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Burkardroth
Gemeinderat

Burkardroth: Bauplatzmangel trotz Angebot

Die Lücken in den Neubaugebieten zeigen, dass es noch ausreichend Bauflächen im Markt Burkardroth gibt. Deshalb will die Gemeinde keine weiteren Wohngebiete erschließen. Sie setzt vielmehr auf die Sanierung des Altorts.
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Ein Blick in die Von-Fechenbach-Straße im Burkardrother Wohngebiet am Kirchberg. Einige Häuser stehen hier schon seit mehr als 15 Jahren. Dazwischen findet man noch so einige Baulücken. Eine verschwindet momentan, denn auf ihr wird ein Einfamilienhaus gebaut. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Ein Blick in die Von-Fechenbach-Straße im Burkardrother Wohngebiet am Kirchberg. Einige Häuser stehen hier schon seit mehr als 15 Jahren. Dazwischen findet man noch so einige Baulücken. Eine verschwindet momentan, denn auf ihr wird ein Einfamilienhaus gebaut. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Auf dem Kirchberg wird wieder gebaut. Kräne künden davon, seit Wochen schon. Zwei neue Einfamilienhäuser entstehen. In wenigen Monaten werden hier in der Von-Fechenbach-Straße junge Familien einziehen. Glückspilze, mag da so mancher denken. Denn einen Bauplatz am Kirchberg zu finden, ist momentan sehr schwierig. Zwar gibt es hier noch einige Baulücken, jedoch sind diese Flächen allesamt in privater Hand.


174 private Bauflächen im Markt

Nicht nur in Burkardroth ist das so, auch in den anderen Ortsteilen, bestätigt auf Nachfrage Bürgermeister Waldemar Bug (ödp). Derzeit gebe es im gesamten Markt 174 private Bauflächen. "33 Eigentümer wären verkaufsbereit", sagt er. Wer einen Bauplatz suche, der könne sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen. "Wir helfen gerne bei der Vermittlung." Zudem bietet die Gemeinde aktuell 25 eigene Bauplätze an, den Großteil davon in Gefäll, Zahlbach und Stralsbach. Lediglich in Burkardroth, Wollbach und Waldfenster gibt es keine gemeindlichen mehr.

Das Bauinteresse in der Großgemeinde bewertet der Bürgermeister als gut, auch wenn in manch neuem Wohngebiet der Schein trügt und ein Stillstand wahrgenommen wird, wie etwa am Zahlbacher Döllengraben. "Wir haben hier heuer zwei Bauplätze verkauft, genauso viele wie im vergangenen Jahr", erklärt Bug. Mit einem weiteren Interessenten sei man momentan im Gespräch.


Grundstücke als Geldanlage

Dennoch fordern manche Bürger, dass die Gemeinde mehr Druck gegenüber den privaten Bauplatzeigentümern aufbaut und sie mit mehr Kosten belastet, beispielsweise an denen für die Abwasserentsorgung. Damit sie verkaufen. Aber das lehnt das Ortsoberhaupt ab. Schließlich würden die Grundstückseigentümer über die entsprechenden Erschließungsgebühren an den Baukosten für Wasser-, Abwasser-, Kommunikations- und Stromleitungen beteiligt. "Zudem werden sie herangezogen, wenn die Fahrbahn, der Gehweg oder die Straßenbeleuchtung saniert wird", erklärt Bug. Hinzu käme die jährliche Grundsteuer. So ganz ohne finanzielle Belastung seien die Besitzer privater Bauplätze somit nicht. Doch warum verkaufen sie nicht?

Maria Pesce-Metz, Leiterin der Sparkassen-Geschäftsstelle Burkardroth, hat eine einfache Erklärung dafür. "Die Zinsen für Sparguthaben sind momentan so niedrig, dass es sich für viele nicht wirklich lohnt, Geld auf ein Konto zu legen", sagt sie. Deshalb würden viele ihre Grundstücke als Geldanlage sehen und abwarten, bis die Immobilienpreise und auch die Zinsen wieder steigen. Zudem weiß sie aus dem eigenen Bekanntenkreis, dass etliche Grundstücksbesitzer die Bauplätze für ihre Kinder oder Enkel vorhalten. Zudem schätzt sie den Druck am Markt als noch nicht stark genug ein. "Schließlich bieten wir schon seit Wochen einen Bauplatz in Zahlbach an. Doch kaum einer interessiert sich dafür", sagt sie. Ähnlich sieht es bei den Immobilienangeboten auf den Online-Marktplätzen aus. Schon seit einiger Zeit werden zwei Bauplätze in Waldfenster und Burkardroth angeboten.


Förderung für Bau im Ortskern

"Bedarf für neue Wohngebiete sehe ich deshalb nicht", so Bürgermeister Bug. Zudem müsse auch die demografische Entwicklung berücksichtigt werden. Die Gesellschaft werde immer älter und die Innenorte drohen auszusterben. "Um das zu verhindern, haben wir über die Allianz Kissinger Bogen ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt", sagt er. Wer ein altes Haus im Ortskern sanieren oder abreißen und die Fläche neu bebauen will, erhält eine Förderung von zehn Prozent der Baukosten, maximal jedoch 10.000 Euro. "Das wird gut angenommen", so Bug. Mehr als 30 Anträge hat die Gemeinde bereits erhalten. Doch vielen Bauinteressenten geht diese Bezuschussung nicht weit genug.


Schmaler Grat für Kommunen

Auch Andreas Sandwall, der zweite Bürgermeister des Marktes Bad Bocklet, hält die aktuelle Förderregelung für nicht ausreichend, um die drohenden Leerstände in den Dörfern zu verhindern. Zudem dürfe man junge Leute, die bauen wollen, nicht verprellen. "Es ist ein schmaler Grat für die Kommunen", sagt er. Deshalb hielte er es für sinnvoller, dass die Gemeinden leerstehende Häuser in der Ortskernen aufkaufen, abreißen und die so entstehenden Grundstücke Bauinteressenten anbieten. Allerdings sei diese Vorgehensweise mit erheblichen Kosten für die Gemeinde verbunden. "Deshalb müsste es spezielle Förderprogramme vom Bund oder Freistaat geben", so Sandwall. Einen weiteren Vorteil sieht er auch noch: Manchmal gebe es für die Grundstücke im Ortskern keinen Bebauungsplan, an den man sich halten muss.

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