Bad Kissingen
Wiederwahl

Der alte Chef ist auch der neue

Kreisbrandrat Benno Metz wird auch auch die kommenden Jahre weiterhin "oberster Feuerwehrmann im Landkreis" bleiben.
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Landrat Thomas Bold (links) und Kreisbrandrat Benno Metz waren ein begehrten Fotomotiv. Der wiedergewählte KBR erhielt für seine dritte Amtsperiode 68 von insgesamt 85 abgegebenen Stimmen. Es fehlten allerdings rund 20 Kommandanten aus dem Inspektionsbereich, Gegenkandidaten gab es keine. Peter Rauch
Landrat Thomas Bold (links) und Kreisbrandrat Benno Metz waren ein begehrten Fotomotiv. Der wiedergewählte KBR erhielt für seine dritte Amtsperiode 68 von insgesamt 85 abgegebenen Stimmen. Es fehlten allerdings rund 20 Kommandanten aus dem Inspektionsbereich, Gegenkandidaten gab es keine. Peter Rauch

Bei der am Wochenende in Oerlenbach durchgeführten Kommandanten-Dienstversammlung wurde er mit 68 von insgesamt 85 abgegebenen Stimmen eindeutig für eine dritte Amtszeit bestätigt. Einen weiteren Bewerber oder Bewerberin für das höchste Ehrenamt der insgesamt 111 Freiwilligen, drei Werks- und zwei Betriebsfeuerwehren im Landkreis gab es nicht. Bei der Bekanntgabe dieser Zahlen durch den alten und neuen Kreisbrandrat ging dann doch ein leichten Zucken über den einen oder anderen Mundwinkel.

So sei der Mitgliederstand bei den aktiv Feuerwehrdienstleistenden seit 2006 um rund zehn Prozent auf aktuell 4979 gefallen, was aber immer noch Platz eins für ganz Unterfranken bedeute. Keine Feuerwehrinspektion zwischen Rhön und Main könne auf mehr aktive Mitglieder zurückgreifen als hier, wo auch 817 Jugendliche zu aktiven Feuerwehrmännern und -Frauen herangebildet würden. Neu seien die Kinderfeuerwehren, die nach dem neuen Bayerischen Feuerwehrgesetz bereits im Kindergarten "rekrutieren" könnten. Hier steht allerdings nicht die Ausbildung, sondern das Spielerische im Vordergrund, aber schon Vorschulkinder sollten wissen, dass es eine Feuerwehr gibt.

In seiner gut halbstündigen Rede ging KBR Benno Metz auf die letzten zwölf Jahre seiner Tätigkeit ein. Angefangen habe er allerdings schon 1973 bei der freiwilligen Feuerwehr Wollbach, wo er im Lauf der Jahre Ämter als Jugendwart, Vereinsvorsitzender und Kommandant inne hatte. Im Jahr 2000 erfolgte dann die Ernennung zum Kreisbrandmeister für die zwölf Wehren der Gemeinde Burkardroth, vier Jahre später übernahm er von Helmut Rittelmeier das Amt des Kreisbrandrates. Während seiner bisherigen Dienstzeit als Kreisbrandrat habe jede zweite Feuerwehr nach einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 25 Jahren ein neues oder zumindest anderes Fahrzeug erhalten, was inzwischen oftmals mehrseitige Stellungsnahmen erfordere, die er auf Grund seiner beruflichen Ausbildung und der langjährigen Erfahrung erstellen könne.

Dennoch habe er das Gefühl "Was nichts kostet ist nichts wert, denn Feuerwehrbedarfsplanung durch externe Ing.-Büros sind im Trend". Von "A" wie Ausbildungsveranstaltung über "B" wie Beschaffung des Landkreises über Wasch- und Reinigungsmöglichkeiten der Einsatzkleidung (angedacht sei hier eine zentrale Stelle in der Atemschutzwerkstatt in Oberthulba) bis hin zum Örtlichen Einsatzleiter und die in Oerlenbach stationierte Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) bis zu "Z" wie Zuschüsse zu Drehleitern, Hilfelöschfahrzeugen und ganz aktuell Wechselladern wie sie wohl 2020 in Hammelburg und Burkardroth erstmalig in Dienst gestellt werden, war in seinem Rückblick alles vorhanden. Und so schloss der Kreisbrandrat, dass die Zukunft nicht nur schöne Tage bringen werde, aber er werde sich bemühen, für die Feuerwehren im Landkreis, im Bezirk und im Land das Beste zu erreichen.

Bezirk und Landesverband erwähnte Benno Metz schon allein aus der Tatsache, da er seit April 2016 Vorsitzender im Bezirksfeuerwehrverband ist, bereits vorher war er stellvertretender Vorsitzender und davor Schatzmeister und Mitte September 2018 wurde er im Landesfeuerwehrverband Bayern vom Kassenprüfer zum Schatzmeister gewählt. Nicht ganz unerwähnt ließ der KBR allerdings auch einige örtliche Wehren, die zu dieser Dienstversammlung dessen einziger Tagungsordnungspunkt die Neuwahl des Kreisbrandrates war, keinen Kommandanten oder Stellvertreter geschickt hatten "dies sind aber immer die gleichen Feuerwehren".

Unserer Zeitung gegenüber sagte er, das schönste Erlebnis seiner bisherigen Dienstzeit sei die geglückte Baumrettung von sechs holländischen Fallschirmjägern durch die freiwilligen Feuerwehren gewesen "und dies gerade in meinem ehemaligen, ersten Einsatzbereich, im Wollbacher Wald". Einen kleinen Wermutstropfen hatte er dann noch für alle, die in den nächsten Jahren mit ihrer Feuerwehr ein Jubiläum feiern wollen: die bayerische Versicherungskammer wird keine Zuschüsse mehr, auch nicht bei "runden Feuerwehrgeburtstagen" geben.

Landrat Thomas Bold (CSU) der zur Wahl geladen hatte, zeigte sich ebenso wie Hausherr Bürgermeister Franz Kuhn angetan vom gesamten Feuerwehrwesen "auf das wir stolz sein können". Wie Franz Kuhn ausführte, würden viele Menschen bei Unfällen und Katastrophen die Augen verschließen, "sie aber fühlen sich verantwortlich und handelten auch dementsprechend und so sind die Freiwilligen Feuerwehren durch nichts zu ersetzen". Der Landrat, der den Wahlvorschlag "Benno Metz" brachte, fügte an, Feuerwehrdienst könne man nur im Team machen und das habe im Landkreis ganz hervorragend geklappt und der bisherige KBR habe dafür die richtige Weichenstellung gegeben. Am Rand der Versammlung war zu erfahren, dass auch Kreisbrandinspektor Harald Albert, der zu den ersten Gratulanten des wiedergewählten Rates gehörte, sich für weitere sechs Jahre als Kreisbrandinspektor zur Verfügung stellen werde. Laut neuem bayerischen Feuerwehrgesetz müssen alle Kreisbrandmeister und -Inspektoren noch in diesem Jahr neu bestellt werden.

BUZ

Landrat Thomas Bold und Kreisbrandrat Benno Metz. Der wiedergewählte KBR erhielt für seine dritte Amtsperiode 68 von insgesamt 85 abgegebenen Stimmen. Es fehlten allerdings rund 20 Kommandanten aus dem Inspektionsbereich, Gegenkandidaten gab es keinen.

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