Bad Kissingen
Arbeitsmarkt

Der Höchststand im Kreis Kissingen ist erreicht

Der Minustrend hat sich abgeschwächt. "Nach dem deutlichen Anstieg im Januar gab es bei den Arbeitslosenzahlen im Februar nur eine leichte Zunahme", sagte Thomas Stelzer, Chef der Agentur für Arbeit in Schweinfurt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kissinger Außenstelle der Agentur für Arbeit registriert zwar noch geringfügig steigende Arbeitslosenzahlen. Aber nach Aussagen der Arbeitsmarktexperten kündigt sich eine Trendwende an. Foto: Edgar Bartl
Die Kissinger Außenstelle der Agentur für Arbeit registriert zwar noch geringfügig steigende Arbeitslosenzahlen. Aber nach Aussagen der Arbeitsmarktexperten kündigt sich eine Trendwende an. Foto: Edgar Bartl
+2 Bilder
Wie üblich unterscheiden sich die beiden Wintermonate Januar und Februar nur geringfügig. Die Arbeitslosenquote stieg im Gesamtbezirk Schweinfurt von 4,2 Prozent im Januar auf 4,3 Prozent im Februar. Mit 10 265 Betroffenen waren 246 Arbeitnehmer mehr ohne Beschäftigung als im ersten Monat des Jahres. "Im Februar gab es recht wenig Bewegung auf dem Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön", stellte Thomas Stelzer fest. Im Februar 2013 wurden 586 Arbeitslose mehr gezählt als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 4,1 Prozent, also 0,2 Prozentpunkte niedriger als im aktuellen Berichtsmonat.

Sinkende Zahl der Kündigungen

Wenig Unterschiede zum Januar gab es auch hinsichtlich der von Arbeitslosigkeit betroffenen Personengruppen. Aufgrund des hohen Anteils von Männern bei den Außenberufen und in der Produktion lag deren Anteil unverändert hoch bei 55 Prozent. Auch die Altersgruppen blieben anteilig praktisch unverändert, elf Prozent der Betroffenen waren unter 25 Jahre, 37 Prozent waren 50 Jahre oder älter. Die Zahl der schwerbehinderten Menschen ohne Beschäftigung lag im Februar mit 801 Personen (Anteil 7,8 Prozent) höher als im Januar mit 756 Betroffenen (7,5 Prozent). Behinderung profitieren weniger von einer günstigeren Situation auf dem Arbeitsmarkt. Stelzer: "Auch im Hinblick auf den zunehmenden Engpass bei den Fachkräften ist es bedauerlich, dass viele Arbeitgeber diese wertvolle Ressource an Arbeitskräften zu wenig beachten."

Dass trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Februar der Wendepunkt in der jährlichen Entwicklung erreicht wurde, zeigt die stark rückläufige Zahl der Beschäftigten, die sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos melden mussten. "Die im Februar wieder erfreuliche Entwicklung bei den Stellenangeboten ist ein positiver Frühindikator für die kommenden Monate. Obwohl aus vielen Produktionsbetrieben aufgrund der derzeitigen geringeren Nachfrage keine neuen Stellenangebote eingehen, konnten 267 neue Stellen mehr als im Januar entgegengenommen werden. Auch der Bestand an offenen Stellen ist erstmals seit September letzten Jahres wieder gestiegen. Den Vermittlungsfachkräften des Arbeitgeberservice standen im Februar 1.954 Stellenangebote zur Verfügung, das waren 86 oder 4,6 Prozent mehr als im Januar.

Engpässe in einigen Berufen

Wie in den vergangenen Monaten übertraf auch im Februar in den Büroberufen und bei ungelernten Kräften das Angebot an Bewerbern die Nachfrage. Auf der anderen Seite stehen die Gesundheitsberufe und etliche Handwerksberufe. Hier gestaltet sich die zeitnahe Besetzung der offenen Stellen unverändert schwierig. Dies gilt auch für den Hotel- und Gaststättenbereich. Soweit die Betriebe für die kommende Saison nicht auf die Wiedereinstellung ihrer zum Saisonende entlassenen Mitarbeiter bauen können, wird die Stellenbesetzung schon aufgrund des zahlenmäßig geringen Angebots an Arbeitskräften nicht einfach.

Es sprechen alle Anzeichen dafür, dass in den kommenden Monaten der übliche Frühjahrsaufschwung die Zahl der Arbeitslosen reduzieren wird. "Die verstärkten Stellenzugänge und die allgemein gute Auftragslage im Handwerk, speziell im Baugewerbe, werden vielen derzeit arbeitslosen Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten bieten", ist sich Stelzer sicher.

Inwieweit der Kräftebedarf der Produktionsbetriebe wieder anziehen wird, dazu wagt Stelzer keine Vorhersage. "Ich rechne in diesem Bereich zunächst verstärkt mit Kurzarbeit. Aber die Stimmen der Fachleute, die eine alsbaldige konjunkturelle Erholung vorhersehen, werden in letzter Zeit immer lauter."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren