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Bad Kissingen
Merkelbesuch II

Demo bei Kanzler-Besuch: Bauern wirbeln mächtig Staub auf

Neben der Wahlkampfveranstaltung der CSU demonstrierten die Milchviehhalter für eine bessere Milchpolitik.
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Charly Schreiner setzt an und pustet mit seinem Einstreugerät knapp eine Tonne Mehlstaub in die Luft. Foto: Carmen Schmitt
Charly Schreiner setzt an und pustet mit seinem Einstreugerät knapp eine Tonne Mehlstaub in die Luft. Foto: Carmen Schmitt
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Charly Schreiner setzt an und pustet mit seinem Einstreugerät knapp eine Tonne Mehlstaub in die Luft. Der steht symbolisch für die Milchpulverberge, die sich nach Meinung der Milchbauern wegen einer misslungenen Milchpolitik der vergangenen Jahre, angehäuft haben. Die CSU-Wahlveranstaltung gestern in Bad Kissingen mit dem Auftritt der Bundeskanzlerin haben die Milchviehhalter genutzt, um ihre Forderungen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

"Wir brauchen ein Instrument, damit es erst gar nicht zu diesen Übermengen kommt", sagt Manfred Gilch. Er ist Landesvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und hat selbst 80 Milchkühe zu Hause auf seinem Hof in Mittelfranken. Er und seine Kollegen wollen ein Zeichen setzen. Alfred Greubel aus Elfershausen hat den Protest der Milchbauern geplant. Die waren auch aus den Nachbarlandkreisen zum einzigen Auftritt der Kanzlerin in Unterfranken angereist.
Nach der ersten Aktion, dem Verblasen des "Milchpulvers" auf einem Feld oberhalb der Stadt, zog die Truppe mit einem halben Dutzend Schleppern in einem Korso über die Salinenstraße durch die Stadt bis zum Kreisel neben dem Kurgarten, wo die Kundgebung der CSU stattfand.


Kuh "Cilly" lockt Interessierte

"No Milk Today" von Herman´s Hermits schallte aus den Lautsprechern auf dem zur Bühne umgebauten Anhänger, bevor die Kundgebung startete. Die Demo-Kuh "Cilly" von Alfred Greubel sorgte derweil für den gewünschten Effekt. Die Landwirte kamen mit den Bürgern ins Gespräch.

"Die Mehrheit ist offen", sagt Bernd Hörner, Milchbauer aus Kleinlangheim im Landkreis Kitzingen. "Die Verbraucher wissen schon, was los ist." Sie würde gerne mehr für die Milch zahlen, meint Heidrun Labusch aus Castrop-Rauxel, die gestern zufällig in der Stadt war. "Was die Bauern leisten müssen... Für´n Appel und ´n Ei." Manfred Gilch will nicht nur an die Verbraucher appellieren, im Regal zur teureren Milch zu greifen. "Damit ist das Problem nicht gelöst. Die Wähler sollen ihre Abgeordneten ansprechen. Wir sind auf die Politik angewiesen."

Zu wenig habe die Regierung für die Milchbauern getan, damit die auch künftig wirtschaftlich arbeiten können. Überraschend seien die Konsequenzen nicht. "Es war eine totale Fehleinschätzung, dass nach dem Ende der Quote der Weltmarkt nach unserer Milch schreien würde", sagt Manfred Gilch. Während der die Forderungen der Milchviehhalter formulierte, dröhnte aus dem Kurgarten "Aber bitte mit Sahne" von der Band, die die Wartezeit für die Besucher bis zum Auftritt der Kanzlerin überbrücken sollte.

Die Protestaktion der Milchviehhalter war die einzige angemeldete Demonstration neben dem Auftritt der Kanzlerin. Nach Angaben der Polizei verlief der Protest friedlich. Außer den Landwirten machten während der Veranstaltung einzelne Gegner der Merkel-Politik auf sich aufmerksam.

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