Schwarz sind die Hemden, Hosen und Schuhe, dezent bunt die Krawatten und zumeist golden glitzern die Instrumente. In gekonnter Choreografie betreten die jungen Künstler die Bühne zugleich von zwei Seiten. Musikstudent Christian Steinlein kommt aus einem kleinen Dorf des Landkreises Schweinfurt. Der Tenorposaunist erlernte dieses Instrument während seiner Jugendzeit beim Musizieren in seiner heimatlichen Blaskapelle. "Lange bin ich dieser Kapelle treu geblieben, doch irgendwann habe ich doch mal über den musikalischen Tellerrand geblickt", verrät Steinlein. Da habe er Ausflüge in den Jazzbereich und in die Klassik unternommen.
"In Würzburg habe ich während meines Studiums eine gute Basis erhalten", bestätigt Steinlein. Er freue sich, dass auch seine Dozenten Lothar Schmitt und Norbert Daum das Konzert als kritische Zuhörer begleiten. "Jetzt bin ich im zehnten Semester und stehe kurz vor dem Studienabschluss", so Steinlein. Im Herbst werde er eine Arbeitsstelle in einer Schwarzwälder Musikschule antreten. "Diese Stellen wachsen leider nicht auf den Bäumen und man muss froh über angebotene Jobs sein", bedauert der Posaunist. Für die meisten Musikstudenten sei ein Platz im großen Orchester das Ziel. Bis zu 40 oder 50 Bewerber - auch aus dem deutschsprachigen Ausland - kämen da auf eine Orchesterstelle zu.

Kein Konkurrenzdenken


Unter den jetzt angetretenen Posaunisten von der Würzburger Musikhochschule mit Beteiligung von Studenten aus verschiedenen Semestern herrschte aber offensichtlich kein Konkurrenzdenken sondern viel mehr die Harmonie der Gemeinsamkeit im Team. Steinlein: "Die Bläser sind ganz allgemein ein geselliges Völkchen". Auch nach der Musik sitze man noch gerne gemütlich zusammen.
Geboten wurde im Konzert die gesamte Klangbreite des Posaunenspiels mit unterschiedlich großen Instrumenten, angefangen von den Tonlagen Alt, Tenor bis hin zum Bass und Kontrabass. Eine gehörige Bandbreite gab es auch bei der Notenliteratur, nämlich vom Ave Maria des Renaissance-Komponisten Thomas Luis Victoria und barocken Antonio Vivaldi über den romantischen Anton Bruckner bis hin zur Moderne der zeitgenössischen Komponisten John Stevens und Harold Moyer. Als Zugabe ertönte eine Eigenkomposition des teilnehmenden Musikstudenten Yuzo Soma.
Kuno Holzheimer, der künstlerische Leiter der Musikakademie, spielt selbst Posaune. "Ich bin begeistert von diesem Konzert", verrät er. Der Große Saal sei bestens für solche Klangerlebnisse geeignet, blickt Holzheimer nach oben auf die hohe Holzdachkonstruktion. "Bei einer ebenen Zimmerdecke wäre man vermutlich vor der deftigen Akustik davon gelaufen.". Er sei von der musikalischen Leistung dieser Studenten beeindruckt, sagt Holzheimer.
Zufrieden mit dem Konzert war schließlich auch Konzertleiter Kraft. "Für den weiteren musikalischen Weg mit Konzerten in der Öffentlichkeit ist es wichtig, dass wir noch während der Studienzeit möglichst viele Foren nutzen können", ist Kraft froh über Konzertauftritte in der Musikakademie, die es für frühere Studenten schon dort gab. "Für mich ist die Posaune ein Musikinstrument, das der menschlichen Stimme sehr nahe kommt", meint Kraft.