Bad Kissingen
Kindermusical

Das Gespenst von Canterville spukt im Kissinger Kurtheater

Zwischen sechs und 18 Jahre sind die Akteure des Kinder- und Jugendchores Herz-Jesu sowie der Musikschule alt, die Oscar Wilds "Gespenst von Canterville" singend und tanzend ins Kurtheater gebracht haben.
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"Wenn es einem Mädchen gelingt, Sünderlippen zum Beten bringt, wenn der vertrocknete Mandelbaum sprießt, ein Kinderauge die Tränen vergießt, dann wird das ganze Schloss wohl still, Friede kommt nach Canterville", so die Prophezeiung. Im Jahre 1887 veröffentlichte Oscar Wilde "Das Gespenst von Canterville". Der Komponist Johannes Matthias Michel hat in Anlehnung an die Novelle eine spritzige und un im wahrtsen Sinne des Wortes geistreiche Komödie geschaffen, die nicht nur Kinder begeistert.

Dabei geht es um die Geschichte des Sir Simon de Canterville, der seit Jahrhunderten im Schloss herumspukt, jedoch eigentlich keine rechte Lust mehr auf seinen Job hat. Erst als die Schlossbesitzer wechseln, sieht das Gespenst endlich wieder eine vernünftige berufliche Perspektive. Doch leider kommt alles anders: Die neuen Schlossbesitzer, aufgeklärte Herrschaften aus dem weit entfernten Amerika, lassen sich erst recht nicht von den nächtlichen Umtrieben des Schlossgespenstes beeindrucken. Sie drohen dem Gespenst stattdessen mit einer Räumungsklage und machen Sir Simon somit das Leben zur Hölle. Erst mit Unterstützung seiner Gespensterkollegen kommt es schließlich zu einer friedlichen Einigung aller Hausparteien im Schloss Canterville.

Bereits seit 2001 studieren die Gruppen des Kinder- und Jugendchores Herz-Jesu und der Musikschule Bad Kissingen gemeinsam Musicals ein, um es dann im Kurtheater zu präsentieren. Die musikalische Leitung haben Brigitte und Burkhard Ascherl. Am Wochenende stand das Musical "Das Gespenst von Canterville" gleich zweimal mit verschiedenen Besetzungen auf dem Spielplan.

Eigentlich ein Kindermusical, doch auch als Erwachsener ist man verzaubert von dem Stoff und von den jungen Künstlern aus der heiteren Kurstadt. Der Eifer, die Spielfreude und vor allem die kindliche Begeisterungsfähigkeit machte die Inszenierung so spannend. Während die Hauptrollen von Jugendlichen besetzt waren, waren die Jüngeren für die Tänze und den Chorgesang zuständig.

Begleitet hat sie ein Instrumentalensemble der Musikschule. Zwischen sechs und 18 Jahren waren die Akteure alt. Mit einer erfrischenden Leichtigkeit und einer echten Begeisterung zogen die jungen Künstler die Zuschauer in den Bann. Etwa zum Entree mit einer Adaption des "Dinner for One". Man hatte stets das Gefühl, dass sie nicht nur ihre Rollen spielten, sondern sie echt erlebten. Mit einer kindgerechten Choreografie von Jutta Grom bewiesen sie auch ihr Geschick, die Musik in Bewegung umzusetzen. Da machte es gar nichts aus, wenn manchmal die Mikrophone kratzten, der Text ein wenig stockte oder wenn mal ein Tänzer auf der falschen Position stand. Gerade diese Kleinigkeiten, das Gewusel auf der Bühne, die Anspannung der Eltern und Großeltern vor der der Aufführung sowie das griffbereite Handy, um den Auftritt der Jüngsten zu dokumentieren, machte das Kindermusical zu einem ganz besonderen Erlebnis. Wohlverdient war deshalb der riesige Applaus für die Mitwirkenden und für die vielen Helfer, Techniker und Sponsoren.

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