Ebenhausen
Jubiläumsfest

Der Sound hat sich verändert

50 Jahre Spielmannszug des FCSH Ebenhausen: Das wird am Samstag, 14. und Sonntag, 15. Juli gefeiert.
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Einer der ersten Auftritte des Spielmannszuges (noch  ohne einheitliche Uniform) 1970 im ehemaligen Saalbau Karch.Archiv/Faschingsclub Selbsthilfe Ebenhausen
Einer der ersten Auftritte des Spielmannszuges (noch ohne einheitliche Uniform) 1970 im ehemaligen Saalbau Karch.Archiv/Faschingsclub Selbsthilfe Ebenhausen
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Aller Anfang ist schwer - auch für den Faschingsclub Selbsthilfe Ebenhausen war das so: Gegründet im Jahr 1965 stellte sich beim Faschingsclub schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kapelle ein, die bei Faschingsumzug und Büttensitzungen ein musikalischer Begleiter sein sollte. Zur damaligen Zeit war eines der Hauptprobleme die Finanzierung eines solchen Projektes, und so bedurfte es einer Initialzündung für das Vorhaben: Vereinsmitglied Karl Hannwacker gab das Versprechen, eine Lyra zu stiften, wenn die Vereinsführung es schaffte, einen Spielmannszug auf die Beine zu stellen.

Dies spornte natürlich enorm an und führte dazu, dass am 24. Juni 1969 unter Musiklehrer Adi Braun die erste Musikprobe mit sage und schreibe 64 begeisterten Spielleuten stattfand. Bereits ein halbes Jahr später, in der Faschingssession 1970, hatte die Kapelle unter Tambourmajor Egon Endres ihren ersten öffentlichen Auftritt. Nach dem Tod von Musiklehrer Adi Braun verpflichtete der Faschingsclub Ebenhausen 1971 Walter Oestreicher als dessen Nachfolger. So ging es weiter aufwärts mit der musikalischen Entwicklung des Spielmannszuges. Und nachdem Karl Hannwacker sah, was sich seit 1969 aus der Anfangsidee entwickelt hatte, ließ er, obwohl er schon die Lyra gestiftet hatte, auch noch eine Standarte anfertigen, die noch heute bei den Auftritten der Kapelle zu sehen ist.

Ein Eckpunkt in der Geschichte des Spielmannszuges ist die 1977 erfolgte Einkleidung mit einer neuen Uniform. Beraten vom damaligen Bezirksheimatpfleger wählte man eine bunte Uniform, gehalten in den Vereinsfarben Gelb, Blau und Weiß, die der Bekleidung der Landsknechte im Dreißigjährigen Krieg ähnelt. Ein Höhepunkt für den Verein und insbesondere für den Spielmannszug war 1979 die Austragung des 3. Bundestreffens der Spielmannszüge im Nordbayerischen Musikbund, bei dem über 2000 Spielleute in Ebenhausen zum zehnjährigen Bestehen der Kapelle begrüßt wurden. Das 30-jährige Bestehen seines Spielmannszuges feierte der Faschingsclub 1999 mit einem großen Kreismusikfest, mit einem Festumzug mit beachtlichen 50 Gruppen und viertägigem Festbetrieb.

Heute, weitere 20 Jahre später, liegt die Leitung des Spielmannszuges in den Händen von Andreas Neeb, zuständig für die Schlagzeuger ist Dominic Wells. Auch das Repertoire der Kapelle hat sich gewandelt: neben traditioneller Spielmanns- und Marschmusik werden Stimmungsmusik und aktuelle Schlager gespielt, insbesondere in der Faschingszeit. Man kann deutlich hören, dass sich der Sound verändert hat. Es gibt zwar nach wie vor die typischen Piccoloflöten, Fanfaren und Trompeten, doch neben der kleinen und großen Trommel kommen heute viel mehr Schlagwerk- und Percussion-Instrumente zum Einsatz. Besonders sehens- und hörenswert sind die sogenannten Timtoms, Trommelsets zum Umhängen, die für den typischen Sound sorgen. Bei einem so breiten Spektrum an Instrumenten scheint es nicht schwierig, dass alle Spielleute im Alter von 15 bis 60 Jahren das Passende für sich finden.

Von Anfang an, seit 1969, dabei ist der Trommler Franz Koch, der mit seinen 60 Jahren das älteste Mitglied des Spielmannszuges ist. "Aufhören kann jeder, dabeibleiben ist viel schwieriger", meint Franz Koch, der in der Gruppe vor allem den Spaß an der Musik und die gute Gemeinschaft schätzt.

Auf dem vereinseigenen Festgelände in der Brückenstraße wird am Wochenende der 50. Geburtstag des Spielmannszuges gefeiert: Los geht's am Samstag, 14. Juli, ab 20 Uhr mit einer Beachparty mit DJ Chris Night. Am Sonntag, 15. Juli, beginnt der Festbetrieb um 11 Uhr, ab 11.30 Uhr spielen die "Biermusikanten" zum Frühschoppen auf. Mittagessen wird ab 12 Uhr aufgetischt. Ab 13 Uhr entführt der Spielmannszug zusammen mit den "Biermusikanten" das Publikum auf eine Zeitreise durch die letzten 50 Jahre. Abgelöst werden sie um 17 Uhr durch die "Werrnhupfer", die bis zum Festende unterhalten.

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