Burkardroth
Kommunalpolitik

Burkardroth: Ein Plan für die Zukunft

Das Leben auf dem Land soll auch in Zukunft lebenswert sein - deshalb hat der Marktgemeinderat Burkardroth ein Entwicklungsprogramm verabschiedet.
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Darüber, wie beispielsweise der öffentliche Personennahverkehr in einigen Jahren aussehen mag, muss im Markt Burkardroth noch ein Weg gefunden werden. Dieser soll dann im Gemeindeentwicklungsprogramm fixiert werden.Johannes Schlereth
Darüber, wie beispielsweise der öffentliche Personennahverkehr in einigen Jahren aussehen mag, muss im Markt Burkardroth noch ein Weg gefunden werden. Dieser soll dann im Gemeindeentwicklungsprogramm fixiert werden.Johannes Schlereth

Die Gemeinderäte denken voraus: Mit Entwicklungsprogramm will der Markt Burkardroth sich auf die kommenden 15 bis 20 Jahre vorbereiten. Die Grundsätze und Ziele hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nach der Sommerpause einstimmig beschlossen.

Viele Punkte im Blick

Das Projekt geht zurück aufs Jahr 2015. "Das Ergebnis nach der ersten Sondersitzung im März 2016 war, dass wir uns dafür Input holen", sagte Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) rückblickend. In weiteren Sitzungen habe man Ziele und Grundsätze des Gemeindeentwicklungsprogramms erarbeitet. "Themenfelder waren beispielsweise der öffentliche Personennahverkehr, der Tourismus, wirtschaftliche Aspekte oder die Nahversorgung." Die Inhalte sollen gemeinsam mit der Bevölkerung ausgearbeitet werden.

Diskussionsbedarf gab es lediglich bei der Namensgebung des Projektes. "Beim Namen Marktentwicklungsprogramm (MEP) habe ich ein blödes Gefühl", sagte Bug. "Märkte gibt es zwar in Bayern, nicht aber in allen anderen Bundesländern." Kommunen aus anderen Bundesländern, die ein ähnliches Ziel verfolgen würden, wüssten beim MEP nicht worum es sich handelt. Das Gremium entschloss sich daher für den Namen Gemeindeentwicklungsprogramm (GEP) für den Markt Burkardroth.

"Damit lässt sich die Gemeinschaft in den Dörfern erhalten, die Gemeinde muss also am Ball bleiben, um die richtigen Entscheidungen in diesen Themenfeldern zu fällen", sagte Bug. Deshalb soll das GEP eine Richtlinie für nachfolgende Gemeinderäte sein. "Deshalb ist das Programm auch nicht in Stein gemeißelt." Dem Gemeindechef aus Burkardroth schwebt vor, das Programm alle sechs Jahre fortzuschreiben, um die sich ändernden Umstände zu berücksichtigen. Ein Beispiel war für Bug das Gewerbegebiet in Zahlbach. "Das Areal ist voll. Wir müssen als Kommune Möglichkeiten für die Gewerbetreibenden schaffen."

Keine Werbetafeln für Einzelhändler

Das Gewerbegebiet im Mühlengrund war auch in einem anderen Tagesordnungspunkt ein Thema. Ein dort ansässiger Einzelhändler wollte zwei Werbetafeln aufstellen. Das Vorhaben stieß beim Gremium auf Ablehnung. Ein Grund dafür, warum die Gemeinderäte dem Einzelhändler das Vorhaben versagten, war die Unfallgefahr. "Gut gemachte Werbung lenkt die Augen darauf - und direkt gegenüber ist die Einfahrt eines anderen hochfrequentierten Lebensmittelgeschäfts", sagte Bug. Auch die Verkehrssicherheit spielte in der Diskussion eine Rolle. "Die Werbetafeln lassen sich so nur von der Straße aus bekleben." Die Hauptursache, warum das Vorhaben auf Ablehnung stieß, war jedoch die Tatsache, dass sich die Tafeln außerhalb der festgesetzten Baugrenzen befinden würden.

Zustimmung vom Gremium gab es dagegen für zwei Bauanträge aus Gefäll und Waldfenster sowie für eine Bauvoranfrage aus Stralsbach. Einstimmig beschlossen wurde auch die Satzung des Bebauungsplans "Brennofen" in Wollbach. "Damit ist der Bebauungsplan dann rechtskräftig", sagte Bug.

Wenige Einwände gab es gegen ein Sondergebiet für den Einzelhandel in Aschach - das "Herrnfeld". "Wir werden in der Angelegenheit als Nachbar gehört", erklärte der Burkardrother Bürgermeister. Der Markt Burkardroth würde von dem Vorhaben nicht eingeschränkt. Das sah ein Gemeinderat anders: "Was ist mit unserem Einzelhandel?" Bug betonte, dass es in dem Beschluss nur um die Belange des Marktes gehe. Das Gremium beschloss mehrheitlich, keine Einwände gegen das Sondergebiet in Aschach zu erheben. Außerdem bevollmächtigten die Gemeinderäte die Verwaltung, grünes Licht für die zukünftigen Schritte im "Herrnfeld" zu geben.

Datenschutzbeauftragter bestellt

Außerdem bestellten die Gemeinderäte Hans-Jürgen Bühner als Beauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit. Bühner ist auf Landkreisebene für die beiden Themengebiete zuständig. Dazu wurde am 19. Juli bereits die notwendige Zweckvereinbarung unterzeichnet. Fünf Sechstel der Kosten entfallen auf die Kommunen. Die Summe orientiert sich an der Einwohnerzahl. Für den Markt Burkardroth ergeben sich - laut einer Aussage des Bürgermeisters aus dem Juni - jährliche Kosten von 3261,04 Euro.

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