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Ebenhausen
Bürgerversammlung

Der Bahnhof braucht Parkplätze

Die Bauarbeiten ziehen sich weiter hin. Stellplätze für die Pkw der Bahnreisenden müsste die Gemeinde wohl mit einem hohen Eigenanteil selbst bauen.
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Umfangreiche Bauarbeiten finden am Bahnhof in Ebenhausen statt. Lange wurde  in der Bürgerversammlung darüber diskutiert. Bürgermeister Franz Kuhn  betonte, dass die Gemeinde wenig Einfluss darauf hat und er keine Pläne  kennt.  Foto: Dieter Britz
Umfangreiche Bauarbeiten finden am Bahnhof in Ebenhausen statt. Lange wurde in der Bürgerversammlung darüber diskutiert. Bürgermeister Franz Kuhn betonte, dass die Gemeinde wenig Einfluss darauf hat und er keine Pläne kennt. Foto: Dieter Britz

Spätestens seit der Bürgerversammlung in der Turnhalle wissen Bürgermeister Franz Kuhn und der Gemeinderat wieder genau, wo die Bürger des Ortsteils der Schuh drückt. Vor allem der Bahnhof, die Urnengräber auf dem Friedhof und der Zustand diverser Straßen wurden in der Versammlung angesprochen. "Die Bürgerversammlung sollte für jeden ein wichtiger Termin sein. Die Kommunalpolitik betrifft jeden viel direkter als das, was zum Beispiel aus München kommt", betonte Ortssprecher und Gemeinderat Benedikt Keßler bei der Begrüßung der zahlreichen Bürgerinnen und Bürger. "Die Gemeinde hat wenig Einfluss auf Baumaßnahmen am Bahnhof" , hob der Bürgermeister zu diesem zurzeit sehr aktuellen Thema hervor. Unbekannte Streckenkabel seien gefunden worden, um die sich nun erst einmal Fachfirmen kümmern müssten. Die Arbeiten am Bahnhof würden bis weit ins Jahr 2020 gehen. Zum Bau der dringend benötigten Parkplätze erklärte er, die DB Netz sei für das eigentliche Streckennetz und die DB Immobilien für die Grundstücke zuständig, beide hätten unterschiedliche Zuständigkeiten. Ob letztere Gelände für Parkplätze an die Gemeinde abtreten würde, versah er mit einem Fragezeichen. Er fürchtet "wenn wir Parkplätze bauen, dann mit einem großen Eigenanteil".

Eine Bürgerin, die direkt am Bahnhof wohnt, wollte sich mit den Erklärungen des Bürgermeisters nicht zufriedengeben und wissen, wie der Vorplatz, der der Bahn gehört, gestaltet wird. "Ich kenne keinen Plan, uns hat auch keiner gesagt, dass abgeholzt wird", sagt Franz Kuhn dazu. Zum Bau die dringend benötigten Parkplätze meinte er "die Bahn wird's nicht machen". Zurzeit laufen auf dem Gelände bekanntlich umfangreiche Bauarbeiten der Bahn - "wenn die Bauarbeiter wieder anreisen und nichts machen, ist das ein Schandfleck", erklärte die Bürgerin dazu. Auch andere Bürger drängten den Bürgermeister, in Sachen Bahnhof mehr zu tun und Verhandlungen mit der Bahn wegen des "Juwels Bahnhof" zu führen und bekamen dafür Applaus.

Keine Bürgerversammlung ohne Fragen zum örtlichen Friedhof: Ein Bürger wünscht sich eine weitere Sammelstelle für Abfälle im hinteren Teil. "Nicht schön" findet eine Bürgerin die anonyme Urnen-Bestattung rund um einen Baum. "Das wurde so gewünscht", antwortete der Bürgermeister. Wie es mit dem Straßenausbau weitergeht, nachdem die Straßenausbaubeiträge, die die Bürger zahlen mussten, weggefallen sind, lautete eine weitere Frage an das Gemeindeoberhaupt. Es sei noch nicht geregelt, welchen Ausgleich die Gemeinden bekommen, so der Bürgermeister. Er fürchtet "Pauschalzuschüsse sind mit Sicherheit nicht so hoch wie die bisherigen Beiträge". Ein Bürger klagte "es gibt viele schlechte Straßen, es werden mit Sicherheit noch mehr". Im Haushalt der Gemeinde sind 200 000 Euro für Reparaturen vorgesehen, antwortete Franz Kuhn. Er nahm auch das Problem mit der verschlossenen Putzfrauen-Kammer in der Turnhalle mit. Dort befindet sich, also nicht zugänglich, der Sicherungskasten und wenn eine Sicherung ausfällt, gibt es Probleme.

Bürgermeister Franz Kuhn war in seinem einstündigen Referat zu Beginn der Bürgerversammlung auf die Entwicklung der Gemeinde Oerlenbach allgemein und auch auf Ebenhausen speziell eingegangen. Das neue Baugebiet des Ortsteils sei weitgehend belegt. Das zeige, dass Bauplätze gefragt seien. Die Gemeinde unterhält drei Schulen. In der Grundschule Ebenhausen seien unter anderem die Klassenzimmer und die Fassade neu gestrichen worden. Die Schülerzahlen seien "in Ordnung". Die Schulen sollen Glasfaser-Anschlüsse bekommen und die Digital-Ausstattung soll vorangetrieben werden. Entsprechende Anträge seien gestellt.

Bürgermeister Kuhn teilte auch mit, dass die Nachfrage nach Krippenplätzen in der Gemeinde immer mehr steigt. Deshalb soll der Kindergarten in Ebenhausen um zwei Krippen-Gruppen erweitert werden. Kuhn hofft, dass die Pläne dafür im Frühsommer kommen.

Er erinnerte auch daran, dass die Freiwillige Feuerwehr im letzten Jahr eine neue Tragkraftspritze bekam, dass das Kriegerdenkmal für 3900 Euro saniert wurde (von denen die Jagdgenossen 300 Euro übernahmen) und, dass es auf dem Spielplatz eine neue Überdachung gab. Mit der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED (stromsparende Leuchtdioden) wurde begonnen, doch das Bayernwerk kommt mit den Arbeiten nicht nach. Ebenhausen wird durch den Kabelnetz-Betreiber TKN mit einem schnellen 30-Megabit-Internet versorgt. Viele Bürger sind aber Telekom-Kunden mit ihrem langsameren Netz. "Die Telekom baut ihr Netz jetzt aus, der Tiefbau ist abgeschlossen, Ende Juli ist alles abgeschlossen" sagte Kuhn dazu.

Er erwähnte auch, dass die Bekämpfung des Eichenschwammspinners per Hubschrauber dieses Jahr fortgesetzt wird. Ein Teil des Waldes wird allerdings wegen eines Rotmilans davon ausgenommen.

Ebenhausen in Zahlen: Mit 1493 Einwohnern der zweitgrößte Ortsteil der Gesamtgemeinde nach dem Ortsteil Oerlenbach; im letzten Jahren 108 Zu- und 115 Wegzüge, 14 Geburten und elf Sterbefälle; damit insgesamt vier Einwohner weniger. Aktive Gewerbebetriebe in Ebenhausen 79.