Frauenroth
Bürgerversammlung

Burkardroth: Wasser wird teuerer

Die Marktgemeinde Burkardroth muss die Preise deutlich erhöhen. Schuld sind nicht nur die Dürreperioden, sondern auch undichte Versorgungsleitungen.
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Auf dem Weg in die Burkardrother Haushalte ist schon ein Teil des Wassers durch undichte Versorgungsleitungen versickert. Foto: Jochen Eckel /dpa
Auf dem Weg in die Burkardrother Haushalte ist schon ein Teil des Wassers durch undichte Versorgungsleitungen versickert. Foto: Jochen Eckel /dpa

Frauenroth - Nicht nur die durch Dürreperioden verursachte Wasserknappheit, sondern vor allem undichte Versorgungsleitungen mit unverhältnismäßig hohem Wasserverlust bereiten dem Markt Burkardroth ernste Sorgen. In der im Vergleich zu anderen Gemeindeteilen sehr gut besuchten Bürgerversammlung in Frauenroth kündigte Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) am Donnerstag deshalb eine deutliche Gebührenerhöhung für das kommende Jahr an.

"Es sind eher die kleinen unscheinbaren Löcher in den Leitungen", schilderte der Bürgermeister das Problem seinen Zuhörern im "Gasthaus zum Löwen". Bei der Sanierung der Wasserleitungen in den 1990er Jahren waren PVC-Rohre verlegt worden, deren Leckagen mit herkömmlichen Messgeräten kaum entdeckt werden können. Dies führt zu unkontrollierten Wasserverlusten, die mit durchschnittlich 25 Prozent um ein Vielfaches über der von der Rhön-Maintal-Gruppe als Grenzwert angesetzten fünf Prozent liegen.

Bug: "Durchschnittlich heißt, in manchem Ort ist der Wasserverlust sogar noch größer." Die Suche nach Leckagen ist bei den Kunststoffrohren viel aufwendiger, die entdeckten Schadstellen müssen punktuell saniert werden und die noch verbliebenen Altrohre müssen in naher Zukunft erneuert werden. Außerdem wurden die gesetzlichen Vorgaben erhöht, wozu auch die Position eines Wassermeisters und das Vorhalten eines Betriebs- und Organisationshandbuches gehört. Dies alles bedingt zusätzliches Personal und führt zu höheren Kosten, die wiederum durch Gebühren gedeckt werden müssen. Die deshalb notwendige Gebührenerhöhung schon ab Januar wurde im Gemeinderat bereits vorberaten und wird in der nächsten Sitzung des Gremiums am 12. November sehr wahrscheinlich beschlossen, ergänzte Geschäftsleiter Gerhard Zeller später auf Nachfrage dieser Zeitung.

Ernste Probleme zeigen sich auch in der Wasserversorgung der Marktgemeinde, deutlich erkennbar im Fall von Stangenroth. Während alle anderen Gemeindeteile von der Rhön-Maintal-Gruppe mit Frischwasser versorgt werden, kommt das Stangenrother Wasser aus eigenen Quellen in den Schwarzen Bergen. Hier zeigen sich erste Folgen anhaltender Trockenheit. Eine Quelle ist schon versiegt, der Wasserzufluss einer anderen schwächelt bereits. Dieses Beispiel zeige erste Auswirkungen des bedrohlichen Klimawandels, leitete der scheidende Bürgermeister nach ausführlichem Rechenschaftsbericht in ein "persönliches Anliegen" über: Waldemar Bug warnte vor Wasserknappheit und Ernteausfällen, vor Zunahme der Waldschäden und Extremniederschlägen. "Unsere Zukunft kann nur in der Energiegewinnung aus Sonne, Wasser und Luft liegen", schloss er seinen 90-minütigen Vortrag.

Die im Gasthaus versammelten Einwohner Frauenroths sorgten sich in der anschließenden Diskussionsrunde um näherliegende Probleme. So beklagte sich Judith Voll über den groben Schotter auf einem Teilstück des Radwegs von der Borstmühle nach Aschach, das allerdings auf Bockleter Gemarkung liegt, sowie über die Gefährlichkeit der Schotterung auf dem abschüssigen und kurvigen Flurweg von Wollbach nach Frauenroth. Hier müsse das Warnschild vorgezogen werden. Ortssprecher Markus Alles verwies hierzu auf die Planung, den Flurweg in den künftigen Ausbau des Kernwegenetzes einzubeziehen. Er versprach jedoch, diesen Punkt im Gemeinderat noch einmal anzusprechen.

Heftiger wurde die Diskussion um die Holzfenster und -türen im 1996 gebauten Feuerwehrhaus. Trotz einer Dickschichtglasur sei Feuchtigkeit ins Holz gedrungen. "Wir haben damals viele Freizeitstunden investiert, und jetzt verrotten die Fenster", sagte Feuerwehrmann Klaus Kleinhenz, der nach eigener Aussage "schon vor drei Jahren auf diesen Missstand hingewiesen" hatte. Ortssprecher Alles erwiderte, das Auftragen einer neuen Dickschicht sei unverhältnismäßig teuer. Da nun schon Feuchtigkeit im Holz sei, müssten Fenster und Tor wahrscheinlich ohnehin in ein paar Jahren ausgetauscht werden. "Aber noch sind sie ja dicht."

Die nächste Bürgerversammlung für die drei Ortsteile Burkardroth, Wollbach und Zahlbach ist am Dienstag, 29. Oktober, um 19.30 Uhr im Pfarrheim Burkardroth.

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