Bad Kissingen
Rosenkönigin

Casting im Namen der Rose

Am 15. Juni wird die neue Rosenkönigin gekürt. Im Weißen Saal ermittelte eine Jury die drei Bewerberinnen, die sich während des Rosenballs zur Wahl stellen dürfen.
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Sie haben das Casting für sich entschieden: Anna-Lena Koch, Franziska Bischof und Stefanie Schubert (von links). Fotos: Thomas Mäuser
Sie haben das Casting für sich entschieden: Anna-Lena Koch, Franziska Bischof und Stefanie Schubert (von links). Fotos: Thomas Mäuser
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"Es ist so...", platzt es aus Stefanie Schubert raus. Das Wörtchen mit dem "g" am Anfang und dem "eil" am Schluss behält sie gerade noch für sich. Eben hat sie erfahren, dass sie allerbeste Chancen hat, Rosenkönigin 2013 zu werden. Zusammen mit Anna-Lena Koch und Franziska Bischof.

Gut dreienhalb Stunden zurück. Es ist 16 Uhr, Spannung liegt über dem Weißen Saal, die Jury ist angetreten, um aus 15 Kandidatinnen jene drei auszuwählen, auf die es am 15. Juni "Rosen regnen" soll. Denn wer während des Rosenballs die meisten dieser edlen Blumen von den Ball-Gästen überreicht bekommt, wird Bad Kissingen ein Jahr lang repräsentieren dürfen.


Kreativität gefragt

Leicht wird es den Bewerberinnen im Weißen Saal nicht gemacht. Da wäre der kreative Teil des Castings. Und kreativ sind die Kandidatinnen. Gedichte, ein Rosenregen im Dindl, Lieder, Flip-Charts, sie alle haben sich etwas einfallen lassen - etwas Besonderes.

Franziska Bischof (26) aus Wartmannsroth merkt man an, dass sie Sprachexpertin für Tourismus und Management ist. Sie hat sich eine Menge Arbeit gemacht, Menschen auf der Straße fotografiert und gefragt, wie ihnen Bad Kissingen gefällt. Die Antworten mögen auch Thomas Lutz gefallen haben, zuständig für Stadtmarketing und Chef der Jury. Denn nahezu alle, die Franziska Bischof befragt hat, schwärmen von der Kurstadt an der Saale.

Auch Anna-Lena Koch aus Garitz hat sich viel einfallen lassen. Die 19-jährige Kinderpflegerin hat Puppen und Accessoires mitgebracht, um alle Generationen darstellen zu können. Alle Generationen sollen zu Wort kommen, erzählen, was sie an Bad Kissingen schätzen. Sie hat ihre Texte intus, muss sie nicht ablesen. Auch ihr nimmt die Jury ab, dass sie sich in Bad Kissingen wohlfühlt, so wohl, dass sie die Stadt auch repräsentieren kann.

Ebenfalls 19 ist Stefanie Schubert. Sie weiß viel über Bad Kissingen, über Parks, Quellen, Sehenswürdigkeiten, berühmte Kurgäste. Sie hat sich bestens präpariert. Und weiß sie einmal etwas nicht, reagiert sie mit viel Charme. Und sie gibt zu: "Ich bin sehr aufgeregt, weil ich's unbedingt werden will."


Viele Fragen

Natürlich hat die Jury Gelegenheit, Fragen zu stellen. Vor allem über Bad Kissingen. Und manche Jury-Mitglieder müssen zugestehen, heute noch etwas gelernt zu haben. Dann, wenn die Fragen arg speziell sind. Ob eine Rosenkönigin aber wirklich wissen muss, wer Julius Döpfner war, sei einmal dahingestellt. Schwerer wiegt da schon wenn diese und jene Kandidatin auf die Frage, wen die Büste im Weißen Saal zeigt, statt König Ludwig II. Fürst Otto von Bismarck erkennen will.

Denn einiges Wissen über die Kurstadt muss schon da sein. Schließlich soll die Rosenkönigin Botschafterin der Stadt sein, nicht nur vor Ort, sondern auch auf Touristik-Messen und ähnlichen Events. "Die Rosenkönigin muss ein offenes Wesen haben, auf Leute zugehen und Bad Kissingen repräsentieren können", sagt Thomas Lutz.


Es macht Spaß

Dass das Amt trotz aller Anstrengungen Spaß macht, verrät Luisa Matthes, noch amtierende Rosenkönigin und ebenfalls Mitglied der Jury. Sie würde es auf jeden Fall wieder machen. "Es war ein superschönes Jahr", sagt sie. Ein bisschen traurig ist sie, bald abtreten zu müssen. Gerne denkt sie an den Rakoczyfestzug zurück, als sie auf dem Wagen der Saale-Zeitung mitfahren durfte. Gerne denkt sie an die Bälle und die Volksmusikgala.
All das wollen die drei Kandidatinnen, die in die engere Auswahl kamen, auch erleben. Wie ihre Mit-Konkurrentinnen sagen alle, dass sie die Stadt lieben, ihnen etwas an Bad Kissingen liegt, sie den Kurort repräsentieren wollen.

Bevor es um 19.16 Uhr heißt: "The Winners are..", kommen alle Kandidatinnen noch einmal zusammen in den Weißen Saal. Thomas Lutz tröstet: "Es gibt keine Verliererinnen." Alle waren gut, aber das Reglement sieht nun mal vor, dass nur drei Aspirantinnen übrig bleiben. Am 15 Juni, beim Rosenball, wird sich dann endgültig entscheiden, wer ein Jahr lang Botschafterin Bad Kissingens sein darf.
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