herbert Schmidt, Jürgen Fleckenstein und Herbert Howert. Immer wieder sind sie an der Unteren Saline vorbeigelaufen und -geradelt, haben sich gefragt, was man aus diesem Komplex machen könnte.
Noch sind sie und drei weitere Mitstreiter am Anfang ihrer Überlegungen, wollen das Mögliche ausloten. Doch so viel glauben sie schon zu wissen: "Es ist ein enormes Potenzial da," sagt Herbert Schmidt. Eine große Zahl von Gästen besuche das benachbarte Gradierwerk, schaue in den Innenhof der Unteren Saline hinein. "Ich habe beobachtet, dass da gerne fotografiert wird," so Schmidt.
Dem Trio schwebt ein Museums- und Wohnkomplex vor. Kein totes Museum, und nicht das x-te Heimatmuseum, sondern eines, das an die Salzgewinnung in Bad Kissingen erinnert, das Bezug zur Vergangenheit der Unteren Saline hat.
Aus der Schlosserei, der Schmiede und der Schreinerei, konnten lebendige Werkstätten entstehen, schwärmen die drei Herren. Diese Werkstätten könnten während der Saison auf ehrenamtlicher Basis betrieben werden. "Es würde mir Spaß machen, am Amboss zu klopfen," ist Schmidt sich sicher.
Außerdem sollte man versuchen, die Sudanlage wieder in Betrieb zu nehmen, ergänzt Jürgen Fleckenstein. Er hat Bad Kissingen zu seinem Altersruhesitz auserkoren, war einmal Chemiker. Ihn interessiert, wie hier einmal Salz gewonnen wurde: "Die Salzsiederei mit all ihren Gerätschaften ist einmalig."
Gegenüber der Siederei steht - noch - die ehemalige Wäscherei. Sie steht im Gegensatz zum restlichen Ensemble nicht unter Denkmalschutz, das Dach ist teilweise eingestürzt. Hier können sich Schmidt, Fleckenstein und Howert trotzdem einen Multifunktionsraum, zum Beispiel für Ausstellungen und Umwelt-Bildungsprojekte, vorstellen. Dazu eine Erfrischungsstation für Radler und Wanderer.
Sie wissen von den Arbeiten Coburger Studenten, die der Förderverein Untere Saline initiiert hat. Die Studenten haben sich Gedanken gemacht, was aus dem Komplex entstehen könnte. Allerdings hätten die jungen Leute laut Hebert Schmidt den ganzheitlichen Gesundheits- und Tourismus-Ansatz außer Auge gelassen. Die Untere Saline sei kein Ort für Hotels und Akademien, hier solle gezeigt werden, was einmal war.
Natürlich habe der Förderverein gute Gedanken zur Zukunft der Unteren Saline entwickelt. Deshalb wolle man sich auch mit dem Verein zusammensetzen. Denn, so Schmidt: "Die Untere Saline ist ein ungeschliffener Diamant im Diadem Bad Kissingen."

Bürger-Projekt


Dass hier Millionen investiert werden müssten, wissen die Herren. Sie denken über ein "Projekt der Bürger" nach. Herbert Schmidt: "Wenn wir die Herzen der Kissinger haben, könnten wir ein Sponsorenprojekt in Form einer Genossenschaft bekommen."
Zuerst müsste der Staat als Eigentümer das Dach des nördlichen Flügels sanieren, sagen die drei Herren. Dann sei denkbar, dass der Förderverein, eine Genossenschaft oder ein Privatmann den Komplex kauft, den der Freistaat demnächst via Internet anbieten will. Um dort anzufangen, wo die Bausubstanz am nötigsten Hilfe braucht.
Und: Schmidt, Fleckenstein und Howert suchen weitere Mitstreiter. Interessenten können sich melden bei Jürgen Fleckenstein unter der Rufnummer 0971/ 7283152 oder bei Herbert Schmidt, Tel.: 015111052881.