Maßbach

Casanova kommt ins Theater, wie er wirklich war

Rolf Heiermann und sein Sohn David haben für das Fränkische Theater Schloss Maßbach einen alten Stoff neu aufbereitet.
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Rolf Heiermann (links) gemeinsam mit seinem Sohn David Heiermann auf dem Balkon von Schloss Maßbach. Beide haben ihre Ideen beim Stück "Die Verführung des Casanovas" miteingebracht. Das Ambiente des Schlosses wird beim Stück eine wichtige Rolle spielen. Foto: Björn Hein
Rolf Heiermann (links) gemeinsam mit seinem Sohn David Heiermann auf dem Balkon von Schloss Maßbach. Beide haben ihre Ideen beim Stück "Die Verführung des Casanovas" miteingebracht. Das Ambiente des Schlosses wird beim Stück eine wichtige Rolle spielen. Foto: Björn Hein
Giacomo Casanova ist wohl jedem ein Begriff. Legendär sind seine amourösen Abenteuer, der Ausdruck "ein Casanova sein" wurde zum geflügelten Wort. Doch der historische Casanova war durchaus nicht nur der körperlichen Liebe zugetan, er war ein Mensch, der die Kultur liebte und die Frauen nicht als Objekt sah.
Vielmehr war Giacomo Casanova in jede seiner Freundinnen verliebt. Seine Reisen führten ihn durch ganz Europa, hier kam er mit den Herrschern in Kontakt, doch nicht nur das - auch mit den Philosophen der Aufklärung stand er auf Du und Du. Er beherrschte das Spiel der Verführung, ließ sich aber auch gerne selbst verführen. Genau dieser vielleicht etwas unbekannteren Seite des Casanovas ist eine Komödie gewidmet, die im Sommer im Fränkischen Theater Schloss Maßbach ihre Uraufführung hat. Der Titel: "Die Verführung des Casanova".

Der Autor

Die Komödie stammt aus der Feder von Rolf Heiermann, der im Jahr 2001 in Maßbach sein Regiedebüt mit dem Stück "Im weißen Rössel" gab. Seitdem ist Heiermann regelmäßig in Maßbach anzutreffen und inszeniert sowohl Komödien wie auch ernste Stücke. "Die Idee zum Stück 'Verführung des Casanovas' ist vor rund drei Jahren entstanden", erinnert sich Anne Maar, die Leiterin des Fränkischen Theaters in Maßbach.

Historische Umsetzung

Dabei wollte man zuerst die Geschichte um Casanova in eine moderne Form bringen, was dann jedoch wieder verworfen wurde. Man einigte sich schließlich auf eine historische Umsetzung des Stoffes. Dazu war natürlich das absolut passende Ambiente des Maßbacher Schlosses und Zuhauses des Theaters wie geschaffen.
Doch wie bereitet man einen vermeintlich langweiligen Stoff aus dem 18. Jahrhundert interessant für den heutigen Zuschauer auf? Hier kam der Sohn von Rolf Heiermann, der 19-jährige David Heiermann ins Spiel. "David hat das Stück mitentwickelt. Für ihn war wichtig, dass auf der Bühne Abenteuer zu sehen sind, ganz in der Manier der Drei Musketiere. Neben den komödiantischen Passagen sollte auch die Abenteuerlust des Publikums nicht zu kurz kommen", erinnert sich der Vater an die Ideen seines Sohnes.

Der Pappa war erst mal baff

"Mir war es wichtig, dass der Stoff einerseits klassisch gehalten wird, andererseits aber auch die Aktion nicht zu kurz kommt", blickt der Junior auf die Arbeitsphase zurück. "Ich war vollkommen baff, als David mir seine Ideen vorgelegt hat", so der stolze Vater. Dann hieß es ans Werk gehen: Da David noch zur Schule geht, wurde ein großer Teil der Sommerferien für die "Verführung des Casanovas" geopfert. Es wurden Ideen diskutiert, verworfen, andere Handlungen mitaufgenommen, bis schließlich das Stück stand.

Ein tolles Erlebnis

"Es machte Spaß, in diesem Bereich neue Erfahrungen zu sammeln", ist Sohn David Heiermann immer noch begeistert. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Vater ein eigenes Theaterstück zu schreiben? "Man ist sich hier einfach auf gleicher Augenhöhe begegnet. Neue Ideen wurden ausgiebig diskutiert, man hat immer eine gemeinsame Lösung gefunden", blickt Rolf Heiermann auf die Schaffensperiode. Und gemeinsam Ideen zu einer klassischen Umsetzung des Stoffes zu entwickeln, machte beiden viel Freude.

Ein Degen und die Gegenspielerin

Dabei ist die Figur des Casanova etwas, das Vater und Sohn schon seit langem fasziniert. Die ganze Aufgeklärtheit und Weltgewandtheit Casanovas, die Tatsache, dass er seine Geliebten als gleichberechtigt ansah, all das zeugt davon, dass er für seine Zeit recht moderne Ansichten hatte. Er war aber auch bereit - ganz im alten Stil - für die Geliebten in Duellen zu fechten. Auch dieses Element, der Degenkampf, die Irrungen und Wirrungen in Liebesdingen dürfen in der Komödie natürlich nicht fehlen. Genauso wenig wie die Gegenspielerin Casanovas ... doch mehr soll hier noch nicht verraten werden.
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