Bad Kissingen
Kommunalpolitik

CSU schickt Michael Heppes ins OB-Rennen

Der Wunschkandidat der Bad Kissinger CSU für den Posten des Oberbürgermeisters, Nikolaus Fuchs, hat überraschend einen Rückzieher gemacht. Jetzt soll der Rechtsanwalt Michael Heppes alles richten.
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Rechtsanwalt Michael Heppes will für die CSU als Oberbürgermeister-Kandidat antreten.  Foto: Edgar Bartl
Rechtsanwalt Michael Heppes will für die CSU als Oberbürgermeister-Kandidat antreten. Foto: Edgar Bartl
Tausche Bürgerliches Gesetzbuch gegen Amtskette: Der Umzug aus der Kanzlei in der Oberen Marktstraße 1 ins Rathaus - in Sichtweite - wäre nicht weit. Genau dorthin will Rechtsanwalt Michael Heppes (49). Alles spricht dafür, dass die CSU den Juristen ins Rennen schickt, wenn 2014 ein Oberbürgermeister gewählt wird. Entscheiden wird das aber die Stadtversammlung Ende Mai.

Auch bei dieser Kommunalwahl ist der Bad Kissinger Union ihr Wunschkandidat abhanden gekommen. 1996 hat die CSU-Landesleitung Bruno Bandulet abgelehnt, 2008 hat Amtsinhaber Karl Heinz Laudenbach einen Rückzieher gemacht, jetzt tritt CSU-Favorit Nikolaus Fuchs dann doch nicht an.

Das hat der Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Bad Kissingen, Steffen Hörtler, am Dienstag in einem Pressegespräch offiziell mitgeteilt. Anwesend waren auch die CSU-Chefs aus Garitz, Michael Rüth, und Hausen, Wolfgang Lutz, sowie - nicht ganz zufällig - Hörtlers Stellvertreter Heppes.

Unerwartete Herausforderungen

Angela Merkel lächelte selig von einem Werbeplakat herab, als Hörtler begründete, warum Fuchs - leider, leider - nicht mehr zur Verfügung stehe: Weil sich bei ihm "aktuell und unerwartet neue berufliche Herausforderungen ergeben, die seinen uneingeschränkten Einsatz erfordern". Daher sei es ihm nicht möglich, sich mit der nötigen Intensität in den anstehenden Wahlkampf zu begeben.

Das bestätigte der promovierte Wirtschaftswissenschaftler auf Anfrage. Nach einer Wahl zum Bad Kissinger OB wäre es für ihn schwer geworden, seinen Amtspflichten sowie denen gegenüber seinen Mitarbeitern und -gesellschaftern gerecht zu werden, teilte Fuchs mit. So sei es ihm nicht gelungen, einen persönlich haftenden Gesellschafter für seine Dr. Fuchs KG zu finden, der ihn nach einem Wechsel ins Rathaus ersetzt hätte. Außerdem habe er mit einem Konzern ein Unternehmen in Unterfranken gegründet, das 200 Arbeitsplätze schaffe. Auch hier würde er nicht aus der Verantwortung entlassen. Allerdings wolle er seine Heimatstadt nach Kräften unterstützen.

"Ich kann und ich will das"

Die CSU-Granden hüllten sich in Schweigen auf die Fragen, wer denn nun antrete. Das, so der glänzend gelaunte Hörtler, würden die Ortsverbände "in absoluter Einigkeit" am Donnerstag nächster Woche beschließen: "Wir gehen davon aus, dass wir einen oder mehrere Namen haben." Dann sei die Stadtversammlung am Zug. Es fokussiere sich allerdings auf einen potenziellen Bewerber, sagte er.

Heppes sprach später Klartext: Er sei zwar "im Moment nur ein Kandidat - nicht mehr und nicht weniger." Aber: "Ich kann und ich will es. Ich habe den unbedingten Willen, das durchzuziehen." Die Wähler wolle er nicht überreden, sondern überzeugen. Er wolle der Stadt dienen und etwas aufbauen: "Wenn wir in den nächsten Jahren nicht in die Gänge kommen, ziehen sie rechts und links an uns vorbei." Für ihn komme Bad Kissingen an erster Stelle.

Seine Frau Sandra findet sein politisches Engagement- "es hat sich so ergeben" - toll und unterstütze ihn total. Er, sagte Heppes weiter, freue sich richtig auf den Wahlkampf, "wenn ich es denn werden sollte".


Seit 1979 in der Kurstadt

Geboren wurde Michael Heppes in Hannover. Er lebt seit 1979 in Bad Kissingen. Der Sohn eines Anwalts hat in Würzburg und Erlangen studiert, ist seit 1994 in der Kurstadt als Rechtsanwalt (Schwerpunkt: Zivilrecht) mit eigener Kanzlei tätig. Seit sechs Jahren ist Heppes Mitglied der CSU und zudem stellvertretender Ortsvorsitzender. Weitere Kommunalpolitische Erfahrungen hat er nicht. In Bad Kissingen ist er gut vernetzt. Unter anderem ist Heppes Mitglied im FC, im Golfclub und im Angelverein. Und: "Ich bin ein überzeugter Bad Kissinger."
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