Rottershausen
Veranstaltung

Das war die "Lutzi" 2019 in Rottershausen

In Rottershausen gab es einen Grund zum Feiern: Das Kultfestival "und ab geht die Lutzi" hatte Geburtstag. Zum zehnten Mal gaben sich Szenegrößen in dem kleinen Ort die Klinke in die Hand.
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Die "Donots" ehrten die "Lutzi" spontan mit einem umgeschriebenen Song der "Ramones." Foto: Johannes Schlereth
Die "Donots" ehrten die "Lutzi" spontan mit einem umgeschriebenen Song der "Ramones." Foto: Johannes Schlereth
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Feste sollen gefeiert werden wie sie fallen, heißt es im Volksmund. Ein Ort im Landkreis Bad Kissingen hat darin besondere Erfahrung: Rottershausen. Alljährlich steigt dort das Festival "und ab geht die Lutzi". Dieses Jahr hatten die Veranstalter einen besonderen Grund zum Feiern: Das Kultfestival fand heuer zum zehnten Mal statt.

Christian Stahl, einer der Organisatoren fand klare Worte: Es war die bisher größte und sicherlich schönste Lutzi." Um das Jubiläum gebührend zu feiern, hatten die Veranstalter einiges aufgeboten. Das zeigte sich nicht nur daran, dass anstelle von zwei Tagen, die "Lutzi" heuer drei Tage abging, sondern auch am bunten Line-Up des Festivals. In diesem Jahr traten Künstler wie die Hip-Hop Band "Antilopen Gang", der Rapper "B-Tight" und die Punkrocker "Donots" auf. Für die Band aus Ibbenbüren war es ein "Besuch bei Freunden", wie Sänger Ingo Knollmann der tobenden Menge am Samstagabend versicherte, traten sie doch bereits im Jahr 2016 auf dem Festival in Rottershausen auf.

Großmutter trifft auf Punkrock

Einen besonderen Gast holten sich die fünf Punks bei ihrem Auftritt auf die Bühne: die 70-jährige Margarethe Müller, die als Festival-Model die Figur der "Lutzi" verkörpert. Gemeinsam rockten die Punker - und die Großmutter - die spontan umgedichtete Ramones-Hymne "Blitzkrieg Bop". Beim Publikum kam das an: Überall waren Arme und Hände in der Luft, es wurde Pogo getanzt und mitgegrölt, bis die Stimme versagte. Das galt nicht nur für den Auftritt der "Donots", sondern auch für die Shows der anderen Musiker.

Linderung schaffte in solchen Fällen der Aufenthalt auf dem Zeltplatz. Beim Saunabesuch oder einer kalten Dusche erholte sich so mancher Festivalbesucher vom vergangenen Abend. Eine andere Möglichkeit um zu entspannen, war der Besuch im Barbershop "Königshaupt" von Oliver Hammerl. Stilecht schnitt der Herrenfriseur mit Rasiermesser und Schere Bärte und Haare. Ohren habe er über die drei Festivaltage nicht abgeschnitten. "Meine Sammlung ist schon voll", scherzte er. Viel Ruhe habe er an seinem Stand nicht. "Vormittags bin ich auf dem Zeltplatz und ab dem Nachmittag dann auf dem Festivalgelände." Dabei schlagen nicht wenige Kunden bei ihm auf. "Ich würde sagen, dass ich pro Tag schon auf etwa 20 bis 30 Kunden komme."

"Lutzi"-Festival: The place to be

"Es ist einfach geil - das ist wie eine Mischung aus Feuerwehrfest und Festival", meint Christian Siffler aus Ingolstadt. Er besucht die Kultveranstaltung mit seinen Freunden mittlerweile zum fünften Mal. "Heuer sind wir nur zu dritt - wir sind aber auch schon mal mit acht Leuten angereist".

Den Weg nach Rottershausen haben in diesem Jahr auch Inga Hagenbäumer und Lina Schacht aus Halle in Westfalen angetreten. Dafür haben die beiden über 300 Kilometer zurückgelegt. "Wir waren in den letzten Jahren auf größeren Festivals, aber die waren uns alle zu groß", sagt Inga Hagenbäumer. "Das ist hier super entspannt, die Wege sind kurz und alle sind unheimlich locker."

Aber selbst bei Festivalgängern, die Fans der großen Festivals wie Rock im Park oder Rock am Ring sind, punktet die "Lutzi". "Ich bin jedes Jahr auf gut sechs bis sieben Festivals", sagt Martin Fuchs. Das zeigt sich unter anderem beim Blick auf seine Jeansweste, die mit den Eintrittsarmbändern benäht ist. "Trotzdem ist die Lutzi mein Lieblingsfestival, weil sie eben so familiär ist", sagt der Alsfelder.

Polizei und Rettungskräfte zufrieden

Von der Organisation und dem Ablauf des Festivals sind auch Rettungskräfte und Polizei begeistert. "Wir hatten 108 Einsätze, bei denen fünf Personen ins Krankenhaus mussten", teilt Marcus Roßband, der stellvertretende Rettungsdienstleiter des Arbeiter und Samariterbunds Schweinfurt mit. Es habe wenige Probleme mit Alkohol gegeben. "Im Großen und Ganzen war das ein entspanntes Festival", meint Roßband.

Ähnlich sieht es die Bad Kissinger Polizei. "Es ist im Endeffekt ähnlich wie im letzten Jahr gelaufen", sagt Stefan Haschke, der Leiter der Polizeiinspektion Bad Kissingen. "Ein gutes Sicherheitskonzept ist der Grund für eine positive Bilanz nach dem Festival." Das Konzept entwickeln Polizei und Veranstalter in Absprache miteinander von Jahr zu Jahr weiter. "Heuer gab es unter anderem einen Streit, bei dem eine Frau eine Bierflasche als Waffe benutzt hat", sagt Haschke. Schuld sei der Alkoholkonsum gewesen. "Beim Jugendschutz gab es nichts gravierendes." Der Veranstalter sei gut vorbereitet gewesen. "Ich kann nur sagen "weiter so"".

24 Bands spielten heuer auf der "Lutzi".

7 DJs legten zum zehnjährigen Bestehen des Festivals auf.

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