Münnerstadt
Übergabe

Der Bildstock kehrt heim nach Münnerstadt

Der Bildstock von Julius Emes wird am Sonntag im Novizengarten offiziell übergeben. Die Restaurierung und Sicherung hat die Stadt bezahlt, die aufwändige Einhausung der Altstadtverein. Der ist dringend auf Unterstützung angewiesen.
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Am Mittwoch waren Mitarbeiter der Firma Vorndran mit dem Aufbau der Einhausung beschäftigt, während sich die Bauhofmitarbeiter um das Umfeld des Bildstockes kümmerten. Am Sonntag wird er übergeben. Foto: Thomas Malz
Am Mittwoch waren Mitarbeiter der Firma Vorndran mit dem Aufbau der Einhausung beschäftigt, während sich die Bauhofmitarbeiter um das Umfeld des Bildstockes kümmerten. Am Sonntag wird er übergeben. Foto: Thomas Malz
Auf den ersten Blick passt das offizieller Münnerstädter Thema gar nicht so recht zum Tag des offenen Denkmals "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" Der Bildstock von Julius Emes, der früher am nördlichen Ende der Stadt stand (Jahnplatz, heute Skaterplatz), ist bestimmt nicht jenseits des Guten und Schönen.

Das Thema passt doch

Aber das Thema passt trotzdem.
Einerseits war er wirklich nicht mehr so schön anzusehen. "Deshalb ist er noch unter Bürgermeister Ferdinand Betzer zur Restaurierung zu Petro Schiller gegeben worden", sagt Sabine Scheuble vom Altstadtverein. Ob er irgendwie unbequem war, lässt sich natürlich nicht nachweisen. Fest steht aber, dass er bei Petro Schiller in Königsberg (Bayern) liegen blieb. Und das fast 20 Jahre lang.

Sabine Scheuble will natürlich niemanden etwas unterstellen. Der Wechsel der Bürgermeister in den Jahren und damit verbunden auch die Besetzung einzelner Bereiche der Stadtverwaltung, aber auch mehrere Veränderungen bei der Museumsleitung könnten ein Grund dafür gewesen sein, dass man den Emes-Bildstock aus den Augen verlor, obwohl der Restaurator immer wieder einmal an das wertvolle Stück erinnerte.

Die Geschichte der Wiederentdeckung beginnt in dem städtischen Depot, in dem Hans Petsch vom Altstadtverein einen Großteil der Tafeln des ehemaligen Kreuzweges auf dem Münnerstädter Friedhof entdeckte. Einige Tafeln fehlten, die Spur führte nach Königsberg. Bei Petro Schiller hatte die Stadt einige der Stationen abgegeben, um sie restaurieren zu lassen. Auch sie waren in Vergessenheit geraten. Neben den Tafeln entdeckten die Mitglieder des Altstadtvereins den Emes-Bildstock wieder.

Zusammenarbeit klappt

Was jetzt folgte, bezeichnet Sabine Scheuble als "hervorragende Zusammenarbeit" zwischen der Stadt mit Bürgermeister Helmut Blank (CSU), dem Bundesverband Deutscher Bestatter und dem Altstadtverein. "Das sehen wir von der Bauverwaltung genau so", sagt Reiner Straub vom Bauamt. Mitarbeiter des Bauhofs haben die Fundamente gesetzt, das Umfeld des Bildstockes geschottert und schließlich das Pflaster verlegt. Der Bürgermeister meint dazu: "Wir können nur gemeinsam etwas erreichen." Und weiter: "Sabine Scheuble und Hans Petsch suchen sich Ziele zur Verschönerung der Stadt und setzen diese dann auch um", lobt der Bürgermeister. Das unterstütze er gern. Darin sieht Helmut Blank die ureigene Aufgabe des Altstadtvereins. Bezüglich der langen Abwesenheit des Kunstwerkes kann er sich eine bissige Bemerkung gerade so verkneifen. "Wahnsinn", meint er nur.

Aber nun ist er ja wieder da. Zunächst einmal war gar nicht so klar, wo der Emes-Bildstock aufgestellt wird. Zuletzt hatte er im Durchgang des Deutschordensschlosses gestanden, das heißt Teile davon. Denn in seiner ganzen Pracht mit einer Höhe von 3,10 Meter fand er dort keinen Platz. Außerdem konnte die Rückseite des Aufsatzes nicht mehr betrachtet werden.

So fiel die Wahl auf den Novizengarten, der aber inzwischen im Eigentum des Bundesverbandes der Deutschen Bestatter ist. "Dr. Rolf Lichtner hat sofort sein Einverständnis gegeben", sagt Sabine Scheuble. Der Geschäftsführer des Bestatterverbandes ist ebenfalls an einer guten Zusammenarbeit interessiert. Deshalb haben die Bestatter auch die Grube für Bildstock samt Einhausung ausgehoben. Der Bildstock selbst bleibt im Eigentum der Stadt, die für die Restaurierung knapp 10.000 Euro ausgegeben hat. Bereits 1995 war eine Anzahlung getätigt worden (damals noch in D-Mark), jetzt waren noch einmal knapp 7000 Euro fällig, erläutert Reiner Straub. Er betont aber, dass vom Landesamt für Denkmalpflege und vom Bezirk Unterfranken noch Zuschüsse zu erwarten seien.

Die Mitglieder des Altstadtvereins hatten sich bereit erklärt, die Finanzierung der Einhausung zu übernehmen, die laut Sabine Scheuble mit knapp 7000 Euro zu Buche schlagen wird. Das ist viel Geld für den Verein, der in den letzten Jahren gewaltige Projekte gestemmt hat, wie den Wiederaufbau des Kreuzweges am Friedhof. Deshalb bitten die Akteure um finanzielle Unterstützung.
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