Bad Kissingen
Soziales

Der Bedarf wird immer größer

Jahreshauptversammlung der Tafel: Die ehrenamtlichen Helfer waren im vergangenen Jahr 10 800 Stunden im Einsatz, um Waren an 22 469 Kunden auszugeben.
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An zwei Tagen pro Woche werden die Waren in der Salinenstraße ausgegeben.  Foto: Ralf Ruppert/Archiv
An zwei Tagen pro Woche werden die Waren in der Salinenstraße ausgegeben. Foto: Ralf Ruppert/Archiv

Die Tafel Bad Kissingen e. V. versorgt immer mehr Personen mit Lebens- und Genussmitteln, die ansonsten von Industrie und Handel entsorgt werden. Im Jahr 2018 waren es 22 469 Kunden, die dank 10 800 ehrenamtlichen Helferstunden mit Lebensnotwendigem versorgt wurden, so Vorsitzender Wolfgang Speyer.

Viel Arbeit im Hintergrund

Seit 120 Tagen ist Wolfgang Speyer der Vorsitzende der Kissinger Tafel und "als Quereinsteiger habe ich erst einmal die Strukturen des Vereins kennenlernen müssen", sagt er. Deshalb galt als erstes sein Dank dem Vorstandsteam und den zahlreichen Helfern für die herzliche Aufnahme und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Tafelarbeit bestehe nicht daraus, Lebensmittel einzusammeln und an zwei Tagen in der Woche zu verteilen. Dies sei nur der sichtbare Bereich, der durch viel Hintergrundarbeit vorbereitet wird und dadurch den Kunden auch in dieser prekären Situation ihre Würde belässt.

In die Räumlichkeiten in der Salinenstraße kamen an den zwei wöchentlichen Ausgabetagen insgesamt 10 600 Kunden, die als Bedarfsgemeinschaft geführt werden. Somit wurden 2018 insgesamt 22 469 Personen über die Tafel versorgt - also etwa die Einwohnerzahl der großen Kreisstadt. Ausgegeben wurden zum Beispiel 11 000 Stück Milchprodukte, 700 Kisten Bananen, 9000 Pizzen, 2500 Pakete an Teigwaren, 800 Weihnachtsstollen und vieles mehr - und wofür 10 800 ehrenamtliche Helferstunden registriert und mit zwei Fahrzeugen 25 000 Kilometern zurückgelegt wurden. Doch nicht nur aus der näheren Umgebung kommen die Lebensmittelspenden, sondern auch über den Nordbayrischen Tafelverbund konnten 95 Paletten geordert werden. Neben den Sponsoren, die die Lebensmittel zur Verfügung stellen oder die Kosten der Fahrzeuge übernehmen, gab es Sonderaktionen wie der Tafel-Flohmarkt, die Rewe-Tütenaktion in Maßbach oder die Weihnachtsbaum-Aktion der Gemeinde Nüdlingen, die zusätzliche Einnahmen in die Tafelkasse brachten.

Schatzmeisterin Julia Poeck berichtete von der Aktion "Versteckte Engel", die sich gezielt für Kinder-Projekte einsetzt. Bei entsprechender Bedürftigkeit werden Windeln, Spielzeug oder Schulranzen für Erstklässler finanziert oder eine Kostenbeteiligung bei einem Ausflug übernommen.

Schatzmeister Michael Kollmar bezifferte den Mitgliederstand auf 114 Personen - ein Plus von 12 Mitgliedern im Vergleich zu 2017. Er blickte zurück auf die drei Mitgliederversammlungen, die 2018 nötig waren, um ein funktionierendes Vorstandsteam zu erhalten, und gab einen Einblick in die Themen, die Vorstandschaft und Helferteam zu bewältigen waren. Im Kassenbericht wurden 48 999 Euro an Einnahmen, davon 19 616 Euro an Spenden und 21 605 Euro an "Wocheneinnahmen" durch die Tafelkunden, sowie 46 610 Euro an Ausgaben genannt. Der Überschuss wird den Rücklagen zugeführt.

Lob für die Kassenführung kam von den beiden Kassenprüfern, die eine Auflistung der doch mittlerweile umfangreichen Vermögenswerte anregten. Die Entlastung erfolgte auf Antrag einstimmig.

In den abschließenden Tagesordnungspunkten ging es unter anderem um Anregungen in Bezug auf Fahrer-/Mitarbeiterschulung oder einen Erste-Hilfe-Kurs, um Hinweise auf das Tragen von Sicherheitsschuhen und einen Tafelzuschuss für die Helfer, um Kritik an Helfern, die sich zwar im Personalplan eintragen, aber dann nicht erscheinen oder kurzfristig absagen. Für Wolfgang Speyer waren dies Punkte auf seiner Agenda, die man in nächster Zeit angehen werde. Zudem stehen weitere Herausforderungen an, zum Beispiel der Umgang mit Plastikverpackungen, die Präsenz bei Facebook und als Internet-Präsenz oder die Suche nach Helfern.

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