Aura an der Saale
Umbau

Das Freibad in Aura wird zum Naturbad

Das Freibad in Aura ist in die Jahre gekommen. Doch es hat Zukunft - und das nun ganz ohne Chemie.
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Schwimmbadparty im November: Vertreter der Gemeinde und des Landkreises feiern den offiziellen  Beginn  des Naturbad-Projekts. Foto: Arkadius Guzy
Schwimmbadparty im November: Vertreter der Gemeinde und des Landkreises feiern den offiziellen Beginn des Naturbad-Projekts. Foto: Arkadius Guzy
Von Wehmut spricht Kurt Clemens. Er hat 35 Jahre lang dafür gesorgt, dass die Technik des Freibads läuft und dass vor allem die Qualität des Wassers stimmt. "Ich bin stolz, dass wir uns zwischen den Schwimmbädern in Hammelburg und Bad Kissingen mit unserer Qualität behaupten konnten. Wir mussten nie wegen Unstimmigkeiten schließen", sagt Clemens. Für seine Aufgabe habe er sich ständig weitergebildet.

Doch künftig kommt das Schwimmbad auch ohne Chlor und Technik und wohl auch ohne Clemens aus. Die Freizeiteinrichtung wird zu einem Naturbad umgebaut. Die Gemeinde hat dafür nun den Förderbescheid bekommen.

Seit 1973 gibt es das Freibad in Aura. Für die kleine Gemeinde sei das "schon etwas Besonderes", sagte Bürgermeister Thomas Hack (CSU/Bürger für Aura) bei der offizielle Übergabe des Förderbescheids.
"Das Schwimmbad hat viele Menschen glücklich gemacht." Doch es sei klar gewesen, dass es so nicht weitergehen könne. Grund dafür ist die veraltete Technik. Hack sagte: "Wir fahren einen Oldtimer."

Günstiger als Sanierung

Der Umbau zu einem Naturbad ist mit 420.000 Euro im Vergleich zu einer Sanierung der Anlage für die Gemeinde die günstigere Variante. Denn neue Technik würde laut Hack bis zu 900.000 Euro kosten.

Das Regionalmanagement der Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld unterstützt die Umgestaltung zum Naturbad. Aus dem Leader-Fördertopf bekommt Aura 150.000 Euro. Weitere 150.000 Euro kann die Gemeinde aus einer extra aufgebauten Rücklage beitragen, für die die Grundsteuer erhöht worden war. Den Rest müssen Kredite decken.

"Wir werden das einzige Naturbad im Landkreis haben", sagte Hack. Er sah vor allem die Verknüpfung zu den Themen Gesundheit und Natur. Auch Landrat Thomas Bold meinte, dass das neue Bad "touristisch gut ins Saaletal passt". Außerdem spart die Gemeinde künftig bis zu 14.000 Euro Betriebskosten, wie Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann ergänzte.

Reinigung durch Pflanzen

Die Reinigung des Wassers übernehmen Pflanzen. Für sie wird ein zusätzliches Becken gebaut. Dazu kommt noch eine Fläche für die Trockenfilterung. Das Schwimmbecken selbst bleibt in Größe und Form erhalten. Eine Infotafel wird den Badegästen erläutern, wie das natürliche Reinigungssystem funktioniert. Die Liegewiese wird um einen Kinderspielbereich ergänzt, der derzeit fehlt. Am Hang wird ein kleiner Bachlauf angelegt, in dem die Kinder planschen können.

Im Winter will die Gemeinde die Aufträge für den Umbau vergeben. Im Frühjahr - sobald es das Wetter zulässt - beginnen die Arbeiten. Im Sommer soll das Naturschwimmbad seinen Betrieb aufnehmen. Laut Hack zählt das Freibad 4000 bis 5000 Besucher pro Saison. Sie müssen künftig auf eine Annehmlichkeit verzichten: Das Wasser wird anders als bisher nicht mehr beheizt. "Wenn Naturbad, dann richtig", meinte Hack dazu. Eine Solaranlage zum Beispiel würde die Kosten weiter steigen lassen.

Vom Umbau ausgenommen ist auch das Gebäude mit dem Technikraum und dem Bewirtungsbereich. Eine Renovierung ist aber vielleicht im Rahmen der Dorferneuerung möglich, wie der Bürgermeister erklärte. Außerdem sind die Bürger aufgefordert, sich weiter für das Schwimmbad zu engagieren. Gesucht werden Interessenten, die nach der Eröffnung des neuen Bads einen Förderverein gründen. Vielleicht macht Kurt Clemens auch wieder mit.

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