Sandberg
Vereinsgründung

Damit Senioren lange im Ort bleiben können

Der neue Caritasverein will in Sandberg eine Tagesstätte oder Tagespflegestätte für ältere Bürger der Gemeinde schaffen.
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Domkapitular Christoph Warmuth zelebrierte gemeinsam mit Pfarrer Hubert Grütz den Gottesdienst zur Gründung des Christlichen Caritasvereins Sandberg. Foto: Marion Eckert
Domkapitular Christoph Warmuth zelebrierte gemeinsam mit Pfarrer Hubert Grütz den Gottesdienst zur Gründung des Christlichen Caritasvereins Sandberg. Foto: Marion Eckert
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Nächstenliebe ist der Antrieb und die Basis des neu gegründeten Christlichen Caritasvereins Sandberg. Mit einem Gottesdienst in der Sandberger Pfarrkirche wurde das Gründungsfest eröffnet. Aus Würzburg konnte Pfarrer Hubert Grütz Domkapitular Christoph Warmuth und Thomas Giehl vom Cartiasverband der Diözese Würzburg begrüßen.
Der lateinische Begriff "Caritas" stehe für Liebe im Sinne von Nächstenliebe und werde verdeutlicht in dem Satz "Deus caritas est - Gott ist die Liebe". Diese Basis trage den neuen Caritasverein, der es sich zum Ziel gesetzt habe, eine Tagesstätte beziehungsweise Tagespflegestätte für Bürger der Gemeinde Sandberg zu schaffen. In der ganzheitlich geprägten Einrichtung sollen ältere Mitbürger tagsüber körperlich wie geistig versorgt, verpflegt und betreut werden.
Im Gottesdienst ging Domkapitular Warmuth und in den anschließenden Grußworten in der Pfarrscheune gingen die Ehrengäste auf die große Bedeutung einer solchen Einrichtung für die Walddörfer ein. "Wie soll man menschenwürdig leben, auch im hohen Alter, wenn die Kräfte nachlassen und man sich nicht mehr versorgen kann?", fragte Pfarrer Grütz. Diese Frage habe die Gründer des Caritasvereins bewogen, für die Walddörfer tätig zu werden, damit die Menschen Zuwendung und Beistand in ihrer angestammten Umgebung erhalten.
Deutlich wurde im Gottesdienst zum Ausdruck gebracht, dass Menschenwürde unabhängig von Ansehen, Stand oder Produktivität des Menschen zu sehen sei. Die Menschenwürde und die Menschenfreundlichkeit, ja die Liebe Gottes müsse im Miteinander und bei den Aufgaben des Caritasverbandes stets Ansporn und Ziel sein.
Landtagspräsident a.D. Hans Böhm beglückwünschte die Walddörfer zu diesem Vorhaben, das in seinen Augen Vorbildcharakter habe. "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", zitierte er Erich Kästner und verwies auf den Spruch: "Gott hat keine Hände, nur unsere Hände." Als einen "großartigen Versuch" bezeichnete Böhm das Engagement des neu gegründeten Vereins. Aufgrund des großen Engagements in den Walddörfer könnte diese schwierige Aufgabe durchaus bewältigt werden.
Der Auffassung schloss sich auch Landrat Thomas Habermann an. Die Walddörfer seien zwar die jüngsten Dörfer im Landkreis, doch auch vor ihnen mache der demografische Wandel nicht halt.
Schon zu Beginn der erst Überlegungen habe der Vorsitzende Horst Geis Landrat Habermann um seine Meinung gebeten. Sofort habe er seine Unterstützung zugesagt. "Tätige Nächstenliebe ist was wir alle brauchen. Die Menschen sollen so lange wie möglich in ihren vier Wänden und im eigenen Dorf älter werden." Ein Verein, der sich dieser Aufgabe annehme, der älteren Mitbürgern die Teilhabe am dörflichen Leben ermögliche und auch individuelle Unterstützung gewähren möchte, habe Vorbildcharakter für den gesamten Landkreis. "In den Walddörfern kann so ein Modell am Besten und Schnellsten auf die Beine gestellt werden", sagt der Landrat und berief sich auf den großen Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft. Dass der Vorstand sich aus Mitgliedern aus allen Ortsteilen zusammen setze, sei ein gutes Beispiel für ein Ortsteilübergreifendes Miteinander. Dem Verein sagte er seine Unterstützung zu: "Sie können sich auf mich verlassen."
Politische Unterstützung sagte auch Sandro Kirchner (MdL, CSU) dem Christlichen Caritasverein Sandberg zu. "Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen", dies treffe im übertragenen Sinne auch auf Menschen zu. Zwar gebe es von staatlicher Seite vielfältige Unterstützung im pflegerischen Bereich und auch professionelle Einrichtungen, die dies gewährleisten. Zu Hause, in der gewohnten Umgebung und der Heimat alt werden zu können, das sei in der heutigen Zeit aufgrund von veränderten Familienstrukturen oft nicht mehr selbstverständlich möglich. Der Caritasverein setze sich für genau hierfür ein, dieses Engagement gelte es zu würdigen und zu fördern.
Bürgermeisterin Sonja Reubelt verlas zunächst ein Grußwort der Caritas-Geschäftsführerin Rhön-Grabfeld Angelika Ochs. Aus Sicht der Gemeinde stellte sie Positionen und Ziele für die Zukunft der Walddörfer vor, damit diese für Jung und Alt eine lebenswerte Heimat bieten. "Die Schaffung einer Senioreneinrichtung ist ein weiterer wichtiger Baustein zu einer lebenswerte Gemeinde", sagte sie. Um das Seniorenzentrum zu realisieren, brauche es Mut und Entschlossenheit und auch ein bisschen Glück. Diese Glück verbunden mit Segenswünschen wünschte Thomas Giehl (Caritas-Diözesanverband, Würzburg) dem neuen Caritasverein Sandberg für seine große Aufgabe.
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