Münnerstadt
Geburtstag

Der richtige Mann für das Vereinsleben

Stadtrat Otto Kiesel ist 75 Jahre alt. Seit mehr als 50 Jahren ist er ein Aktivposten des öffentlichen Lebens.
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Am Samstag, 28. September, feiert Otto Kiesl seinen 75. Geburtstag.
Am Samstag, 28. September, feiert Otto Kiesl seinen 75. Geburtstag.
Ein beschaulicher Lebensabend - das ist nichts für Otto Kiesel. Wenn er von seinen Ehrenämtern erzählt, könnte man meinen, Otto Kiesel hat mehr als 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Heute, an seinem 75. Geburtstag, gönnt er sich allerdings eine Auszeit. Er ist ausgeflogen - irgendwohin nach Oberbayern ist die Fahrt mit seiner Frau gegangen, um ganz gemütlich dieses Fest zu begehen.
Otto Kiesel steht seit Jahrzehnten für ehrenamtliches Engagement in Münnerstadt. "Vielleicht kann ich einfach nicht nein sagen", überlegt Otto Kiesel. Aber sein Einsatz war ihm auch nie eine Last. "Ich habe es immer gerne gemacht", sagt er - egal ob beim Roten Kreuz, bei Kolping, in der Kirchengemeinde, beim TSV, beim Helferverein des Juliusspitals, bei den Feldgeschworenen, in der Kommunalpolitik. Dort überall ist und war er aktiv.
Angefangen hat alles bereits in den 50er Jahren. Als junger Bursche stand er vor der Wahl zur Feuerwehr oder zum Roten Kreuz zu gehen. Die Wahl fiel auf das Rote Kreuz - eine Entscheidung, die Kiesel nie bereut hat. Fast zeitgleich mit dem Eintritt in das BRK kam auch das Engagement in der Kolpingfamilie. Beide Institutionen sind ihm bis heute unheimlich wichtig. Doch aktuell liege ihm besonders die Arbeit im Helferverein des Juliusspitals ganz besonders am Herzen, verrät er. "Man muss was tun", sagt er. "Von alleine kommen die Mitglieder nicht. 2003 war er Gründungsmitglied des Vereins. Mit 36 Mitgliedern habe man begonnen. Heute sind es 150.
Otto Kiesel erzählt, dass der Verein bereits über 50 000 Euro für Anschaffungen im Juliusspital spenden konnte.  Größte Anschaffung war ein Sicherheitssystem für Demenzkranke. "Das war mir ein besonderes Anliegen", erklärt Kiesel. Die Arbeit im Helferverein profitiert von Kiesels früherem Engagement beim BRK, beispielsweise wenn es darum geht, ein Auto für die Ausflüge mit den Senioren zu bekommen.Geschätzt wird sein Einsatz auch in der Juliusspitalstiftung, wo er Beirat ist.

Nachtwachen beim Roten Kreuz


Das Rote Kreuz hat Otto Kiesel geprägt. Seit über 50 Jahren ist er dabei. Er war lange Zeit stellvertretender Kolonnenführer, später Kassier. Und er war ehrenamtlicher Sanitäter. Bis 1977 schob er einmal wöchentlich Nachtwache, damals noch in der Zehntscheune. Sonntags war er auf dem Sportplatz und hat Sanitätsdienst gemacht. "Auf der Schwarzen Erde" - dem alten Sportplatz. "Das waren noch Zeiten", meint er. Ohne die Unterstützung seiner Frau, sagt er sichtlich gerührt, wäre das alles nicht möglich gewesen.

Aktiv in der Pfarrgemeinde


Ebenso wichtig wie die Rotkreuzarbeit war ihm immer die Kolpingsfamilie. Seit mehr als 40 Jahren ist er dort im Vorstand, 27 Jahre ist er jetzt Kassier. Die Hilfstransporte, die er ab 1981 nach Polen und ab 1993 nach Rumänien organisierte, haben die Münnerstädter Kolpingfamilie und den Namen Kiesel in ganz Unterfranken bekannt gemacht.
Auch die katholische Pfarrei profitiert bis heute vom Einsatz Otto Kiesels. 30 Jahre lang war er Mitglied der Kirchenverwaltung (bis 2000). Alleine 13 Jahre davon war er Kassier für den Kindergarten. "Das war schon viel Arbeit", erinnert er sich zurück, vor allem während der Zeit des Kindergartenbaus. Aber auch die große Restaurierung der Magdalenenkirche fiel in Kiesels Amtszeit. Heute ist er noch als Kommunionhelfer und Lektor aktiv.

Seit 1978 im Stadtrat


Bei so viel Engagement war der Schritt in die Kommunalpolitik fast eine logische Folge. Seit 40 Jahren ist er in der CSU. Er erinnert sich an den Wahlkampf, den er und weitere junge Münnerstädter damals für Ferdl Betzer organisiert hätten. 1972 schaffte Kiesel den Sprung ins Stadtparlament noch nicht. Doch seit 1978 ist er ununterbrochen im Stadtrat vertreten. Viele, viele Jahre war er Verkehrsreferent. Jetzt übt er das Amt des Altenreferenten aus.
Auch in jüngerer Zeit folgten neue Ämter. Seit 2002 ist Otto Kiesel Ortsobmann der Feldgeschworenen, seit 2004 noch Kreisobmann. Er ist verantwortlich für 21 Ortschaften, darunter ganz Münnerstadt, Nüdlingen und Maßbach.
Mitglied ist er im TSV und im Rhönklub. "Ich bin von einem in den anderen Verein gefallen", sagt Kiesel lachend.
Otto Kiesels Mühen haben in der Stadt sichtbare Spuren hinterlassen. Der Bauerngassenspielplatz ist eine davon. Gemeinsam mit anderen Eltern hat er dessen Errichtung vor mehr als 30 Jahren mit initiiert. "Die Einzäunung haben wir selber gemacht", erzählt er. "Den Rasen haben wir fast täglich gegossen". Immer wieder wurde die Anlage ergänzt. Das Geld kam unter anderem aus den Bauerngassenfesten - diese waren vor mehr als 20 Jahren äußerst beliebt. Seinen ersten Defibrillator hat das Rote Kreuz in Münnerstadt aus dem Erlös dieses Festes erhalten, erinnert sich Otto Kiesel.
Die Familie hat Kiesels Einsatz in der Öffentlichkeit immer mitgetragen. Sie werden heute die Gratulanten sein - seine Frau, die beiden Kinder mit ihren Ehepartnern und natürlich die vier Enkel.

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