Bad Kissingen

Der alte Kanal war viel zu klein

Die Bauarbeiten haben in der Erhardstraße schon Anfang August begonnen, jetzt erst erfolgte der offizielle Spatenstich.
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Bis März 2019 sollen die Bauarbeiten in der Erhardstraße abgeschlossen sein. Foto: Sandro Wegmann
Bis März 2019 sollen die Bauarbeiten in der Erhardstraße abgeschlossen sein. Foto: Sandro Wegmann
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Nun war es so weit, seit über drei Wochen wird bereits gebaggert. Der offizielle Spatenstich für die Erneuerung der Erhardstraße stand am Donnerstag an. Bis März 2019 soll die 5,5 Millionen Euro teure Maßnahme fertig gestellt werden. Auf 664 Metern wird der Kanal erneuert, 528 Meter beträgt der Vollausbau der Fahrbahn. Der Kanal schlägt mit 3 Millionen Euro zu buche, die restlichen 2,5 Millionen Euro fallen auf den Straßenbau zurück. Die Stadtwerke GmbH wird ihre Wasser-, Gas-, Stromversorgung erneuern beziehungsweise umbinden. Für die Telekommunikation wird das Glasfasernetz ausgebaut, hierbei sind Vodafone Kabel Deutschland, die deutsche Telekom und die Stadtwerke beteiligt. "Wir schaffen Synergien, holen alle Sparten ins Boot und erreichen so eine Kostenentlastung", erklärt Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Die acht Bauabschnitte erfolgen von einer Kreuzung zur nächsten, momentan erstreckt sich die Baustelle von oberhalb des Berliner Platzes bis zur Landwehrstraße.


Mehrere Einbrüche

Grund für die Arbeiten ist, dass der Kanal nicht mehr leistungsfähig ist. Der alte Kanal hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern, bei dem neuen wird ein Durchmesser von 1,1 beziehungsweise 1,2 Metern verbaut. "Für das normale Schmutzwasser reicht diese Größe aus, kommt noch viel Regenwasser hinzu, ist der Kanal nicht mehr ausreichend", erklärt Thomas Hornung Leiter des Tiefbauamtes Bad Kissingen. Deshalb gab es in der Vergangenheit an unterschiedlichen Stellen Einbrüche an dem defekten Bergwasserkanal. Zusätzlich soll durch die Maßnahme auch die Verkehrslage verbessert werden. "Die Straße ist relativ begrenzt, weshalb wir eine Verbesserung der Linienführung erzielen wollen", erklärt Hornung weiter. Dies bedeutet die Gehwege werden breiter, zusätzlich werden Parkbuchten errichtet. Durch Bäume soll die Konzentration auf die nächsten Kreuzungen gelenkt werden und nicht auf die schon sichtbare Ampelanlage der Kreuzung Ostring. Damit soll auch ein Beitrag zur herrschenden Tempobegrenzung von 30 km/h in der Erhardstraße geleistet werden. Schwächere Verkehrsteilnehmer werden dadurch geschützt, betont Hornung.
Die Frage nach der Ausbauvariante der Kreuzung Erhardstraße Ostring hatte einige Unklarheiten hervorgerufen. Es ging darum, ob ein Kreisel dort entstehen soll, die Frage beantwortet der Leiter des Tiefbauamtes auch deutlich. "Der Straßenbau endet vor der Kreuzung, deshalb hat der Kreuzungsausbau nichts mit der Baumaßnahme zu tun." Nur der Kanal werde dort erneuert, fügt er hinzu. Ausführende Baufirma ist die Burger Bau GmbH, zuständig für die Planung beziehungsweise Bauleitung ist das Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer, beide aus Bad Kissingen. "Die Rahmenplanung für das Projekt stammt aus dem Jahr 1986", weiß Ingenieur Hans-Ulrich Hoßfeld.
Damals wurde ein Plan für die komplette Stadt entworfen. Zwischen 1886 und 1890 erhielt Bad Kissingen als eine der ersten bayrischen Städte ein Kanalnetz. "Ein Kanal ist ein langlebiges Wirtschaftsgut, aber durch Erweiterung der Siedlungsgebiete wurde der Kanal zu klein", erklärt Hoßfeld weiter. Die Maßnahme wird mit 500 000 Euro von der Regierung von Unterfranken und mit 5600 Euro durch das Förderprogramm "Soziale Stadt" gefördert. Dies ist möglich, da alle Straßenübergänge und Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden.
"Bad Kissingen ist Modellkommune, wir begrüßen die einheitliche Leitlinie, die hier für sämtliche Übergänge angewandt wird", sagt Daniela Kircher. Die Architektin ist Referentin bei der Regierung von Unterfranken.

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