Schweinfurt
Nachgehakt

City-Management setzt auf Instagram

Was macht Citymanager Thomas Herrmann, um die Innenstadt von Schweinfurt zu vermarkten? Diese Frage stellte FDP-Stadtrat Georg Wiederer und bekam ausführlich Antwort im Hauptausschuss.
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Auftritt der DDC-Breakdancer bei "Schweinfurt ist bunt" mit City-Flohmarkt Rama Dama Anfang September in der Innenstadt. Mit solchen Aktionen gelingt es, viele Menschen auch von außerhalb in die Stadt zu bringen.  Foto: Anand Anders
Auftritt der DDC-Breakdancer bei "Schweinfurt ist bunt" mit City-Flohmarkt Rama Dama Anfang September in der Innenstadt. Mit solchen Aktionen gelingt es, viele Menschen auch von außerhalb in die Stadt zu bringen. Foto: Anand Anders
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Seit Oktober 2018 ist Schweinfurts neuer Citymanager, Thomas Herrmann, im Amt und man kann konstatieren: Seither ist ein Ruck durch die Innenstadt gegangen, den der Nachfolger von Svenja Melchert, die nach Bad Kissingen ging, zu verantworten hat. Bereits im April dieses Jahres hatte Herrmann eine erste Bilanz gezogen, damals lag der Fokus vor allem auf der Erstellung eines Leerstandskatasters, das bis dato nicht gepflegt worden war und nur aus einer Excel-Datei bestand.

Herrmann, der vor seiner Tätigkeit in Schweinfurt lange in Ochsenfurt arbeitete, hat vor allem beim Thema Leerstand von Geschäften ein ganzes Bündel an Maßnahmen in petto, um die Innenstadt wieder zu stärken und den Leerstand spürbar zu reduzieren. Er ist sich bewusst, dass es keine einzelne Maßnahme gibt, die alle Probleme löst. Man müsse zum einen den Kunden klarmachen, dass man nicht erwarten dürfe, eine attraktive Innenstadt vorzufinden, wenn man selbst im Internet oder in Geschäften auf der grünen Wiese einkaufe.

Natürlich müsse auch der Handel seine Hausaufgaben machen, sprich auf Service, Beratung und Freundlichkeit sowie Online-Sichtbarkeit setzen, was die Schweinfurter Händler auch schon tun. Die Stadt müsse sich um die Rahmenbedingungen kümmern, sprich eine attraktive Innenstadt mit Aufenthaltsqualität bieten. Herrmann geht die Probleme in der Stadt konsequent an, ist wie Wirtschaftsförderin Pia Jost gut vernetzt und als Kümmerer bekannt. Im Ausschuss berichtete er, dass auch dank der Wirtschaftsförderung vier Neueröffnungen in der Innenstadt in den vergangenen Monaten möglich waren. In der Spitalstraße gibt es mit "Kai" und "Hanskaschber" zwei neue Gastronomiebetriebe, in der Oberen Straße siedelte sich mit "Engel & Völkers" ein Immobilienunternehmen an und am Marktplatz das "Cannameleon". Man bemühe sich auch weiterhin, neue Geschäfte in der Innenstadt anzusiedeln, wofür auch der Eintrag für den Standort Schweinfurt auf der Internetseite "My Business Location" nützt. Hier kann man Gewerbeflächen aller Kategorien einstellen. Es schauen sich im Schnitt 5000 Standortsuchende pro Monat auf der Seite um.

Natürlich ist Schweinfurt nicht vor bundesweiten Entwicklungen gefeit. Herrmann kündigte an, dass der Taifun-Laden zum 31. Dezember schließen wird, was mit der Insolvenz der Gerry-Weber-Kette zusammenhängt, zu der das Modegeschäft gehört.

Erfolgreich ist die aktive Einbindung lokaler Akteure und Makler, da aus Herrmanns Sicht manch ein Hauseigentümer aktiver nach neuen Mietern Ausschau halten könnte. In der Spitalstraße zum Beispiel wirbt ein Immobilien-Unternehmen aktiv um Vorschläge, was sich Kunden in dem Laden an Angebot wünschen. Wichtig im Gesamtkonzept, um die Stadt überregional bekannt zu machen, ist das Thema Veranstaltungen. Dazu gehörten im Sommer natürlich große Events wie das Landesturnfest oder das Big-Band-Konzert der Bundeswehr, aber auch Veranstaltungen wie "Schweinfurt bunt erleben" mit Rama Dama der Werbegemeinschaft Schweinfurt erleben.

Erfolgreich ist Herrmanns neuer Schwerpunkt auf das Thema Vermarktung der Stadt in sozialen Medien. Er stellte mehrere Instagram-Werbekampagnen vor, bei denen die Stadt so genannte Influencer beauftrage, also junge Menschen, denen viele Menschen im Internet folgen. Sie sollten zeigen, was sie in Schweinfurt gut finden und kaufen. Die Kampagnen zum Thema Einkaufen in der Stadt und zur Landesgartenschau waren sehr zufriedenstellend, erreichten jeweils mehrere Hunderttausend Nutzer im Internet für vergleichsweise günstige niedrige vierstellige Beträge. "So funktioniert Werbung zukünftig", will er das Format stärker ausbauen und auch die Händler vor Ort mehr einbinden.

Oberbürgermeister Sebastian Remelé und CSU-Fraktionschef Stefan Funk waren von den vielfältigen Aktivitäten angetan. Der OB lobte, dass vor allem junge Menschen auf die Stadt und ihre Angebote aufmerksam gemacht würden. Stefan Funk meinte, man müsse sich mit dem Angebot in der Stadt nicht verstecken.

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